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Montag, 16.04.2018

Geballte Freude

Dressurreiterin Isabell Werth gelingt beim Weltcup-Finale in der Kür die Revanche.

Von Michael Rossmann

Sie hat es wieder geschafft. Isabell Werth ist erneut die beste Dressurreiterin der Welt – und das nach einer Niederlage im Grand Prix.
Sie hat es wieder geschafft. Isabell Werth ist erneut die beste Dressurreiterin der Welt – und das nach einer Niederlage im Grand Prix.

© dpa

Der Champagner spritzte nach dem Erfolg von Paris. Isabell Werth besprühte nach ihrem erneuten Weltcup-Sieg die Gegnerinnen mit dem teuren Schaumwein, bevor sie den anderen Dressurreiterinnen und sich einen ersten Schluck aus der Magnum-Flasche gönnte. Feucht-fröhlich und ausgelassen feierte die strahlende Gewinnerin beim Weltcup-Finale in Paris ihren erneuten Titelgewinn, der ein außergewöhnlicher war.

In der französischen Hauptstadt zeigte sich, dass Triumphe auch für die beste Reiterin der Welt keine Selbstverständlichkeit sind. Die Niederlage zum Auftakt im Grand Prix wurmte sie und stachelte ihren Ehrgeiz noch an. „Das hat mich aufmerksam gemacht“, betonte die Rheinbergerin nach ihrem Erfolg in der Kür, der zur Wiederholung des Titelgewinns von Omaha führte. „Ich liebe es, mich im Wettkampf zu messen“, erklärte sie. „Gerade, wenn die Entscheidung so knapp ist, ist es besonders.“

Die 48-Jährige gewann auf der Stute Weihegold vor der 30-jährigen US-Amerikanerin Laura Graves im Sattel von Verdades, die den Auftakt gewonnen hatte. „Das hat mich geärgert, aber nicht wahnsinnig“, sagte Werth einen Tag später als glückliche Weltcup-Triumphatorin über die Niederlage. Werth zeigte bei ihrem insgesamt vierten Sieg bei der inoffiziellen Hallen-Weltmeisterschaft eine beinahe makellose Kür mit der 13-jährigen Stute. „Danke an Weihegold. Ich bin sehr glücklich über ihre fantastische Performance. Sie war sehr fokussiert“, meinte Werth. „Wir haben unsere Fehler analysiert und korrigiert.“ Das Ergebnis war „eine unserer besten, wenn nicht sogar die beste Kür überhaupt. Ich wüsste nicht, dass ich mit ihr schon einmal eine bessere Prüfung geritten bin.“

Auch Bundestrainerin Monica Theodorescu sagte nach dem Siegritt: „Das war super, sehr gut geritten.“ Sie durfte aber auch mit dem Abschneiden ihrer beiden anderen Athletinnen in Paris extrem zufrieden sein. Jessica von Bredow-Werndl belegte mit dem Hengst Unee den dritten Platz. Dorothee Schneider kam auf Sammy Davis Jr. auf Position fünf. „Ein Trio unter den ersten fünf Platzierten – das ist ein Spitzenergebnis“, betonte Theodorescu.

Von Bredow-Werndl landete zum dritten Mal auf dem dritten Rang – beim letzten Weltcup-Finale im Sattel des 17-jährigen Unee. „Es bedeutet mir unglaublich viel und macht mich unheimlich glücklich, dass wir zum Abschluss so eine Kür zeigen konnten“, erklärte sie. Die 32-Jährige musste die Ehrenrunde zu Fuß und ohne Pferd absolvieren. Grund für das ungewöhnliche Schauspiel war ein tierisches Verlangen. „Mein Hengst ist schwer verliebt in Weihegold“, meinte sie. „Da ist er echt heiß. Es gibt nur sie für ihn.“ Unee wurde daher sicherheitshalber in den Stall gebracht, denn: „Es ist zu früh für Babys.“ (dpa)

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