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Freitag, 18.05.2018

Freie Wahl der Grundschule

Die Schulbezirke sind abgeschafft. Das hat Konsequenzen – für die Schulen.

Von Birgit Ulbricht

Eine neue Fluchttreppe gibt es an der ersten Grundschule.
Eine neue Fluchttreppe gibt es an der ersten Grundschule.

© SZ-Archiv

Großenhain. Die Stadt Großenhain lässt seine Eltern ab 2019/20 frei entscheiden, in welche Grundschule sie ihre Kinder schicken wollen. Die drei bisher geltenden Schulbezirke für die Schulen in der Schubertallee, am Bobersberg und Am Schacht sind aufgehoben. Nicht betroffen von der Neuregelung ist der Schulbezirk Altgemeinde Zabeltitz, weil es unwahrscheinlich ist, dass Zabeltitzer Eltern ihr Kind nach Großenhain schicken. Die Stadt hatte die Busprobleme für die Folberner und Naundorfer Kinder, die ab 2011 zum Bobersberg mussten, nicht in den Griff bekommen. Außerdem reichten im dortigen Hort die Plätze nicht mehr. Die Änderung hatte auch – wie damals vom Schulleiter der 1. Grundschule Schubertallee befürchtet – dazu geführt, dass an der Schubertallee weniger Schüler gemeldet wurden. Da soll wieder ein ausgewogeneres Verhältnis in der Schülerzahl entstehen. Auch die Grundschule Am Schacht soll laut Stadtverwaltung von der freien Schulwahl profitieren. Denn die prognostizierten Kinderzahlen im bisherigen Einzugsgebiet schwanken die kommenden Jahre sehr. Die freie Schul-Wahl der Eltern könnte das ausgleichen, hofft man im Rathaus. Nachdenkliche Töne schlug Stadtrat Axel Hackenberg an. Er ist selbst Schulleiter, und zwar der Oberschule Am Schacht, und kann sich gut vorstellen, dass Eltern trotzdem nicht alle Schulen gleich stark auslasten. Er mahnte, die Stadt müsse vor allem die 1. Grundschule Schubertallee dringend sanieren, um gleiche Bedingungen für alle zu schaffen. Das sieht die Stadt laut Bauamtsleiter Tilo Hönicke genauso – ein Konzept dafür gibt es bereits. Darüber hinaus müssen sich die Schulen aber auch sicher noch mehr Gedanken über ihr Profil und ihr Image machen. Ob das zu einer Konkurrenzsituation führe, die diese Schulen bislang nicht kennen, müsse man abwarten, so Hackenberg.