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Freitag, 11.08.2017

Erfolgreiche Schnaps-Idee

Erst seit zwei Wochen steht die „Radeberger Reserve“ in den Regalen der Liqueurfabrik. Nun muss der Chef noch mal ran!

Von Jens Fritzsche

In diesem originalen Whisky-Fass wird Thomas Tiebel nun die zweite Auflage der „Radeberger Reserve“ ansetzen. Ein Jahr lang wird der Radeberger Bitter reifen und eine spannende Holz- und Whisky-Note annehmen.
In diesem originalen Whisky-Fass wird Thomas Tiebel nun die zweite Auflage der „Radeberger Reserve“ ansetzen. Ein Jahr lang wird der Radeberger Bitter reifen und eine spannende Holz- und Whisky-Note annehmen.

© Thorsten Eckert

Radeberg. Die Fans haben sich sozusagen aus der Reserve locken lassen. Das Wortspiel bietet sich jedenfalls an – denn Thomas Tiebel hatte seine jüngste „Schnapsidee“ „Radeberger Reserve“ getauft. Der Chef der Radeberger Liqueurfabrik ließ sich zum Jubiläum des beliebten Radeberger Bitters – vor 140 Jahren ging der Kräuterbitter erstmals über den Verkaufstresen – nämlich eine besondere Variante des Bitters einfallen.

Thomas Tiebel füllte seinen Radeberger Bitterlikör in ein extra aus Schottland geliefertes, originales 250-Liter-Whisky-Fass und ließ das Ganze ein Jahr lang darin reifen. Ein Radeberger Bitter mit einer feinen Holz- und Whisky-Note ist es geworden, und auch der Alkohol-Gehalt ist mit 40,5 Prozent ein bisschen höher als die 35 Prozent des „normalen“ Radeberger Bitters. „Radeberger Reserve“ hat der Liqueurfabrik-Chef das Ergebnis genannt und hat die auf 400 Flaschen limitierte „Erst-Auflage“ vor gut zwei Wochen in die Regale der Liqueurfabrik an der Hauptstraße gestellt.

„Und die Idee kam so super an, dass ich jetzt das Fass ein zweites Mal füllen werde“, freut sich Thomas Tiebel. Allerdings wird die zweite Auflage wiederum ein Jahr lang reifen – im Schauraum der Liqueurfabrik, neben der historischen Brennblase und dem Ofen. „Noch gibt es einige der ersten Flaschen, aber wer die Reserve zum Beispiel als Weihnachtsgeschenk plant, sollte nicht erst bis Weihnachten warten“, ist der Liqueurfabrik-Chef hörbar begeistert von der Resonanz. Schon zur Premiere vor zwei Wochen hatte Thomas Tiebel ja versprochen, bei entsprechender Nachfrage das Fass noch einmal zu befüllen. „Dass ich das schon nach gut 14 Tagen machen werde, damit hätte ich in meinen optimistischsten Träumen aber nicht gerechnet – dafür bin ich den Kunden wirklich sehr, sehr dankbar“, sagt er.

Dass Thomas Tiebel dabei auf eine solch ungewöhnliche Whisky-Idee kommt, liegt übrigens eigentlich nahe. Zum einen, weil der Liqueurfabrik-Chef ja bekennender Whisky-Fan ist, „zum anderen bieten wir hier ja auch regelmäßig Whisky-Seminare an, ich weiß also, dass es hier viele Whisky-Freunde gibt“, verrät Thomas Tiebel. Dass der Freundeskreis in Sachen der Whisky aber so groß ist, hätte er dann doch nicht geahnt. „Wobei hier ja sowohl die Begeisterung für den Whisky-Geschmack und unseren Radeberger Bitter zusammenkommen“, klingt er hörbar zufrieden. Zufrieden auch, weil er ja schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einer besonderen Idee für das diesjährige Kräuterbitter-Jubiläum gewesen war. „Die Reserve ist also sozusagen das Geburtstagsgeschenk, das wir uns und natürlich vor allem unseren Kunden gemacht haben“, unterstreicht der Liqueurfabrik-Chef, der im Übrigen noch heute den Kräutersud tatsächlich nach dem geheimen Rezept von Bitter-Erfinder Wilhelm Richter in der Brennblase hinter der großen Glasscheibe ansetzt. Nur der Zuckergehalt des Bitters ist im Laufe der Jahre geringer geworden; „der Geschmack der Verbraucher in Sachen Süße hat sich gerade nach der Wende spürbar verändert“, weiß Thomas Tiebel.

Auch beim Thema Wein, sagt er, greifen die Kunden heute eher zu trockenen Sorten. „Während zu DDR-Zeiten ja vor allem die lieblichen Weinsorten ganz besonders gefragt waren.“

Seit 2000 ist er der gebürtige Radeberger nun schon sozusagen der Herr über das geheime Bitter-Rezept. Und wartet bekanntlich auch immer wieder mit neuen Ideen auf. Nicht nur mit wortwörtlichen Schnaps-Ideen. Denn für den Winter zum Beispiel erfand Thomas Tiebel vor einigen Jahren ja den Radeberger Glühzauber – roten und weißen Glühwein aus Äpfeln der Region. Und für laue Sommerabende hat er das „Radeberger Gurkennächtle“ und den „Radeberger Sommer-Pfirsich“ in den Regalen seiner Liqueurfabrik an der Hauptstraße stehen. Und auch seine echte Schnaps-Idee, die traditionsreichen „Richters Bittere Magentropfen“ wiederzubeleben, kam bestens an. Und nun ließen sich die Liqueurfabrik-Fans eben wie erwähnt auch von Thomas Tiebels Jubiläums-Idee „Radeberger Reserve“ aus der sprichwörtlichen Reserve locken …