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Samstag, 04.11.2017

Es darf auch ein Smiley sein

Im Austausch mit dem Chef gelten andere Regeln als privat. Aber welche sind das?

Von Elena Zelle

Im Chat mit Freunden mögen die kleinen Symbole okay sein. Bei Vorgesetzten sollte man aber genau überlegen. Foto: dpa/Karolin Krämer
Im Chat mit Freunden mögen die kleinen Symbole okay sein. Bei Vorgesetzten sollte man aber genau überlegen. Foto: dpa/Karolin Krämer

© dpa-tmn

Reden, wie der Schnabel gewachsen ist: Nach diesem Prinzip gehen die meisten auch im Chat oder in privaten E-Mails vor. Mit der Rechtschreibung nimmt man es nicht so genau, stattdessen gibt es ja Smileys. Anrede und Verabschiedung sind dann auch eher unwichtig. Das kann auf der Arbeit aber schnell unpassend wirken – vor allem dann, wenn am anderen Ende der Leitung der Chef sitzt. Welche Regeln gelten aber?

Rechtschreibung

Wer Kollegen per Mail oder im Chat keinen Buchstabenhaufen schickt, zeige Respekt, sagt Coach und Etikette-Expertin Elisabeth Bonneau. „Die Rechtschreibung dient auch der Verständlichkeit.“ Bonneau empfiehlt deshalb, auf Groß- und Kleinschreibung sowie Zeichensetzung zu achten.

Anrede unter Kollegen

In der ersten Mail sollte man nicht auf die Anrede verzichten. Zwei Ausnahmen: Man schickt während eines Telefonats eine Zusatzinformation oder die Mails gehen in kurzer Zeit hin und her. Innerhalb eines Unternehmens sind Anreden wie „Lieber“ oder „Hallo“ meist in Ordnung.

Anrede gegenüber dem Vorgesetzten

Gerade in konservativen Unternehmen und Branchen gelten bei großen Statusunterschieden Extraregeln. Ein Trainee in einer Bank sollte den Abteilungsleiter mit „Sehr geehrter“ anschreiben, rät Bonneau. Ähnlich ist es bei Titeln: Hat jemand einen Doktor oder Professor, sollte man denjenigen auch damit anschreiben, rät Bonneau.

Emojis

Wenn der Chef selbst ein „Schönen Abend“ mit einem Glas Rotwein versehen schickt, darf man auch einen Emoji verwenden. Ansonsten lässt man die Finger davon. In offiziellen Dokumenten haben Emojis nichts zu suchen, so Beraterin Anne Forster. Ansonsten dürfe es aber mal ein Smiley sein.

Schnelligkeit

„24 Stunden, um eine Antwort zu geben, sind die Obergrenze“, sagt Forster. Das gelte für Mails, nicht für Chats. Diese ersetzen häufig den persönlichen Kontakt und erfordern im Prinzip sofort eine Antwort. Ähnlich sieht es Bonneau: Antworten sollte man „so schnell wie möglich“. Manchmal sei es jedoch weniger eilig: etwa wenn jemand schreibt, dass er etwas bis morgen um 14 Uhr braucht. Antworten an den Chef gehen in der Regel vor.

Privates

Dem Arbeitgeber steht es frei, Privates während der Arbeitszeit zu untersagen, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht. In der Praxis werde aber vieles geduldet, so die Expertin.

Kontrolle

Ohne Einverständnis des Mitarbeiters darf der Chef nicht auf Mails oder Chatverläufe zugreifen. Vorsicht sollte man immer walten lassen, sagt die Anwältin: „Die virtuelle Welt hat nicht denselben Schutz der Vertraulichkeit wie das Wohnzimmer.“ (dpa)

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