• Einstellungen
Freitag, 18.05.2018 Kommentar

Fernbehandlung sollte Ausnahme bleiben

Catharina Karlshaus über die Arztbehandlung auf der eigenen Couch

SZ-Redakteurin Catharina Karlshaus
SZ-Redakteurin Catharina Karlshaus

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Zugegeben: Manchmal hat man es sich doch schon gewünscht! Wenn der Rücken beispielsweise so schmerzte, dass sich der aufrechte Gang zum Chiropraktiker wie ein qualvoller Hindernislauf anfühlte. Oder die Fieberkurve nebst Schüttelfrost das erkältete Körperchen zum wohlgemeinten Bleiben im warmen Bett überreden wollte. Ein schneller Anruf beim Arzt seines Vertrauens statt Ausharren im Wartezimmer – ja, das wäre was.

Allerdings: Bei näherer Betrachtung dann wohl doch nicht. Mit geschärftem Blick und unter gesunden Vorzeichen möchte ich mir den Gang zum Arzt nicht ersparen. Ein persönliches Gespräch, eine fachkundige Untersuchung und die Möglichkeit, eine notwendige Behandlung miteinander abzuwägen, will ich auf keinen Fall missen. Gleiches gilt für meine Kinder. Auch sie möchte ich im Krankheitsfall lieber einem Mediziner vorstellen, als demjenigen mit laienhaften Worten meine persönliche Einschätzung ihres vermeintlichen Gesundheitszustandes zu schildern.

Mag sein, dass sich unsere Welt immer mehr verändert. Wissenschaft und Technik voranschreiten und heute Methoden der Diagnostik und Heilung zum Tagesgeschäft in Praxen oder Kliniken gehören, von denen die Experten vor Jahren nur zu träumen wagten. Mein Albtraum als Patient wäre indes der ausschließliche Blick aus der Ferne, eine Behandlung per Bildschirm. In Ausnahmefällen mag diese Form vielleicht sogar Leben retten. Die Normalität sollte sie nicht werden.

E-Mail an Catharina Karlshaus