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Donnerstag, 14.09.2017

Gebühren stehen im November fest

Der AZV hat 3 600 Schreiben zur Selbstauskunft verschickt. Ein Drittel der Kunden hat bisher geantwortet.

Von Frank Korn

Grundstückseigentümer im Gebiet des Abwasserzweckverbandes Leisnig müssen in einer Selbstauskunft angeben, wie groß ihre versiegelten Flächen sind und wohin sie Niederschlagswasser ableiten.
Grundstückseigentümer im Gebiet des Abwasserzweckverbandes Leisnig müssen in einer Selbstauskunft angeben, wie groß ihre versiegelten Flächen sind und wohin sie Niederschlagswasser ableiten.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Die Erfassung läuft auf Hochtouren. Der Abwasserzweckverband (AZV) Leisnig muss seine Gebührenordnung neu gestalten. Während die Abnehmer im Moment noch einen Betrag für die Entsorgung von Ab- und Niederschlagswasser zahlen, werden es ab Januar 2018 zwei getrennte Gebühren sein: erstens für die Entsorgung und Behandlung von Abwasser und zweitens für die Ableitung von Regenwasser – sofern dies auf dem eigenen Grundstück nicht gefahrfrei für die Nachbarn versickern kann (DA berichtete).

„Wir haben insgesamt 3 600 Schreiben zur Selbstauskunft verschickt. Bis Montag sind 1 300 wieder zurückgekommen“, sagte AZV-Geschäftsführer Michael Tecklenburg. Der Verband hatte eine gebührenfreie Telefonleitung eingerichtet und auch in seiner Geschäftsstelle vom 28. August bis 1. September längere Öffnungszeiten zur Beratung angeboten. Diese seien rege genutzt worden. „Doch auch jetzt rufen die Leute noch an oder tauchen in der Geschäftsstelle auf, um ihre Fragen loszuwerden“, so Tecklenburg. Allein von Montag bis Mittwoch seien über 100 Kunden in der Geschäftsstelle gewesen.

Viele Fragesteller ließen sich den Hintergrund der Aktion erklären. Tecklenburg oder die Mitarbeiter des AZV erklärten dann, dass die Trennung der Abwassergebühren von der Rechtsaufsichtsbehörde gefordert wird. Dabei verwiesen sie auch auf andere Verbände in der Region, in denen die Trennung in Ab- und Regenwassergebühren schon gebräuchlich ist. Es gab aber auch spezielle Fragen wie zum Beispiel nach dem Versiegelungsgrad. „Die Leute haben den Sinn der Aktion größtenteils verstanden. Sie haben akzeptiert, dass der Verband verpflichtet ist, diese Gebührentrennung einzuführen. Ich selbst halte diese Gebühr auch für gerecht“, sagte Michael Tecklenburg.

Der AZV hat der WTE Betriebsgesellschaft aus Hecklingen bei Staßfurt in Sachsen-Anhalt den Auftrag für die Grundlagenarbeit erteilt. In den von dieser Gesellschaft verschickten Schreiben werden die Kunden gebeten, anhand eines Luftbildes und einer Flurkarte Angaben darüber zu machen, wie groß ihre versiegelten Flächen sind und wohin sie Niederschlagswasser für gewöhnlich ableiten. Wessen Regenrohr in einen öffentlichen Kanal mündet, der wird die Gebühr dafür zahlen müssen. Üblicherweise wird diese pro Quadratmeter versiegelter Grundfläche berechnet. Weil die in Gewerbegebieten oft ziemlich groß ist, gab es bei der Einführung der Niederschlagswassergebühr in Waldheim/Hartha einigen Protest von Gewerbetreibenden. In Roßwein war das anders. Dort konnte die Niederschlagsgebühr wieder gesenkt werden. Aktuell beträgt sie 46 Cent.

Michael Tecklenburg hofft, dass mehr als 50 Prozent der Kunden die Schreiben zur Selbstauskunft ausgefüllt zurücksenden. Nach Ablauf der Frist sollen noch einmal Erinnerungsschreiben verschickt werden. „Die Gesamtflächenermittlung ist die Basis für die Kalkulation der Niederschlagswassergebühr“, erklärt Tecklenburg. Wer keine Angaben macht, bekommt seine erste neue Gebührenabrechnung sozusagen auf einer freihändigen Berechnung. „Dazu bemühen wir unseren Kenntnisstand, berücksichtigen neben Flurkarten und Luftbildaufnahmen auch die Bebauung und die Siedlungsstruktur“, erklärte Michael Tecklenburg. Bis Ende Oktober soll dann die WTE mit der Auswertung der zurückgesendeten Schreiben fertig sein. „Mitte November wird eine Zahl feststehen, wie hoch die Gebühr sein wird“, so der AZV-Geschäftsführer. Bis zum Ende dieses Jahres muss dann vom Abwasserzweckverband eine Satzungsänderung beschlossen werden, damit die Gebühr zum 1. Januar 2018 eingeführt werden kann. (DA/sig)

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