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Donnerstag, 04.01.2018 Gut zu wissen

Feuerwehr bekommt mobile Staustelle

Die Technik ermöglicht ein flexibleres Arbeiten. Sie kann nicht nur bei Bränden zum Einsatz kommen. Das überzeugt.

Von Heike Heisig

So sieht die mobile Staustelle aus, die die Feuerwehr Naunhof/Beiersdorf jetzt in ihren Technikpark aufgenommen hat. Die Plastikkonstruktion ist fünf Meter breit, richtet sich selbst auf und kann zum Anstauen von Gewässern, aber auch zum Um- und Ableiten verwendet werden. In den nächsten Monaten sollen auch die Kameraden anderer Wehren damit umzugehen lernen – die Leisniger beispielsweise am 11.Juni. Das steht schon im Dienstplan.
So sieht die mobile Staustelle aus, die die Feuerwehr Naunhof/Beiersdorf jetzt in ihren Technikpark aufgenommen hat. Die Plastikkonstruktion ist fünf Meter breit, richtet sich selbst auf und kann zum Anstauen von Gewässern, aber auch zum Um- und Ableiten verwendet werden. In den nächsten Monaten sollen auch die Kameraden anderer Wehren damit umzugehen lernen – die Leisniger beispielsweise am 11.  Juni. Das steht schon im Dienstplan.

© Dietmar Thomas

Leisnig. Dieses Weihnachtsgeschenk werden die Feuerwehrleute der Abteilung Naunhof/Beiersdorf so schnell nicht vergessen: Seit ein paar Tagen gehört eine mobile Staustufe zu ihrer technischen Ausrüstung. Das Tolle daran ist, dass die Kommune diese zwar anschafft, ein Viertel der Kosten allerdings der Feuerwehr-Förderverein übernimmt. Die Mitglieder um Vereinschef Jürgen Unger stellten 1 000 Euro zur Verfügung. Das Geld wiederum haben alle Einwohner mit erwirtschaftet, die beispielsweise an den Veranstaltungen des Vereins teilnehmen. Denn hauptsächlich durch Feste wie das im Herbst rund um den Kürbis können Einnahmen erzielt werden. „Und wir haben das in unserer Satzung ja festgelegt, dass es unsere Hauptausgabe ist, die aktive Feuerwehr zu unterstützen“, sagte Unger zur Übergabe der Technik.

Dass diese für die Ortswehr geeignet und hilfreich sein könnte, das haben die Feuerwehrleute bei einer Lehrvorführung mit Jens Kunze, der verschiedene Hochwasser-Schutzvorrichtungen und Löschmittel vertreibt, festgestellt. „Dabei sind wir auf die Idee gekommen, die Anschaffung einer mobilen Staustufe in Form eines finanziellen Zuschusses zu unterstützen“, so Frank Andrä, der die Ortswehr leitet, aber zugleich auch im Förderverein aktiv ist.

Uwe Dietrich, der bei der Stadtverwaltung Leisnig für das Feuerwehrwesen zuständig ist, dankte dem Verein für die Um- und Weitsicht. Wie er sagte, habe die Kommune schon 2016 darüber nachgedacht, zwei solcher mobilen Saugstellen anzuschaffen. „Beide sollen bei kleineren Ortswehren stationiert sein, und zwar dort, wo es auch Bäche gibt“, erklärte Dietrich.

Mit der Übergabe an die Ortsfeuerwehr Naunhof/Beiersdorf steht der erste Standort inzwischen fest. „Die zweite Staustelle sollen die Kameraden von Brösen-Gorschmitz bekommen“, kündigte Stadtwehrleiter Bernd Starke an, der bei der Übergabe dabei war. Für beide Standorte sagte Jens Kunze Hilfe und Anleitung beim Ausprobieren der neuen Technik zu. Das Training sieht Uwe Dietrich als schöne Aufgabe und Herausforderung für die Kameraden, bei denen die Staustellen jetzt zur Ausrüstung gehören. Werden diese zum Beispiel andernorts benötigt, dann sind die Naunhof/Beiersdorfer sowie die Brösen-Gorschmitzer Kameraden in Zukunft gefordert. Sie müssen mit der Ausrüstung zum Einsatz- oder Unglücksort fahren und die Staustellen mit Unterstützung der Kräfte vor Ort aufbauen und bedienen.

Weshalb sich Kommune und künftige Nutzer gerade für das System Lenoir entschieden haben, dafür zählten Uwe Dietrich und die Feuerwehrleute gute Gründe auf. Zum einen kann der Bach genau dort angestaut werden, wo das Wasser auch benötigt wird. Bei fest installierten Saugstellen wie das an der Mulde zum Beispiel in Röda oder Fischendorf nahe der Fußgängerbrücke der Fall ist, muss genau dort die Wasserentnahme erfolgen – ganz gleich, ob das Haus 20 oder 250 Meter entfernt brennt, veranschaulichte der Mann vom Ordnungsamt.

Als zweiten großen Vorteil dieser mobilen Technik bezeichnete der Vertriebsmitarbeiter den Einsatz auch in anderen Fällen als Bränden. Bei Hochwasser könne Wasser aus den vollen Bächen schnell und problemlos um- und abgeleitet werden. Auch das können die Feuerwehrleute bei Ausbildungen trainieren.

Die Staustufe aufzubauen, scheint auf den ersten Blick gar nicht so schwer. Alles Benötigte findet in zwei Säcken Platz, die aussehen, als wären darin Schlafsäcke oder Zelte verstaut. In einem Sack befinden sich Elemente zum Beschweren, in dem anderen größeren die Staustelle an sich. In diesem Fall ist es ein fünf Meter breiter Teppich aus Plastik, in dem das Wasser gesammelt oder abgeleitet wird. Die Breite genügt nach Einschätzung von Uwe Dietrich für die Bäche im ländlichen Raum. Für die Mulde wäre sie nicht ausreichend. Außerdem ist das Gewässer zu schnell unterwegs für diese Art Technik.

Nach Angaben von Jens Kunze handelt es sich bei dieser mobilen Staustelle um ein Produkt aus der Schweiz. „In Sachsen sind inzwischen etwa 30 bis 40 im Einsatz“, so der Anbieter.

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