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Samstag, 30.12.2017

Fast ein Traumstart für Freitag

Den Sieg verpasst, eine gute Ausgangsposition mitgenommen: Richard Freitag hat das erste Tournee-Springen als Zweiter beendet. Stärker als der Weltcup-Gesamtführende ist nur Olympiasieger Stoch. Auch Eisenbichler und Wellinger bleiben aussichtsreich in Position.

Richard Freitag jubelt ausgelassen über seinen zweiten Platz beim Auftakt der Vierschanzentournee.
Richard Freitag jubelt ausgelassen über seinen zweiten Platz beim Auftakt der Vierschanzentournee.

© dpa/Angelika Warmuth

Oberstdorf. Im Regen von Oberstdorf strahlte Richard Freitag über beide Wangen und bejubelte seinen zweiten Platz wie einen Sieg. Der Weltcup-Gesamtführende war einfach nur erleichtert über den geglückten Auftakt bei der Vierschanzentournee, auch wenn es gegen den überragenden Polen Kamil Stoch in Oberstdorf nicht zum Sieg reichte. „Die Sprünge waren auf einem guten Level, aber nicht so, dass ich sage, dieses Feeling möchte ich oben haben“, sagte Freitag am Samstag nach Sprüngen auf 128,5 und 127 Meter.

Mit nur 4,2 Punkten Rückstand auf den polnischen Olympiasieger liegt Freitag hervorragend in Position, um schon bei der nächsten Station in Garmisch-Partenkirchen die Gesamtführung anzugreifen. „Es war ein toller Wettkampf. Es ist gigantisch“, meinte Freitag überwältigt.

„Ritsch hat es sehr gut gemacht. Es waren keine perfekten Sprünge, aber er ist in einer super Position und kann zufrieden sein“, sagte Bundestrainer Werner Schuster nach einem schwierigen Wettkampf vor 25 500 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Schattenberg, die einmal mehr einem Hexenkessel glich. Markus Eisenbichler als Neunter (128,5 und 117,5 Meter) und Andreas Wellinger (115 und 123 Meter) auf Rang zehn komplettierten ein gutes Teamresultat der DSV-Adler.

„Im Grunde haben wir es gut gemacht. Es wird beim nächsten Springen nicht leichter werden“, sagte Trainer Schuster. Nicht die bislang so starken Deutschen, sondern die Polen überragten zum Auftakt im Allgäu, das bei schwierigen Windverhältnissen und heftigem Regen über die Bühne gehen musste. Hinter Sieger Stoch wurde sein Landsmann Dawid Kubacki Dritter, Stefan Hula landete auf Rang fünf. „Stoch ist in einer sehr guten Verfassung“, lobte Schuster. Der Sieger selbst sagte: „Ich bin komplett zufrieden mit der Arbeit, die ich heute gemacht habe.“

Wechselnde Winde hatten den Athleten vor allem im ersten Durchgang das Springen erschwert. Die Luft drehte immer wieder, der Österreicher Stefan Kraft profitierte als einer der Ersten vom Aufwind und übernahm die Führung nach dem ersten Sprung. Am Ende blieb ihm Rang vier hinter den beiden Polen und Freitag. Den schwierigen Verhältnissen schon im ersten von vier Tournee-Springen zum Opfer fielen die Mitfavoriten Daniel Andre Tande und Peter Prevc: Der Norweger Tande wurde 20., der frühere Tournee-Sieger aus Slowenien scheiterte gar im ersten Durchgang.

Die Zuschauer verharrten über Stunden im Dauerregen und jubelten Freitag als Mann im Gelben Trikot auch bei der Siegerehrung frenetisch zu. Der 26-jährige Sachse reckte zufrieden den Pokal in die Höhe und freute sich über seine gute Ausgangsposition. „Wenn das Feeling stimmt, macht es noch mehr Spaß. Genau das werde ich jetzt in Garmisch versuchen“, kündigte Freitag in der ARD an.

Auch Eisenbichler und Wellinger sehen noch Steigerungsbedarf. „Ich bin Neunter geworden, aber es kann auch ganz anders ausgehen“, sagte der Bayer Eisenbichler, der bei beiden Sprüngen in der Übergangsphase patzte. Auch der Weltcup-Zweite Wellinger will sich weiter verbessern. „Der zweite Sprung war definitiv eine Steigerung, ich komme immer noch nicht ganz rein ins Fliegen. Es wird Stück für Stück besser“, sagte Mixed-Weltmeister Wellinger, der zweimal mit schweren Verhältnissen zu kämpfen hatte. Auch Karl Geiger (17.), Stephan Leyhe (24.) und Constantin Schmid (28.) holten Weltcup-Punkte für das DSV-Team. (dpa)

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