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Freitag, 17.03.2017

Eislöwen mit schmalem Kader

Für das erste Auswärtsspiel in den Play-offs fehlt auch Rupprich. Eine frühe Anreise soll helfen.

Von Sven Geisler

Ob es etwas gebracht hat, werde das Ergebnis zeigen, meint Bill Stewart. Die Dresdner Eislöwen lassen vor dem zweiten Spiel im Viertelfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 zumindest nichts unversucht, sind schon am Donnerstag die gut 500 Kilometer nach Kaufbeuren gefahren. Dort dürfen sie am Freitag ab 9.15 Uhr schon mal für eine halbe Stunde aufs Eis. „Das sollte in einer professionellen Liga so sein“, sagt der Trainer, allerdings kann der Verein das für die 26 Spiele der Vorrunde nicht stemmen. Doch nun ist Play-off-Zeit und sowieso alles anders.

Nicht nur im positiven Sinne. Ausgerechnet jetzt wird der Kader immer schmaler, ist an eine vierte Reihe nicht zu denken. Martin Davidek und Lucas Dumont fehlen schon länger verletzt, Steven Rupp-rich ist krank und fällt für die Partie am Freitagabend höchstwahrscheinlich aus. Zudem stehen die Kölner Förderlizenzspieler Mick Köhler, der mit den Haien die Endrunde in der Nachwuchsliga bestreitet, und Hannibal Weitzmann nicht zur Verfügung. Es gebe aber eine Option, den Torwart als möglichen Ersatz noch zu holen.

An der Nummer eins gibt es sowieso keinen Zweifel. Kevin Nastiuk war wohl der einzige Profi, der den Trainer auch beim 1:4 am Dienstag überzeugen konnte. „Er ist seit Januar unser bester Spieler, um ihn müssen wir uns keine Sorgen machen“, sagt Stewart. Juuso Rajala wird in den Kader zurückkehren, Ville Hämäläinen oder Teemu Rinkinen muss als fünfter Kontingentspieler zuschauen.

„Wir haben gerade einen schmalen Kader“, sagt Arturs Kruminsch, „aber das muss nicht negativ sein, wenn einer für den anderen kämpft.“ Die Videoanalyse stand zwar erst nach der Ankunft im Hotel an, aber die Eislöwen hatten schon vorher ihre Ideen ausgetauscht, erzählt der Stürmer. „Natürlich ist es schwierig, gegen einen starken Keeper wie Stefan Vajs Tore zu erzielen. Deshalb müssen wir auch mal ein ekliges Ding reindrücken, einen Abpraller verwerten“, erklärt er – und nimmt sich dafür den Gegner zum Vorbild: „Die hatten bei zwei Treffern einen Mega-Dusel mit Bande und Nachschuss.“

Die frühe Anreise sei auf jeden Fall ein Vorteil, meint Kruminsch. „In so einer Serie hilft jede Pause.“ Stewart sieht das im Prinzip genauso, er sagt aber lakonisch: „Kaufbeuren ist nicht eher nach Dresden gekommen und war trotzdem besser.“

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