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Donnerstag, 04.01.2018

Elbkai bekommt nun doch ein Geländer

Derzeit herrscht Winterruhe auf der Großbaustelle am Elbufer in Bad Schandau. Geplant ist aber noch ein Service für die Pächter des Anlegers.

Von Gunnar Klehm

Der Elbkai hat eine neue Stahlbetonwand bekommen, die mit Sandstein verblendet wurde.
Der Elbkai hat eine neue Stahlbetonwand bekommen, die mit Sandstein verblendet wurde.

© Dirk Zschiedrich

Bad Schandau. Auf der Baustelle am Elbkai in Bad Schandau herrscht derzeit Winterruhe. Die Arbeiten liegen aber im Plan. „Es war sozusagen eine Punktlandung“, sagt Bürgermeister Thomas Kunack (WV Tourismus). Die Baustraße, die hinter einer Spundwand im Wasser angelegt wurde, ist zurückgebaut. Als Nächstes würden die Spundwände wieder aus dem Flussbett gezogen. Zu den noch fehlenden Restarbeiten gehört ein Geländer an der Mauerkante. Darauf wollte die Stadt eigentlich verzichten. „Das ist aus Sicherheitsgründen aber erforderlich“, erklärt Kunack.

Zudem beschloss der Stadtrat, einen Elektroanschluss für die neu zu errichtende Anlegestelle zu bauen. So kann der Ausstieg zukünftig beleuchtet werden. Außerdem können Schiffe die Stromversorgung nutzen, was den Unternehmen in Rechnung gestellt wird. Die Tiefbauleistungen erfolgen teilweise in einem gemeinsamen Graben mit einer Enso-Mittelspannungsleitung. Die wird im Frühjahr von dem Energieversorger von der Dresdner Straße zur Elbpromenade verlegt, heißt es aus dem Rathaus. Auf dem letzten Stück bis zum Anschluss wird die Leitung mittels Spülbohrung verlegt, um Schachtarbeiten zu vermeiden. Parallel wurde auch geprüft, ob zusätzlich ein Wasseranschluss verlegt werden müsste. „Im Ergebnis wurde aber festgestellt, dass die Abnahmemenge zu gering wäre“, erklärt Kunack.

Der komplette Elektroanschluss inklusive Planung kostet die Stadt knapp 18 000 Euro. Das nicht geplante Geld ist vorhanden, weil Bad Schandaus Anteil an der Einkommenssteuer höher ausgefallen ist. Den Auftrag für die Herstellung des Anschlusses erhielt die Firma Wärme- und Energieanlagenbau aus Sebnitz.

Millionen Euro bewilligt



Ein großer Teil der Kaimauer war im Juni 2010 in einer Nacht in die Elbe gerutscht. Eine Sanierung konnte sich die Stadt nicht leisten. Die Bruchstelle wurde notdürftig gesichert. Das Elbehochwasser 2013 verstärkte die Schäden noch einmal. Die Baukosten für die Reparatur wurden auf mehr als zwei Millionen Euro geschätzt. Selbst bei einer 90-prozentigen Förderung hätte die Stadt die nötigen Eigenmittel nicht aufbringen können.

Mit den Förderrichtlinien des Hochwasserfonds 2013 eröffnete sich jedoch eine einmalige Möglichkeit. Bund und Freistaat wollten die Beseitigung der Hochwasserschäden komplett bezahlen. Nach intensiven Verhandlungen gelang es, die Baumaßnahme Elbkai in diesen Wiederaufbauplan zu bekommen. Im Januar 2014 erhielt die Stadt den Bescheid über 2,67 Millionen Euro Fördermittel. Die Planungen waren umfangreich. Im Frühjahr 2016 war schließlich Baubeginn. Spätestens Ende des Jahres muss die Sanierung fertig und abgerechnet sein.