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Mittwoch, 21.06.2017

Elternrat fordert Tempo 30 am Herder-Gymnasium

Für die Gymnasiasten soll der Schulweg in Pirna sicherer werden. Ob das Ansinnen Erfolg haben wird, ist derzeit noch fraglich.

Von Thomas Möckel

Unübersichtlich und gefährlich: Schüler und Autos teilen sich vor dem Herder-Gymnasium in Copitz einen engen Raum, auf der Rennerstraße rauscht derweil der Verkehr vorbei. Auf Elternwunsch soll nun dort das Tempo gedrosselt werden.
Unübersichtlich und gefährlich: Schüler und Autos teilen sich vor dem Herder-Gymnasium in Copitz einen engen Raum, auf der Rennerstraße rauscht derweil der Verkehr vorbei. Auf Elternwunsch soll nun dort das Tempo gedrosselt werden.

© Norbert Millauer

Pirna. Es ist noch nicht lange her, da krachte es an dieser Stelle gleich zweimal kurz hintereinander. Zunächst gab es einen Auffahrunfall, weil das vordere Auto wegen eines Fußgängers auf dem Zebrastreifen an der Rudolf-Renner-Straße in Copitz gebremst hatte. Wenige Tage später fuhr ein Auto einen Radfahrer an, der gerade den Überweg überquerte. Die Fälle gingen glimpflich aus, Verletzte gab es keine – und doch offenbaren diese Fälle ein Dilemma: Die Verkehrssituation an dem Zebrastreifen und an der Einfahrt zum Herder-Gymnasium ist zeitweise brandgefährlich.

Zu Stoßzeiten herrscht auf der Rennerstraße dicker Verkehr, langsam gefahren wird auch nicht gerade. Anwohner berichten, dass auch mal dreistellige Zahlen auf der Geschwindigkeitsanzeige nahe der Schuleinfahrt auftauchen, wenn Autos vorbeirauschen. Hinzu kommt: Rund 800, oft noch etwas schlaftrunkene Schüler strömen allmorgendlich zur Bildungsstätte. Sie kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus, werden von Eltern mit dem Auto gebracht – eine höchst unübersichtliche Gemengelage auf engem Raum.

Elternrat und Schulleitung fordern schon seit geraumer Zeit von der Stadt, den Schulweg sicherer zu machen. Einige Wünsche wurden erfüllt, doch noch ist längst nicht alles im grünen Bereich. Der neueste Vorstoß der Sicherheits-Initiative: Sie fordert auf der Rennerstraße in Höhe der Einfahrt zum Gymnasium eine Tempo-30-Zone. „Diese Regelung kann durchaus zeitlich begrenzt werden, beispielsweise von 7 bis 18 Uhr. Hauptsache, zum Schulbeginn und zum Unterrichtsende wird langsam gefahren“, sagt Matthias Fey vom Elternrat.

Die Eltern und auch Schulleiterin Marion Paßmann versprechen sich von der gedrosselten Geschwindigkeit, dass der Bereich vor der Schule zu Stoßzeiten beruhigt wird – immerhin befinden sich dort auf recht kleiner Fläche eine stark befahrene Straße, zwei Radwege, zwei Bushaltestellen, ein Zebrastreifen – und früh und nachmittags jede Menge Schüler.

Das Ansinnen, das Höchsttempo in diesem Bereich auf 30 zu senken, schien laut Fey bislang wenig aussichtsreich. Zum einen, so hieß es, sei die Rennerstraße mit Bundesmitteln ausgebaut worden, damit dort 50 gefahren werden kann. Zudem liegt das Gymnasium nicht direkt an der Trasse, sondern in zweiter Reihe.

Doch eine Gesetzesänderung könnte bald die Wende herbeiführen. Die reformierte Straßenverkehrsordnung ermächtigt nun die Kommunen, selbst zu prüfen, ob sie möglicherweise vor Schulen, Kindereinrichtungen und Pflegeheimen Tempo-30-Zonen einrichten. Im Hinblick darauf untersucht Pirna derzeit sämtliche dafür potenziell infrage kommenden Einrichtungen. Eine Information dazu soll laut des Rathauses nach der Sommerpause dem Stadtrat vorgelegt werden.

Ungeachtet dessen hat die Stadt auch auf Druck von Elternrat und Bildungsstätte schon einiges getan, um den Schulweg sicherer zu machen. Pirna ließ den Zebrastreifen anlegen und hell ausleuchten, ein Werbeschild versetzen, damit der Überweg besser erkannt wird, eine Geschwindigkeitsanzeige installieren. Zudem gilt in der Stichstraße zum Gymnasium seit geraumer Zeit Parkverbot, damit sich der Verkehr früh dort nicht mehr so staut.

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