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Mittwoch, 15.11.2017

Geld für 32 Schulen und 64 Jugendclubs

Der Jugendhilfeausschuss hat die Förderungen für 2018 bewilligt. Noch einiges unklar ist bei der Schulsozialarbeit.

© Symbolfoto: dpa

Döbeln. An 32 Schulen im Landkreis Mittelsachsen gibt es bereits Schulsozialarbeiter. Rund 1,4 Millionen Euro Förderung erhalten diese im Jahr 2018 von Freistaat und Bund. Unterstützt werden damit 25 Vollzeitstellen, auch die für die Lernförderschule Albert-Schweitzer in Roßwein. Obwohl die Schule als eine von dreien im Kreis bisher die Stelle nicht besetzen konnte.

Seit Februar 2017 fehlt die Schulsozialarbeit an der Schule. Die vorherige Stelleninhaberin sei aus familiären Gründen umgezogen, so Schulleiterin Birgit Saupe. Seitdem ist sie auf der Suche nach einem Nachfolger. Ab dem kommenden Jahr könnte die Suche ein Ende haben. „Es laufen derzeit Verhandlungen, damit die Stelle wieder besetzt werden kann“, sagte Saupe. Für das Personal wäre das eine große Erleichterung. „Die Schulsozialarbeit ist sehr wichtig. Wir leisten als Lehrer schon viel, aber die Schulsozialarbeiter können uns viel abnehmen“, sagte sie. Neben der Förderschule in Roßwein erhält auch die Schlossbergschule in Döbeln sowie das Döbelner Gymnasium Fördergeld im kommenden Jahr. Für alle drei Schulen stehen die Beträge bis Ende Dezember 2018 fest.

Die Schulsozialarbeiter an 22 mittelsächsischen Oberschulen haben hingegen nur bis Ende des laufenden Schuljahres finanzielle Sicherheit. Der Förderzuschuss wurde zunächst nur bis 31. Juli 2017 bewilligt. Hintergrund ist eine neue Richtlinie, die das Sächsische Sozialministerium in diesem Bereich plant. Denn ab dem kommenden Schuljahr soll nach Vorschlag des Sächsischen Landtages an allen sächsischen Oberschulen ein Schulsozialarbeiter gefördert werden, und zwar zu 100 Prozent. Bisher schießt der Freistaat nur 80 Prozent zu. Mit der neuen Richtlinie besteht im Kreis ab August bis Ende 2018 noch einmal ein Bedarf in Höhe von rund 500 000 Euro vom Freistaat.

Heidi Richter, Abteilungsleiterin Jugend und Familie im Landratsamt, rechnet damit, dass die entsprechende Richtlinie noch in diesem Jahr kommen wird. Bis zum 30. April können die Träger der Schulsozialarbeit in den Schulen dann die Förderung beantragen. Schon jetzt sind an fast allen Oberschulen im Landkreis Schulsozialarbeiter aktiv. Sobald die neue Richtlinie veröffentlicht sei, wolle das Landratsamt auch an die Einrichtungen in Freiberg, Niederwiesa sowie Hainichen herantreten, die bisher darauf verzichtet haben.

Über eine Millionen Euro für Clubs

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses stimmten am Montag in ihrer Sitzung dem Beschlussvorschlag zu. Der tritt jedoch nur in Kraft, wenn auch der Kreishaushalt entsprechend beschlossen wird sowie die Landesmittel fließen. „Woher nehmen wir das Geld, wenn das nicht kommt?“, fragte Ausschussmitglied Ines Klein von der Kinderarche Sachsen. Landrat Matthias Damm (CDU): „Wenn nicht, müssen wir uns die Liste noch einmal anschauen, aber es heißt nicht, dass alle Projekte wegfallen.“

Weiterer größerer Posten, über den am Montag beschieden worden ist, sind die Gelder für die haupt- und ehrenamtlichen Jugendclubs in Mittelsachsen. Insgesamt 64 Treffpunkte unterstützt der Landkreis mit insgesamt 1,03 Millionen Euro. Pro Einrichtung gibt es dabei zwischen 1 000 für die ehrenamtlichen und bis zu 100 000 Euro für die hauptamtlichen Treffs und Clubs. Bei den hauptamtlichen würden auch die Personalstellen mit finanziert, erklärte Heidi Richter. Über 914 000 Euro Jugendpauschale erhält der Kreis dafür vom Freistaat Sachsen. Da diese Zahl noch auf den Einwohnerzahlen von Ende 2015 beruht – aktuellere Daten kommen voraussichtlich erst im Frühjahr 2018 – erhält der Landkreis im Januar sowie März eine Abschlagszahlung vom Freistaat in Höhe von rund 153 400 Euro.

Aus der Förderung herausgefallen ist 2018 der Jugendclub Sunshine in Hartha. Er ist seit März 2017 geschlossen . Geändert hat sich zudem, dass der Kreis Vollzeitstellen ab 2018 mit 10 500 statt wie bisher mit 8 400 Euro fördert. „Die Mehrausgaben belaufen sich auf rund 55 000 Euro“, informierte Heidi Richter.

Einheitlich zugestimmt haben die Mitglieder des Ausschusses zudem der Förderung der Familientreffs, Angeboten in der Jugendgerichtshilfe und ambulanten Angeboten verschiedener Verbände. Insgesamt unterstützt der Kreis die Träger der Angebote bei der Finanzierung von 66 Vollzeitstellen. (DA/mf)

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