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Mittwoch, 11.10.2017

Frust an der Radpiste

Die Vollsperrung der Straße zwischen Tharandt und Freital nervt Autofahrer – und Radler sind noch immer nicht sicher.

Von Verena Schulenburg

Die Straße zwischen Freital und Tharandt ist noch bis zum Sonntag gesperrt. Der Ärger darüber ist groß.
Die Straße zwischen Freital und Tharandt ist noch bis zum Sonntag gesperrt. Der Ärger darüber ist groß.

© Karl-L. Oberthür

Tharandt/Freital. Noch bis zum Sonntag ist die Staatsstraße zwischen Freital und Tharandt dicht. Neben dem neuen Radweg, der parallel zur Trasse gebaut wird, muss auch die Straße am Ortseingang Tharandt auf einer Länge von 250 Metern neu asphaltiert werden. Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), das für die komplette Baumaßnahme zuständig ist, seien die Arbeiten nicht ohne Vollsperrung möglich.

Die Verzögerungen beim Radwegbau und alle dafür notwendigen Arbeiten ringsum zerren allerdings allmählich an den Nerven der Anwohner, Rad- und Autofahrer. Letztere müssen aufgrund der wiederholt notwendigen Vollsperrung eine großräumige Umleitung fahren, die offiziell über Kesselsdorf und Grumbach führt.

Der neue Radweg, der lange von Tharandtern und Freitalern ersehnt wurde, stellt derzeit viele auf die Geduldsprobe. „Die ganze Baustelle ist eine bodenlose Frechheit“, schimpft Manfred Henker. Der Freitaler fährt oft nach Tharandt und Klingenberg und verfolgt daher auf seinem Weg dorthin das Baugeschehen am Straßenrand. Den Bauverantwortlichen sei es „völlig gleichgültig, wie groß die Umleitung ist“, schimpft er. Ganz zu schweigen von den Kosten, meint Henker. Die anfänglich geplante Bausumme von einer Million Euro hat sich mittlerweile fast verdreifacht, auf 2,8 Millionen Euro. „Verschwendetes Steuergeld“, sagt Manfred Henker.

Auch auf Facebook wird das Geschehen um die Baustelle diskutiert. „Zehn Tage Vollsperrung für 250 Meter Straße, alter Verwalter. Da baut man in China in der gleichen Zeit eine Autobahn von West nach Ost. Unfassbar“, schreibt Nutzerin Sylke Schönberg auf einen SZ-Artikel zur aktuellen Straßensperrung. Auch Maik Schubert bringt seinen Unmut zum Ausdruck: „Es kotzt einen an“, kommentiert er die Situation. Manch anderen lassen Bauverzug und die steigenden Kosten bereits zweifeln: „Hätten es ein paar Markierungen auf der Straße nicht auch getan? Das ganze Projekt ist eine Farce und unnötig. Das Geld hätte man sinnvoller investieren können“, schreibt dazu Ron Hesse.

Die derzeitige Vollsperrung der sonst vielbefahrenen Staatsstraße sei noch das geringste Übel, meint Uwe Schröder. Ihn stören die Vorgehensweise der Bauverantwortlichen und deren irreführende Kommunikation. Der neue Radweg wurde zwar bereits im September vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr offiziell freigegeben. Sicher befahrbar ist die Piste aber noch immer nicht. Anschlüsse an Grundstücke fehlen, die Staatsstraße muss asphaltiert werden und selbst die Beschilderung der neuen Radpiste fehlt. „Der Radweg ist nicht fertig. Das Straßenbauamt mogelt sich hier nur aus der Verantwortung“, sagt Uwe Schröder. Sollte ein Radfahrer auf der neuen Trasse stürzen, der sich trotz umgebender Bauarbeiten auf die Piste traut, sei er womöglich noch selbst schuld. Das Ansinnen des Bauamtes, den neuen Radweg noch vor Ende aller Bauarbeiten für Radfahrer zugänglich zu machen, gehe nach hinten los.

Fertige Radpiste hin oder her: Mit Beginn der nächsten Woche soll die Vollsperrung der Staatsstraße aufgehoben werden. Bis Ende Oktober, wie Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert zuletzt versicherte, sollen alle Arbeiten an Radweg, Straße und angrenzenden Grundstücken abgeschlossen sein. Auch die Beschilderung werde noch geändert. Spätestens dann haben Rad- und Autofahrer zwischen Freital und Tharandt wieder freie Fahrt. Und diese Fahrt dürfte um einiges sicherer werden als jemals zuvor.