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Donnerstag, 28.12.2017

Erste Bewährungsprobe

Das neue Verteilerwehr hat sich im Februar bei Hochwasser zum ersten Mal geöffnet. Nur war gerade eine Baustelle in der Flutmulde.

Von Jens Hoyer

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Der zweite Bauabschnitt der Flutmulde in Döbeln ist bis auf Restarbeiten fertiggestellt. Im Februar war da eine Baustelle.
Der zweite Bauabschnitt der Flutmulde in Döbeln ist bis auf Restarbeiten fertiggestellt. Im Februar war da eine Baustelle.

© Dietmar Thomas

Im Februar war da eine Baustelle. Als bei der Schneeschmelze das Verteilerwehr am Schlossberg zum ersten Mal geöffnet wurde, zwängten sich die Wassermassen an der Arbeitsebene mit dem schweren Bohrgerät vorbei. Die Arbeiten wurden deswegen nicht eingestellt.
Im Februar war da eine Baustelle. Als bei der Schneeschmelze das Verteilerwehr am Schlossberg zum ersten Mal geöffnet wurde, zwängten sich die Wassermassen an der Arbeitsebene mit dem schweren Bohrgerät vorbei. Die Arbeiten wurden deswegen nicht eingestellt.

© Jens Hoyer

Döbeln. Am 20. Februar 2017 gab es das große Finale für den Hochwasserschutz in Döbeln. Nach Tauwetter war die Mulde hinter dem nagelneuen Verteilerwehr am Schlossberg so hoch angestiegen, dass der südliche Muldenarm zum ersten Mal geflutet wurde. Zehn Minuten bevor die erste der beiden riesigen Klappen sich ein Stückchen absenkte, gab es akustische und optische Warnsignale. Dann ergoss sich ein Strom in die Flutmulde.

So weit, so gut. Allerdings befand sich im bis dahin trockenen Flussbett eine Baustelle. Zwischen Niederbrücke und Bahnhofstraße war die halbe Flutmulde durch ein aufgeschüttete Arbeitsplateau blockiert. Gurgelnd strömte das Wasser um die Rampe, riss kleinere Teile am Fuß mit sich. Die Firma Hundhausen aus dem Erzgebirge, die im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung mit dem Bohren einer Hochwasserwand beschäftigt war, wurde vor dem Öffnen des Wehres gewarnt und konnte die Baustelle beräumen. Darüber hinaus gingen die Bohrarbeiten auf der vom Hochwasser umstrudelten Ebene ohne Verzug weiter.

Am Ende hatte sich das Klappenwehr gerade einmal halb geöffnet und damit seine Bewährungsprobe bestanden. Der nördliche Muldenarm war deutlich entlastet worden und auch an der Sörmitzer Straße, die immer mit als erste unter Wasser steht, ging es diesmal sehr entspannt zu.

Der Bau des neuen Verteilerwehrs und der Ausbau der Flutmulde sind ein wesentlicher Punkt bei der Verbesserung des Hochwasserschutzs in Döbeln. Dort, wo die Firma Hundhausen im Februar bohrte, sind die Arbeiten mittlerweile zum großen Teil abgeschlossen. Derzeit arbeitet die Firma mit gleich zwei Maschinen auf dem nächsten und bisher größten Abschnitt zwischen Niederbrücke und Straße des Friedens. Zu beiden Seiten der Flutmulde entstehen Hochwasserschutzwände. Voraussichtlich bis Mitte 2019 werden die Arbeiten in diesem Abschnitt dauern, sagt Projektleiter John-Philipp Müller von der Landestalsperrenverwaltung.

Allerdings wird es wohl nicht bei dieser einen Baustelle bleiben. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres soll nach Müllers Aussage auch mit dem Bau der Brücke Straße des Friedens begonnen werden. Der Neubau wird notwendig, weil die Flutmulde an dieser Stelle deutlich verbreitert wird. Auswirkungen hat das auch auf den Bau der Flutschutzmauern. „Wir müssen in Vorleistung gehen und werden mit den Arbeiten hin- und herspringen“, sage Müller. Mit dem Bau der Brücke wird über längere Zeit eine wichtige Verkehrsverbindung gekappt. Auch für die Fußgänger heißt es dann Umwege nehmen. Sie sollen den Steg bei Kaufland nutzen.

Auch am untersten und letzten Abschnitt der Flutmulde wird voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2018 gebaut. Dort waren in den vergangenen Wochen eine Menge Bäume am Flussufer gefällt worden. Am Zusammenfluss der beiden Muldenarme soll das Ufer ein ganzes Stück in Richtung Steigerhausplatz verschoben werden. An dieser Stelle ist keine normale Hochwasserwand vorgesehen. Das Ufer wird abgetreppt. Damit wird der Fluss für die Döbelner erreichbar sein.

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