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Donnerstag, 07.12.2017

Fernfahrer liest im neuen Museum

Karl-Heinz Teichert hat ein Buch über seine Reisen verfasst. Auch für die Mitarbeiter wird es eine gelungene Abwechslung.

Von Tina Soltysiak

Waldheims Ex-Bürgermeister Karl-Heinz Teichert hat ein neues Buch verfasst. Es trägt den Titel „Rund ist die Welt“. Darin berichtet er von seinen Reisen. Er habe noch nicht die ganze Welt gesehen, gibt Teichert zu. „Die Antarktis fehlt noch. Dort ist es uns aber zu kalt“, sagt er. Für nächstes Jahr steht Japan auf dem Plan.
Waldheims Ex-Bürgermeister Karl-Heinz Teichert hat ein neues Buch verfasst. Es trägt den Titel „Rund ist die Welt“. Darin berichtet er von seinen Reisen. Er habe noch nicht die ganze Welt gesehen, gibt Teichert zu. „Die Antarktis fehlt noch. Dort ist es uns aber zu kalt“, sagt er. Für nächstes Jahr steht Japan auf dem Plan.

© André Braun

Waldheim. Lasterfahrer auf der linken Spur, die den Verkehr auf der Autobahn aufhalten, haben Karl-Heinz Teichert schon immer etwas genervt. Doch er hat den Perspektivwechsel gewagt. „Ich durfte einen Fahrer der Waldheimer Speditionsgesellschaft auf seiner Tour nach Italien begleiten und habe so das Fernfahrerleben kennengelernt“, erzählt der Walheimer. Seine Erfahrungen, die er im Laufe jener Woche sammelte, hat er aufgeschrieben. Sie füllen einige der 326 Seiten seines neuen Buches „Rund ist die Welt“. Daraus wird er am Mittwoch, 13. Dezember, öffentlich lesen. Und zwar ab 15 Uhr im Glasanbau des neuen Stadt- und Museumshauses am Niedermarkt 8. Er sei stolz darauf, dass er der Erste ist, der die Räume zu einer Lesung füllen darf. „Im Anschluss an diese Veranstaltung besteht die Möglichkeit zu einem geführten Rundgang durch die Ausstellungen“, erzählt der 78-Jährige.

Karl-Heinz Teichert kassiert zwei Euro Eintritt für die Lesung. Wer am Rundgang teilnehmen möchte, muss zudem den regulären Museumseintritt in Höhe von vier, beziehungsweise ermäßigt zwei Euro zahlen. „Die Einnahmen aus der Lesung sollen aber auch wieder dem Museum zugutekommen“, sagt er. Denn mit seinen Büchern und Lesungen reich werden, sei nicht sein Ziel, sagt er mit einem Augenzwinkern. Er ist sehr geschichtsinteressiert, hat so manches Waldheimer Heimatblatt verfasst. „Rund ist die Welt“ ist sein fünftes Buch, wie er sagt. Seit 2001 ist Karl-Heinz Teichert Rentner. Seine neu gewonnene Freizeit hat der Ex-Bürgermeister, die Geschicke der Zschopaustadt leitete er ab 1990, ins Reisen investiert. Mal mit, mal ohne seine Frau Gisela. Ohne sie heuerte er auf einem Frachtschiff an. „Normalerweise dürfen keine normalen Passagiere auf einem Frachter mitfahren. Ich habe mich aber zwei Jahre lang darum bemüht“, erzählt er. Schließlich schipperte er mit einem Schweizer von Basel bis Antwerpen.

Sein Buch hat er in verschiedene Kapitel unterteilt, in denen er von einzelnen Reisen berichtet. Dazu sind Fotos gestellt. „Und Informationen. Zum Beispiels Tipps, was man auf die Reise mitnehmen sollte.“ Auf die Frage, wo es am schönsten war, weiß er sofort eine Antwort: „Tahiti und Moorea in der Südsee.“ Erschienen ist dieses Werk Ende September im Eigenverlag. „125 Stück habe ich in der Druckerei der Justizvollzugsanstalt herstellen lassen, 25 sind noch übrig“, sagt Karl-Heinz Teichert. Auch das Korrektorat sowie den Satz des Buches habe ein Häftling übernommen, erklärt der Hobby-Autor.

Seit rund zwei Wochen ist das Museum zugänglich. Es ist von dienstags bis sonntags geöffnet und mit Mitarbeitern der Waldheimer Stadtverwaltung besetzt. „Wir werden sehen, wie es an den Wochentagen künftig von den Besuchern angenommen wird“, sagt Waldheims Bürgermeister Steffen Ernst (FDP). Die Beschäftigten würden dort aber nicht nur Zeit absitzen und auf Gäste warten. „Sie erledigen genauso ihre Verwaltungstätigkeiten, wie sie es am alten Standort des Kulturzentrums an der Gartenstraße getan haben“, erläutert Ernst.

Museumsleiterin Katja Treppschuh weist in diesem Zusammenhang auf die geänderten Kontaktdaten der Ansprechpartner hin: „Die E-Mail-Adresse info@wkz-waldheim.de wird nicht mehr abgerufen. Wir sind jetzt unter museum@stadt-waldheim.de beziehungsweise stadtinfo@stadt-waldheim.de erreichbar.“ Der Internetauftritt fürs Haus und die Kolbe-Sammlung werde derzeit überarbeitet, ergänzt sie.

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