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Dienstag, 17.04.2018

Eishockey als Aushängeschild der Sportstadt Weißwasser

Von Christian Köhler

Die Fans sind eine Macht. Und sie hatten auch Anteil daran, dass die Füchse den Klassenerhalt in der DEL 2 geschafft haben. In der kürzlich abgelaufenen Saison lag der Zuschauerdurchschnitt in Weißwasser bei 2228. Durchschnittlich werden nach Clubangaben pro Saison 700 Dauerkarten verkauft. Auch zu Auswärtsspielen begleiten viele treue Zuschauer die Mannschaft. Foto: Joachim Rehle
Die Fans sind eine Macht. Und sie hatten auch Anteil daran, dass die Füchse den Klassenerhalt in der DEL 2 geschafft haben. In der kürzlich abgelaufenen Saison lag der Zuschauerdurchschnitt in Weißwasser bei 2 228. Durchschnittlich werden nach Clubangaben pro Saison 700 Dauerkarten verkauft. Auch zu Auswärtsspielen begleiten viele treue Zuschauer die Mannschaft. Foto: Joachim Rehle

Die Geschichte des Eishockey-Sports in Weißwasser ist eng mit der Glasindustrie verwoben. Die Jungs von der Osram-Straße – die heutige Straße der Einheit – um Martin Schulz, Helmut Bertko, Fritz Dutschke und Siegfried Rohrbach haben 1932 am winterlichen Braunsteich mit Schirmmütze, Spazierstöcken und angeschraubten Schlittschuhen die Grundlagen für eine lange Tradition gelegt. Vom TSV Weißwasser (1936) über Ost-Glas Weißwasser (1951), BSG Chemie Weißwasser (1952) und Dynamo Weißwasser (1953) zum PEV Weißwasser (1990) und schließlich den Lausitzer Füchsen (2002) ist die Eishockey-Geschichte der Stadt gespickt mit allerlei Titeln: Schlesischer Meister und 25-facher DDR-Meister.

Besonders stolz sind die Weißwasseraner in Sachen Eishockey auch darauf, dass in den ganzen Jahren stets Eishockey-Cracks aus Weißwasser und der näheren Umgebung in der ersten Mannschaft spielten und bis heute spielen. Das ist im deutschen Eishockey längst nicht mehr so, verpflichtet doch der Großteil der Clubs in den ersten beiden deutschen Eishockeyligen in der Mehrzahl Spieler aus dem In- und Ausland, die mit der Heimatstadt kaum etwas zu tun haben.

Ziel ist Leistungszentrum

Zu verdanken ist dies der Nachwuchsarbeit, die in Weißwasser schon immer einen hohen Stellenwert hat. Der Eissport Weißwasser (ESW) unter der Führung von Vereinsvorsitzendem Bernard Stefan fördert mehr als 200 Jungfüchse. In allen Altersklassen spielen die Jungfüchse – zum Teil in den höchsten deutschen Spielklassen. Nachdem der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) ein Programm zur Strukturentwicklung der Nachwuchsarbeit der 52 Teams in DEL, DEL2 und den Oberligen aufgelegt hat, hat der Verein die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen stark verbessert. Ziel ist es, so erklärt es Bernard Stefan, Weißwasser als Leistungszentrum für den Eishockeysport zu etablieren.

Mit der Verpflichtung des finnischen Nachwuchschefcoach Jari Heiniola und Mikko Kappanen habe man die Arbeit weiter professionalisiert. Jedes Nachwuchsteam hat nun, wie vom DEB gefordert, seinen eigenen Trainer. Die Talentschmiede ziehe seither nach Vereinsangaben nicht mehr nur Kinder und Jugendliche aus Weißwasser und der Region an, sondern auch Talente aus Italien, der Slowakei, Polen oder Tschechien. Um die Arbeit mit ihnen auf einem hohen Niveau zu halten, kann der ESW auf Unterstützer und Firmen der Region zurückgreifen, die stets parat stehen, um den Nachwuchs zu fördern. Ziel ist es bei dem DEB-Sterne-Programm, die höchstmögliche Anzahl von fünf Sternen zu erreichen.

Mehr als „nur“ Eishockey

Weißwasser macht sich aber auch in anderen Sportarten bundesweit einen Namen. Neben den Leichtathleten der TSG Kraftwerk Boxberg/Weißwasser – deren Mitglieder regelmäßig Titel einheimsen, sind die Ringer von Grün-Weiß Weißwasser aktiv im Kampf um die Landes- und deutsche Meisterschaft. Nachwuchstalente wie Maximilian Jo Simon, der im vergangenen Jahr zum zweiten Mal Deutscher Meister wurde, finden in Weißwasser optimale Voraussetzungen für ihren Sport. Auch die Fechter des KSV 90 Weißwasser sind in allen Altersklassen in Sachsen und auch bundesweit seit Jahren erfolgreich.

Die Fußballer des VfB Weißwasser und deren 1. Männermannschaft streben in dieser Saison den Aufstieg aus der Kreisoberliga in die Landesklasse Ost an. Mit zwei Kunstrasenplätzen gibt es im Turnerheim in Weißwasser zudem gute Trainingsbedingungen.