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Donnerstag, 07.12.2017

Feuer in der Gartenkolonie

Im „Waldfrieden“ in Röderau brennt ein Vereinsgebäude. Weihnachten kann sie jetzt vergessen, so die Spartenchefin.

Von Eric Weser

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Das Nebengebäude des Vereinsheims am Donnerstag, gut zwölf Stunden nach dem Brand vom Vorabend: Rußspuren und Löschschaum-Reste deuten darauf hin, dass die die Feuerwehr im Einsatz war.
Das Nebengebäude des Vereinsheims am Donnerstag, gut zwölf Stunden nach dem Brand vom Vorabend: Rußspuren und Löschschaum-Reste deuten darauf hin, dass die die Feuerwehr im Einsatz war.

© Eric Weser

Blick vom Gehweg in den Schuppen: Hier ist so gut wie nichts mehr zu retten gewesen.
Blick vom Gehweg in den Schuppen: Hier ist so gut wie nichts mehr zu retten gewesen.

© Eric Weser

Am Mittwochabend waren Feuerwehrleute aus Röderau und Zeithain beim Löscheinsatz am Gartenweg vor Ort.
Am Mittwochabend waren Feuerwehrleute aus Röderau und Zeithain beim Löscheinsatz am Gartenweg vor Ort.

© Eric Weser

Zeithain. Am Tag danach ist Petra Lindner noch immer „von den Socken“, sagt sie. „Weihnachten können wir vergessen“, so die 62-jährige Zeithainerin. Die Chefin des Röderauer Kleingartenvereins „Waldfrieden“ wirkt noch immer mitgenommen von den Ereignissen vom Mittwochabend. Da hatte sie von einem Bekannten erfahren, dass es in ihrer Kleingartenanlage am Gartenweg ein Feuer gibt.

Kurz nach 21 Uhr am Mittwochabend hatte der Bekannte auch die Feuerwehr alarmiert, weil es im Schuppen neben dem Vereinsgebäude am Gartenweg brannte. Die Ortswehren aus Röderau und Zeithain rückten zum Löschen an. Massiver Qualm, verursacht durch die Dachkonstruktion aus Holz und Dachpappe und eingelagertes Holz habe den Feuerwehrleuten die Arbeit schwer gemacht, so Feuerwehrsprecher Raiko Riedel am Donnerstag.

Wehr verhindert Brandausweitung


Den Kameraden war es nur unter Atemschutz möglich, im Gebäude zu löschen. Im Laufe des fünfstündigen Einsatzes sei die Ortswehr Bobersen nachgefordert worden, so Raiko Riedel. Ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gartenlauben konnte die Feuerwehr verhindern. Im hinteren Teil des vom Brand betroffenen Schuppens zerstörten die Flammen indes alles: Gartenstühle, eine Motorsense, einen Häcksler, verschiedene Möbel, das Dach.

Verrußte Metall und geschmolzene Plastikteile säumten am Donnerstagvormittag den schmalen Gehweg vor dem Gebäude. Anwohner Frieder Döcke war derjenige, der am Mittwochabend die Feuerwehr und dann auch Vereinschefin Petra Lindner alarmiert hatte. Für den Rentner ist die Ursache des Feuers klar: „Das war Brandstiftung.“ Doch das ist nur eine Vermutung. Die Brandursache ist bisher ungeklärt. Offen ist ebenso, wie groß der Sachschaden durch das Feuer letztlich ist.

Kleingarten-Vereinschefin Petra Lindner erwartet nun eine schwierige Zeit. Mit ihren Gartenvorstandskollegen und dem Kleingartenverband wolle sie jetzt zunächst beraten, was zu tun sei. Mit der Versicherung müsse gesprochen werden. Und auch mit dem Rad- und Wanderverein „Waldfrieden“. Der ist schon seit vielen Jahren Pächter des Schuppens und auch des daneben gelegenen aber vom Brand nicht betroffenen Vereinsheims. „Wir sind froh, dass der Verein das pachtet und nutzt“, sagt Petra Lindner, die die Gartensparte „Walfrieden“ seit Frühjahr dieses Jahres leitet.

Den Vorstandsposten habe sie von ihrem Mann übernommen, der selbst jahrelang Vereinschef gewesen war. Weil sich ansonsten keiner für das Amt gefunden habe. Wie viele andere Kleingartensparten habe auch der fast 90 Parzellen große „Waldfrieden“ mit Überalterung und Nachwuchsmangel zu kämpfen. Um Vorstandsposten reiße sich keiner, so Petra Lindner.

Das Brandunglück vom Mittwoch, bei dem auch jahrzehntealte Unterlagen aus dem Vereinsarchiv wohl unwiederbringlich in den Flammen aufgegangen sind, setzt anscheinend einen traurigen Schlusspunkt unter ein Jahr, das für den Gartenverein eh schon schwierig war. Im Oktober habe es in gleich mehreren Lauben Einbrüche gegeben, so die Vereinschefin.