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Samstag, 13.01.2018

Feiern bei den Kalkwerkern

Das Kalkwerkareal in Borna wird seit Jahren saniert. Nun ist die Kantine fertig. Sie kann sogar gemietet werden.

Von Katharina Klemm

Auch in der Kalkwerkskantine ist die Geschichte zum Greifen nah. In einer Vitrine werden Dokumente und Objekte aus der Geschichte des Bornaer Kalkwerks präsentiert.
Auch in der Kalkwerkskantine ist die Geschichte zum Greifen nah. In einer Vitrine werden Dokumente und Objekte aus der Geschichte des Bornaer Kalkwerks präsentiert.

© Norbert Millauer

Bahretal. Und wieder ist ein Teil des alten Kalkwerkareals in Borna, einem Ortsteil der Gemeinde Bahretal, fertig. Nachdem die Mitglieder der AG Kalkwerk etwa zwei Jahre lang immer wieder werkelten und verbesserten, konnten sie den Aus- und Umbau der Kalkwerkskantine im letzten Jahr beenden. Oder fast, denn zu tun gibt es immer etwas. „Wir haben das alles Schritt für Schritt gemacht“, sagt AG-Vorsitzender Thomas Fischer. „Es geht eben nicht alles auf einmal.“

Die große Kantine nutzt der Verein für eigene Veranstaltungen. Aber auch Außenstehende können sie für private Feiern mieten. Der einstöckige Bau ist eigentlich eine ehemalige Militärbaracke, erklärt Fischer. Die habe ursprünglich in Dresden gestanden und sei dann 1951 in Borna für das Kalkwerk wieder aufgebaut worden. Seitdem steht das Gebäude dort oberhalb des über 200 Jahre alten und letzten erhaltenen Kalkofens, den die AG-Mitglieder mit viel Mühe und Hingabe sanieren. Als Kantine genutzt wird das Gebäude allerdings noch nicht so lange. Früher diente es der Belegschaft des Kalkwerks als Unterkunft, weiß Thomas Fischer.

Noch bis zu Beginn des vergangenen Jahres war ein großes Rolltor in eine der Außenwände der Kantine eingelassen. Im Winter kam ein kalter Luftzug aus dem hinteren Bereich der Baracke. Nicht gerade optimal für eine Feier. Das alles hat sich nun geändert. Die Kantine ist gemütlich, die alte Holzdecke gestrichen. Das Rolltor wurde durch eine Glastür ersetzt, durch die man in einen kleinen Gartenbereich treten kann. Dort kann man an wärmeren Tagen auch draußen feiern, erzählt Thomas Fischer. An Biertischen und -bänken. Eine ordentliche Wand mit Tür trennt den großen Raum vom hinteren Bereich, wo neue Toilettenräume entstanden sind. Und auch die Küche habe man erweitert, sagt Thomas Fischer. Wer sich für seine Feier nicht selber um einen Cateringservice kümmern will, dem können die Kalkwerker auch dabei helfen.

Platz bietet der Raum etwa 70 Personen. Die ländliche Location scheint gut anzukommen. Etwa 15 Mal sei sie schon belegt gewesen. Sechzigste Geburtstage wurden hier begangen, aber auch Weihnachtsfeiern. Doch da hört es nicht auf. Denn wer im Kalkwerk feiert, kann es auch erleben. Dafür bietet die AG Führungen durch das Areal an, und auch die 2017 neu eröffnete Ausstellung zur Geschichte des Kalkwerks Borna von 1962 bis 2000 kann besucht werden. Um immer mehr Menschen für das Kalkwerkareal zu interessieren, möchte die AG das Angebot nach und nach weiter ausbauen. Thomas Fischer möchte beispielsweise zukünftig auch Vorträge in der Kantine anbieten – für Busausflügler, aber auch für Schulexkursionen. Die Leinwand ist bereits angeschafft, der Beamer kommt noch.

Auch sonst hat die Arbeitsgemeinschaft viel vor im noch jungen Jahr. Die Schienen für die Feldbahn sollen fertig verlegt werden. Der Kalkofenrundweg wird um die Station „Blick in die Sächsische Schweiz“ erweitert. Zwar engagieren sich derzeit etwa 30 Personen und ihre Ehepartner in der AG. Doch neue Mitstreiter, die sich für den Kalkabbau oder die Feldbahnen interessieren, sind immer willkommen.

Kontakt und Reservierungsanfragen über www.kalkwerk-areal.de

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