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Dienstag, 13.02.2018

Gablenzer lösen erste Aufträge für Kromlau aus

Das Rakotz-Ensemble soll in den kommenden Jahren saniert werden. Der Gemeinderat hat nun erste Planer damit beauftragt, statische Berechnungen anzustellen.

Von Christian Köhler

Das Rakotz-Ensemble soll in den kommenden Jahren saniert werden. Der Rat hat nun erste Planer damit beauftragt, als Grundlage für die künftigen Aktivitäten einige statische Berechnungen für die Sanierungsarbeiten anzustellen.
Das Rakotz-Ensemble soll in den kommenden Jahren saniert werden. Der Rat hat nun erste Planer damit beauftragt, als Grundlage für die künftigen Aktivitäten einige statische Berechnungen für die Sanierungsarbeiten anzustellen.

© Joachim Rehle

Gablenz. Der Gemeinderat in Gablenz hat am Montagabend während seiner Sitzung mehrere Aufträge für Beratungsleistungen von Planungsbüros in Höhe von 64 700 Euro einstimmig vergeben. Das allerdings war – trotz der Einstimmigkeit – keine leichte Geburt. Im Detail geht es einerseits um Honorarkosten für die Projektvorbereitung „Sanierung des Rakotz-Ensembles“ und andererseits um die Betreuungsleistung für das Förderprogramm „Stadtgrün“. Beides sind voneinander unabhängige Vorhaben, für die die Gemeinde 2017 Fördermittel bekommen hat: 2,7 Millionen Euro für die Sanierung des Rakotz-Ensembles, 560 000 Euro aus dem Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ – die Gemeinde muss sich dabei mit 280 000 Euro beteiligen.

Mit Blick auf die avisierte Sanierung des steinernen Ensembles im Kromlauer Park ist Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) nicht müde geworden, immer wieder zu betonen: „Bevor wir den ersten Stein versetzen, müssen wir eine Vielzahl von Beschlüssen fassen.“ Es gehe schließlich um die Grundlage für alle weiteren Schritte und die Vergabe an Planungsbüros, die die Gemeinde bei den komplizierten Rahmenbedingungen unterstützen sollen. Anders ausgedrückt: Noack glaubt nicht, dass aufgrund der gesetzlichen Vorgaben, die die Gemeinde einhalten muss, noch in diesem Jahr erste Arbeiten an dem Kromlauer Blickfang erfolgen können. Wohl aber sollen die Planer loslegen können.

Noch bevor aber die eigentliche Abstimmung begann, meldete sich SPD-Gemeinderat Uwe Horbaschk zu Wort: „Es geht hier um Steuergelder, und mir sind die Beschlussvorlagen zu intransparent.“ Er könne als Gemeinderat nicht nachvollziehen, was die zu beauftragenden Ingenieurbüros tatsächlich mit dem Geld machen. „Meine Bitte ist, dass uns die Büros doch einmal im Gemeinderat erläutern, was sie mit den Geldern genau machen. Ich kann das nicht von außen beurteilen“, mahnt er. Frank Hoffmann (Unabhängige Wählervereinigung für Gablenz/ Kromlau) will zudem wissen, welche Auswirkungen die Ausgaben auf den Haushalt der Gemeinde haben. „Woher kommen die Gelder?“, fragt er.

Dietmar Noack erklärt, dass die Gemeinde bei den Ausgaben, die die Sanierung des Rakotz-Ensembles betreffen, zunächst in Vorkasse gehen muss. „Die Leistungen wie auch die Honorarkosten für Planer sind aber durch den Fördermittelbescheid gedeckelt“, erläutert er. Auch das Abfischen des Rakotzsees und das Ablassen des Wassers zahlt der Fördermittelgeber. Wie wichtig aber ein Planungsbüro ist, das die anstehenden Herausforderungen auch meistert, begründet Dietmar Noack eindringlich: „Wir verschleudern kein Geld, sondern wir in der Gemeinde sind schlicht dazu nicht in Lage, alles allein zu machen. Schon aus Haftungsgründen, wenn etwas schief geht, ist es gut, Experten an unserer Seite zu haben.“ Dirk Thorausch (CDU) sprach in diesem Zusammenhang den Gemeindevertretern und dem Bürgermeister nochmals das Vertrauen aus, was der Gemeinderat bereits in einem Grundsatzbeschluss zum Sanierungsvorhaben einst auch per Beschluss tat. „Ich habe Vertrauen. Anders geht das auch nicht, ich kann auch nicht alles überprüfen“, so Thorausch. Ohnehin müsse, allein durch die Bausatzung der Gemeinde, alles vom Gemeinderat genehmigt werden. „Wir sind nun einmal der Auftraggeber der Maßnahme“, sagt Dietmar Noack.

Folgende Beschlüsse hat der Gemeinderat nun im Einzelnen gefasst: Für 5 900 Euro soll das Ingenieurbüro Huback aus Leipzig die Sanierung des Rakotz-Ensembles in einem ersten Schritt vorbereiten. Betreuen soll das Gesamtvorhaben der Sanierung, die sich über mehrere Jahre erstreckt, zunächst bis Mitte dieses Jahres die Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) in Leipzig. Allein dafür werden Kosten von gut 35 600 Euro fällig.

Dasselbe Büro kümmert sich auch um das Fördergebiet „Stadtgrün“. Dafür fallen Kosten von etwa 14 000 Euro an. Hier geht es jedoch nicht um die Rakotzbrücke, sondern um den Parkplatz, das Kavalierhaus und die Wege im Rhododendronpark, die zum Teil erneuert werden sollen. Am Parkplatz soll zudem ein Info-Punkt samt Sanitärgebäude entstehen. „Das wird schon eine Herausforderung“, sagt Noack. Immerhin müssen Stromkabel, Wasser- und Abwasserohre erst verlegt werden.