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Donnerstag, 04.01.2018

Freitals Raserkarte

SZ-Leser haben Stellen benannt, an denen besonders oft zu schnell gefahren wird – manche mehrfach.

Von Tobias Winzer

Raser-Schwerpunkte

Freital. Das Thema scheint die Freitaler zu beschäftigen. Mitte Dezember hatte die Sächsische Zeitung aufgerufen, die Stellen in Freital zu nennen, an denen besonders häufig zu schnell gefahren wird. Innerhalb von wenigen Tagen haben sich 55 Leser per E-Mail oder auf Facebook gemeldet und ihre Meinung abgegeben. Herausgekommen ist eine Karte, die die Problemstellen in Freital ziemlich deutlich zeigt. Die Sächsische Zeitung analysiert die Raserkarte.

Raser-Schwerpunkte

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Schwerpunkt 1: Tempo-30-Schild auf Poisentalstraße wird missachtet
Am häufigsten genannt wurde die Poisentalstraße. Vor allem an der dortigen Grundschule wird nach den Einschätzungen der SZ-Leser häufig zu schnell gefahren. Zeitlich eingeschränkt gilt hier Tempo 30. „Trotz der 30 zwischen 6 und 17 Uhr wird hier gerast“, schreibt zum Beispiel Ina Neumann. Doch auch weiter stadtauswärts scheint es viele Raser zu geben. Jürgen Rudolph schreibt: „Wir müssen die Raser von der Hausnummer 135 bis zur Haltestelle Bergmannsweg täglich mit teilweise riskanten Überholmanövern beobachten.“

Der Stadt scheint die Stelle als Raser-Schwerpunkt bekannt. Der mobile Blitzer kommt hier besonders häufig zum Einsatz. Außerdem gibt es einen fest installierten Starenkasten, den die Stadt 2010 vom Landkreis übernommen hat. Er ist allerdings seit fast zehn Jahren defekt.

Schwerpunkt 2: Tempo 50 reicht vielen auf der Weißiger Straße nicht
Zum Schnellfahren scheint auch die Weißiger Straße/Lutherstraße einzuladen. Sie führt bergab Richtung Umgehungsstraße. Vier Leser haben diese Stelle als Raserstelle genannt. Teilweise werde die Verkehrsinsel am Anfang der Weißiger Straße „kreativ umfahren“ – man fährt dort trotz blauem Schild mit weißem Pfeil in der Gegenrichtung geradeaus runter, nur um nicht bremsen zu müssen, schreibt Helge Tefs. „Früh und abends im Berufsverkehr ist es gefährlich, auf die Straße aufzufahren, oder die Straße zu Fuß zu überqueren, weil sich da kaum jemand an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h hält.“

Schwerpunkt 3: Abschüssige Freitaler und Oberstraße verleiten zum Rasen
Bereits im November hatte die Sächsische Zeitung über Raserei auf der Freitaler Straße in Pesterwitz sowie auf der Ober- und Unterstraße in Wurgwitz berichtet. Beide Straßen wurden auch diesmal wieder relativ häufig genannt – je drei Mal. Auch die Wurgwitzer Straße ist mit zwei Nennungen wieder vorn dabei, ebenfalls die Steigerstraße in Kleinnaundorf. Die abschüssigen Straßen scheinen hier die Autofahrer zum Schnellfahren zu verleiten. „Hält man sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit, wird vom nachfolgenden Verkehr kein Sicherheitsabstand eingehalten und mit Abbiegen auf die Oberhermsdorfer Straße wird man mit geschätzten 80 km/h überholt“, schreibt André Menzer zur Situation auf der Oberstraße. Zur Freitaler Straße schreibt Heidrun Schaufuß: „Seit längerem fällt uns auf, dass auf der Freitaler Straße im Stadtteil Pesterwitz die zulässige Geschwindigkeit von circa 30 Prozent der Fahrzeuge überschritten wird. Außerdem beachten viele Autofahrer die Vorfahrt bei gleichrangigen Straßen nicht.“

Schwerpunkt 4: Autofahrer sind vor Kitas zu schnell unterwegs
Häufig beobachtet wird zu schnelles Fahren vor Kitas und Schulen. Als Problemstellen werden die Lessingschule in Potschappel und die Kita Mühlenwichtel im Mühlenviertel genannt. Ein ernstes Problem scheint es auch auf der Rotkopf-Görg-Straße und der dortigen Kita zu geben. „Die 30 wird dort von circa 70 Prozent nicht eingehalten. Die angestrebten Gespräche zusammen mit dem Elternrat und der Leiterin der Kita mit der Stadt führten bislang nicht zum Erfolg, diese Straße zu kontrollieren. Eine Kontrolle wäre gerade zu den Bringe- und Abholzeiten sicherlich im Sinne der Kinder und Eltern“, schreibt Holger Helm. Nahe der Kreuzung mit der Burgker Straße hat Andreas Winkler folgende Beobachtungen gemacht: „Fakt ist, dass die höchsten geblitzten Geschwindigkeiten jenseits der 70 km/h lagen. Hinzu kommen die in den Morgen- und Abendstunden gegen die Einbahnstraße – von der Otto-Dix-Straße kommend – fahrenden Kraftfahrzeuge, die dann meist alles andere als 30 fahren.“

Schwerpunkt 5: Tempo 30 in Wohngebieten wird nicht eingehalten
Das Rasen in Wohngebieten scheint in ganz Freital ein Problem zu sein. Uwe Weigel schreibt zu dem Gebiet rund um den Weißeritzpark: „Das ganze Gebiet ist Tempo-30-Zone, war auch mal auf der Straße markiert, wird aber kaum eingehalten. Nötig sind die 30 km/h, da neben dem existierenden Fußgängerüberweg sehr viele Straßenüberquerungen von älteren Leuten und Familien mit Kindern erfolgen und der rechtsseitige Fußweg Richtung Weißeritzpark sehr schmal ist.“ Zur Albert-Schweitzer-Straße schreibt Nicole Steinführer: „Die Albert-Schweitzer-Straße ist eine 30-Zone. Leider halten sich meinem Gefühl nach wenige an die vorgeschriebenen 30 km/h. Gerade zwischen der Kreuzung August-Bebel-Straße bis Burgker Straße fällt es mir auf, da dort viele durchfahren, die die Ampel an der Dresdener Straße/Ecke Lutherstraße umfahren wollen.“ Ähnlich ist die Situation an der Leisnitz. „Man kommt kaum an seinen Briefkasten, ohne überfahren zu werden. Ich wurde selber schon von einem Auto am Arm gestreift. Hier sind überall 30, nur interessiert es so ziemlich niemanden“, schreibt Ira Fischer.

Die Google-Karte mit allen Kommentaren der SZ-Leser ist zu finden unter www.sz-link.de/Raserkarte

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