• Einstellungen
Freitag, 29.12.2017

Es gibt etwas zu feiern

Die Tourismusregionen im Landkreis steuern auf neue Besucherrekorde zu. 2018 versprechen zwei Jubiläen viele Gäste.

Von Franz Werfel

Bild 1 von 3

Die Weesensteiner Schlossweihnacht wird immer beliebter. Im kommenden Jahr feiert das Schloss seine erste urkundliche Erwähnung vor 700 Jahren.
Die Weesensteiner Schlossweihnacht wird immer beliebter. Im kommenden Jahr feiert das Schloss seine erste urkundliche Erwähnung vor 700 Jahren.

© Marko Förster

Winterromantik bei Altenberg: Die Bergstadt zieht Jahr für Jahr die meisten Besucher im Osterzgebirge an. Durchschnittlich vier Nächte bleiben sie dort.
Winterromantik bei Altenberg: Die Bergstadt zieht Jahr für Jahr die meisten Besucher im Osterzgebirge an. Durchschnittlich vier Nächte bleiben sie dort.

© dpa

Sächsische Schweiz. Die Sächsische Schweiz behauptet sich als Urlaubsziel. „Das spricht für die Qualität in der Region“, sagte Tino Richter. Der Geschäftsführer des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz stellte am Donnerstag zusammen mit dem Verbandsvorsitzenden Klaus Brähmig die Gäste-Bilanz für dieses Jahr vor. Die Erfolgsmeldung ist für den Verband doppelt wertvoll, denn Mittelgebirgsregionen bekommen zunehmend Konkurrenz. „Städtereisen sind stark im Kommen, auch die Ostsee wird immer mehr gebucht“, erläuterte Richter.

Fürs Elbsandsteingebirge könnte dieses Jahr das erfolgreichste seit 1990 werden. Von Januar bis Oktober kamen rund 425 000 Gäste. Das ist ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Sachsen verbuchten nur die Stadt Leipzig und das Vogtland höhere Zuwächse. Die Gäste übernachteten durchschnittlich 3,4-mal und generierten dabei fast 1,5  Millionen Übernachtungen. Diese wichtige Marke könnte bis zum Jahreswechsel noch erreicht werden. Die Zahlen des Statistischen Landesamtes liegen bisher aber nur bis Oktober vor.

„Das war ein sehr gutes Jahr für unsere Region“, bilanzierte der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig. „Wir sind mit viel Kultur, schöner Architektur und der wundervollen Landschaft gut aufgestellt. Das motiviert auch die Leistungsträger in der Tourismus-Branche.“

Die SZ zeigt in einem Überblick die Tourismus-Bilanz für dieses Jahr – und auf welche Höhepunkte sich Einheimische und Besucher im kommenden freuen können.

Gebucht: Bad Schandau gewinnt – auch dank eines besonderen Hotels
Bad Schandau – seit vielen Jahren die Top-Destination in der Sächsischen Schweiz – konnte in diesem Jahr erneut deutlich zulegen. Fast 98 000 Gäste bescheren der Stadt einen Zuwachs von 14 Prozent. „Bad Schandau hat auch wegen der wiedereröffneten Elbresidenz, des einzigen Fünf-Sterne-Hauses in der Region, zugelegt“, sagte Klaus Brähmig. Die stärksten Zuwächse erreicht Pirna mit 29 Prozent und nun 50 300 Gästen, gefolgt von Königstein (+ 18 %).

Prozentual am meisten Gäste hat in diesem Jahr Hohnstein verloren. In der Stadt sind die Besucherzahlen um elf Prozent eingebrochen, auf nun knapp 25 000 Übernachtungsgäste. Neustadt verliert fast acht Prozent seiner Gäste, während die Nachbarstadt Sebnitz – trotz des guten Ergebnisses im Vorjahr zum Deutschen Wandertag – sogar zulegen kann, auf nun 50 600 Gäste.

