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Mittwoch, 15.11.2017

Gefahr durch resistente Keime wächst

Immer mehr Antibiotika führen zu immer mehr resistenten Keimen.
Immer mehr Antibiotika führen zu immer mehr resistenten Keimen.

© Symbolfoto: dpa

Brüssel. 25 000 Menschen sterben in den Ländern der EU pro Jahr an Infektionen, die durch resistente Bakterien ausgelöst werden. Immer häufiger sind die Ärzte selbst mit modernen Antibiotika machtlos.

Vor diesem Hintergrund warnt die Europäische Union vor einer Zunahme von besonders widerstandsfähigen Erregern, gegen die gleich mehrere Antibiotika nicht mehr wirken. 2016 wurden solche Multiresistenzen unter anderem bei dem weit verbreiteten Darmkeim Escherichia coli nachgewiesen, wie das Europäische Präventionszentrum ECDC mitteilte. Für Patienten, die mit solchen Keimen infiziert sind, gebe es kaum noch Behandlungsoptionen.

Gleichwohl sehen die Wissenschaftler auch Lichtblicke: Bei dem ebenfalls sehr weit verbreiteten Bakterium Klebsiella pneumoniae, das Atem- und Harnwegserkrankungen auslösen kann, stabilisiere sich die Lage. Und bei Staphylococcus aureus, der ebenfalls für schwerwiegende Krankheiten bis hin zu Lungenentzündung und Blutvergiftung verantwortlich ist, sei der Anteil der multiresistenten Keime zwischen 2013 und 2016 weiter zurückgegangen. Man sehe kleine Fortschritte, so ECDC-Direktorin Andrea Ammon.

Als Ursache von Resistenzen gilt, dass bakterienbekämpfende Antibiotika zu häufig und falsch eingesetzt werden. Multiresistent heißt, dass mehrere unterschiedliche Mittel nicht mehr wirken, in einigen Fällen sogar fast keine der verfügbaren Antibiotika. Wissenschaftler mahnen deshalb seit Jahren, die Mittel nur sparsam und nicht etwa flächendeckend in der Viehzucht zu verwenden. Patienten wird geraten, Antibiotika wie verordnet bis zum Schluss zu nehmen, um wirklich alle Bakterien abzutöten. (dpa)

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