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Donnerstag, 11.01.2018 Kommentar

Es kann nicht überall gleich gut sein

Georg Moeritz
Georg Moeritz

© Robert Michael

Für die Kinder soll es ein Haus mit Garten sein, ruhig gelegen und gerne mit Wald und See in der Nähe. Busse bringen die Eltern zur Arbeit und die Kinder zur Schule. Sind die Kleinen größer geworden, wollen sie doch lieber in die Kreisstadt ziehen, oder gleich nach Dresden, oder vielleicht doch nach Berlin. Die Eltern überlegen unterdessen, ob sie im Alter lieber Oper und Fußballstadion in der Nähe haben möchten, oder ob ihnen Heimkino und Yoga-Gruppe genügen.

Weil die Interessen so unterschiedlich sind, ist eine genaue Planung für Städte- und Wohnungsbau unmöglich. Axel Viehweger als Verbandschef der sächsischen Wohnungsgenossenschaften verlangt zwar zu Recht von der Landesregierung, dass sie auch mittelgroßen Städten gute Verkehrsverbindungen und Krankenhäuser ermöglicht. Aber nicht überall wird sich das Schrumpfen aufhalten lassen.

Gerade erst hat die Landesregierung versprochen, den Breitband-Ausbau zu bezahlen. Das ist aufwendig, der Bagger kann nicht überall gleichzeitig Kabelschächte aufreißen. Schon werden die nächsten Forderungen hinterhergeschoben. Alle sind berechtigt: Niemand ist gegen altengerechte Wohnungen und regelmäßigen Busverkehr. Jeder möchte Betriebe, die mit Löhnen und Steuern alle Wünsche erfüllbar machen. Doch kein Politiker sollte alles zugleich versprechen. Die Ansprüche steigen, Kritiker werden immer härter und oft ungerecht. Manchmal ist es nötig zu sagen, dass sich nicht überall gleiche Bedingungen schaffen lassen.

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