Gemeldet: Die Gästekarte etabliert sich und sorgt für Mehreinnahmen
Seit Februar gibt es die Gästekarte in der Sächsischen Schweiz. Das ist eine Vorteilskarte für Urlauber, die Kurtaxe zahlen. In diesem Jahr haben sich neun Orte daran beteiligt, unter anderem Königstein, Stadt Wehlen und Sebnitz. 2018 und 2019 wollen sich weitere Orte anschließen. Aktuell gibt es rund 40 Partner in der Region, bei denen Inhaber der Gästekarte Rabatte bekommen. Die Gemeinden müssen für diese Zusatzleistung nichts zahlen und können ihre Kurtaxe weiterhin selbst festlegen.

Mit der Karte erhofft sich der Tourismusverband einen weiteren Effekt: dass Vermieter ihre Übernachtungsgäste auch wirklich anmelden. Schließlich bemessen sich die Mitgliedsbeiträge, die die Dörfer und Städte an den Tourismusverband überweisen, auch an den Gästezahlen. „Erfahrungen aus anderen Regionen in Deutschland zeigen, dass mit der Gästekarte acht bis zehn Prozent mehr Übernachtungen gemeldet werden“, sagte Tino Richter. Die genaue Auswertung für dieses Jahr hat er frühestens im Februar. „Wegen der Rabatte akzeptieren die Gäste die Kurtaxe eher“, so Richter. Das sei positiv.

Geplant: 800 Jahre Burg Stolpen, 700 Jahre Schloss Weesenstein
Zwei Jubiläen stehen im kommenden Jahr an: 800 Jahre Burg Stolpen, 700 Jahre Schloss Weesenstein. Mehr als 100 Veranstaltungen hat die Stadt Stolpen geplant. „Höhepunkt unserer Festwoche wird der Umzug am 10. Juni“, sagte Stolpens Bürgermeister Uwe Steglich (FDP). Dabei werden rund 40 Bilder die Stadtgeschichte illustrieren. Zu Open-Air-Konzerten werden die „Queen“-Coverband Merqury und „Genesis“-Sänger Ray Wilson erwartet.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde 1318 eine mittelalterliche Wehranlage namens „Weysinberg“. Das heutige Schloss Weesenstein will sein Festjahr mit Vorträgen begehen – und einer Sonderausstellung, die die Bedeutung des Schlosses im Zweiten Weltkrieg zeigt. Nicht nur Menschen fanden hinter den Mauern Zuflucht, sondern auch bedeutende Kunstschätze aus den Staatlichen Sammlungen Dresden.

Gesucht: Der Fachkräftebedarf steigt – auch im Osterzgebirge
Der Tourismusverband Erzgebirge zieht ebenfalls eine positive Bilanz. Dem Statistischen Landesamt zufolge haben von Januar bis Oktober rund 120 000 Gäste das Osterzgebirge besucht. Sie generierten dabei fast 414 000 Übernachtungen, was einem Anstieg um 3,2 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum entspricht. Mit gut 81 000 Ankünften und fast 328 000 Übernachtungen ist Altenberg Spitzenreiter in der Region. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres besuchten fast 20 000 Gäste Dippoldiswalde. Sie blieben im Schnitt 2,4 Nächte in der Stadt. Rund 15 000 Übernachtungen von gut 7 000 Gästen hatte Freital im Jahr 2016. Eine Auswertung für dieses Jahr gibt es noch nicht.

Auf Nachfrage teilt der Verband mit, dass Unternehmer im zunehmenden Fachkräftebedarf eine große Herausforderung sehen. Darüber hinaus würde er es begrüßen, wenn noch mehr Orte im Osterzgebirge eine Gästekarte einführten. Damit, sagte Sprecherin Doreen Burgold, könne man direkt in die touristische Entwicklung eines Ortes investieren. Denn die Einnahmen aus der Abgabe dürfen nur für den Tourismus eingesetzt werden.