• Einstellungen
Donnerstag, 28.12.2017

Erste Sternsinger auf dem Weg

Bis zum 14. Januar sind Kinder im Bautzener Land unterwegs, um Spenden zu sammeln. Der Erlös kommt Gleichaltrigen in Indien zugute.

Von Carmen Schumann

Marieke (vorn) und weitere Sternsinger der katholischen Pfarrei St. Petri Bautzen starteten am Mittwoch am Petridom, um Haushalten in Bautzen den Segen zu spenden.
Marieke (vorn) und weitere Sternsinger der katholischen Pfarrei St. Petri Bautzen starteten am Mittwoch am Petridom, um Haushalten in Bautzen den Segen zu spenden.

© Carmen Schumann

Bautzen. Die kleine Marieke ist schon zum vierten Mal als Sternsinger unterwegs. Stolz hält sie die Sammelbüchse fest. Wie ihre Freunde von der katholischen Kirchgemeinde St. Petri Bautzen trägt sie eine Krone auf dem Kopf sowie einen Umhang über den Schultern. Einige aus der Gruppe führen einen goldenen Stern mit sich. Die Mädchen und Jungen sind die ersten, die sich auf den Weg machen, um im Rahmen der Sternsingeraktion 2018 Spenden einzusammeln.

Bereits für den Mittwoch nach den Feiertagen haben sich die ersten Familien gemeldet, die von den Sternsingern besucht werden wollen. Sieben Gruppen starten vom Pfarramt hinter dem Petridom aus, um jeweils fünf bis sechs Besuche zu machen. Als Dank für die Spenden verkünden die Kinder singend und mit kurzen Versen die frohe Botschaft von der Geburt Jesu. Außerdem schreiben sie mit Kreide die Jahreszahl 2018 und die Buchstaben C+M+B für „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus“ an die Tür. Aus der katholischen Kirchgemeinde St. Petri Bautzen sind noch bis zum 7. Januar insgesamt rund 50 Kinder als Sternsinger im Einsatz. Am Donnerstag besuchen die einzelnen Gruppen alle Altenpflegeheime und Einrichtungen für behinderte Menschen. Am 5. Januar werden Geschäfte, das Rathaus, das Landratsamt und weitere Institutionen in der Stadt Bautzen besucht. Am 6. und am 7. Januar sind dann nochmals Familien an der Reihe. Bereits am letzten Sonnabend im November hatten sich die 50 Bautzener Sternsinger im Pfarrhaus getroffen, um sich auf ihren Einsatz zum Jahreswechsel vorzubereiten. Sie lernten die Lieder und Texte, die sie den Spendern vortragen wollen. Außerdem sahen sie sich den Film an, in dem berichtet wird, welchen Kindern im Jahr 2018 mit den eingesammelten Spenden geholfen werden soll. Die Sternsingeraktion steht unter dem Motto „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“

Auch im Oberland aktiv

Die Bautzener Kinder erfuhren, dass weltweit rund 152 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen können, sondern stattdessen arbeiten müssen – oftmals sogar unter gefährlichen und gesundheitsschädlichen Bedingungen, zum Beispiel in Steinbrüchen und auf Plantagen. Sie müssen arbeiten, weil ihre Eltern arm sind. Die Kinder tragen somit zum Lebensunterhalt der Familie bei. Gefordert werden deshalb Gesetze gegen die Kinderarbeit.

Dazu braucht es aber einen langen Atem, denn kulturelle Gegebenheiten und Traditionen wie beispielsweise das Kastensystem in Indien und anderen Ländern Südasiens verhindern an vielen Stellen ein Umdenken zugunsten der Kinder. Auch im Oberland sind wieder die Sternsinger unterwegs. Die katholische Pfarrei Mariä Himmelfahrt Schirgiswalde entsendet an die 150 Kinder. Allerdings sind dort die Sternsinger erst ab dem Tag der Heiligen Drei Könige, dem 6. Januar unterwegs. An diesem Tag besuchen die Sternsinger die Haushalte in Sohland und Wehrsdorf. Am 7. Januar sind die Jungen und Mädchen in Schirgiswalde-Kirschau und seinen Ortsteilen, sowie in Großpostwitz, Cunewalde und Obergurig unterwegs. In Wilthen und Neukirch findet die Sternsingeraktion sogar erst am 14. Januar statt.

Mehr zum Thema der Sternsingeraktion 2018 unter www.sternsinger.de

Desktopversion des Artikels