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Dienstag, 02.01.2018

Einfamilienhaus brennt in Neujahrsnacht ab

Die meisten Menschen im Landkreis verbringen einen friedlichen Jahreswechsel. Eine Familie aber verliert ihr Heim.

Von Annett Heyse, Marko Förster, Daniel Förster und Christian Eissner

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Unbewohnbar ist das Wohnhaus im Bannewitzer Ortsteil Hänichen, das am Neujahrsmorgen ausbrannte. Zwei Männer kamen ins Krankenhaus.
Unbewohnbar ist das Wohnhaus im Bannewitzer Ortsteil Hänichen, das am Neujahrsmorgen ausbrannte. Zwei Männer kamen ins Krankenhaus.

© Marko Förster

Die Pirnaer begrüßen das neue Jahr mit einem bunten Feuerwerk über der Altstadt.
Die Pirnaer begrüßen das neue Jahr mit einem bunten Feuerwerk über der Altstadt.

© Daniel Förster

Gegen 0.30 Uhr am Neujahrsmorgen wurde die Feuerwehr nach Friedrichswalde gerufen. Eine alte Linde brannte.
Gegen 0.30 Uhr am Neujahrsmorgen wurde die Feuerwehr nach Friedrichswalde gerufen. Eine alte Linde brannte.

© Marko Förster

Schönes neues Jahr – für eine fünfköpfige Familie aus Hänichen begann es mit einer Katastrophe. In den Morgenstunden des 1. Januar brannte ihr Zuhause komplett aus. Am Vormittag war das, was bisher ein Einfamilienhaus in einer Wohnsiedlung am Rand des Bannewitzer Ortsteils war, nur noch eine rauchende Ruine. Dach und Dachstuhl sind verkohlt, die Räume darunter nicht mehr bewohnbar. Sie wurden vom Feuer und Löschwasser zerstört.

Es war kurz vor sechs Uhr morgens, als ein Nachbar einen Feuerschein im Carport des Einfamilienhauses bemerkte. Sofort klingelte er die Bewohner hinaus und alarmierte die Feuerwehr, ebenso wie Polizei und Rettungsdienst. Die zwei Erwachsenen und drei Kinder konnten sich in Sicherheit bringen. Währenddessen griff das Feuer um sich, der Carport und ein Auto standen schnell vollständig in Flammen. Ein weiterer Nachbar versuchte, den Brand zu löschen und zog sich dabei eine Rauchgasvergiftung sowie eine Fraktur zu.

Als die Feuerwehren noch unterwegs in Richtung Hänichen waren, griff das Feuer vor den Augen der Eigentümer auf das Haus über. 70 Feuerwehrleute aus den Bannewitzer Ortswehren, unterstützt von den Feuerwehren aus Rabenau, Kreischa und Freital, kämpften gegen den Brand an. Gegen neun Uhr war das Feuer gelöscht. Doch trotz ihres Einsatzes konnten die Kameraden das Zuhause der fünfköpfigen Familie nicht retten. Es ist unbewohnbar. Der Hauseigentümer wurde ebenfalls mit Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Freital gebracht.

Warum es zum Brand kam, wird nun ermittelt. Die Familie ist zunächst bei Nachbarn untergekommen. Die Gemeinde Bannewitz wird für die Familie ein Spendenkonto einrichten. „Das haben wir schon in anderen Fällen gemacht“, so Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos). Hilfe komme auch von den Nachbarn, die vom Geschehen ebenso geschockt seien wie die Hausbewohner selbst.

Böller beschädigen Container

Abgesehen von dem Hausbrand ziehen Feuerwehr und Polizei eine positive Silvesterbilanz. Es habe im Landkreis weniger Sachschäden durch Feuerwerk gegeben als in den vergangenen Jahren, heißt es.

Dennoch mussten wieder viele Wehren zu Einsätzen ausrücken. So brannte in Friedrichswalde-Ottendorf kurz nach dem Jahreswechsel eine alte Linde, die von der Feuerwehr gelöscht werden musste. Das hoch lodernde Feuer drohte auf benachbarte Bäume überzugreifen. Auch war das Löschwasser knapp. Deswegen wurden die Kameraden aus Nentmannsdorf nachgefordert. Mit vereinten Kräften löschten die Feuerwehrleute den teils hohlen Baum. Dazu wurde letztendlich auch Schaum eingesetzt. Gegen 2.15 Uhr rückten die Kameraden wieder ab. Bis dahin war die Ortsdurchfahrt zeitweise voll gesperrt.

Die Feuerwehr Pirna hatte in der Neujahrsnacht nach Auskunft der Stadtverwaltung insgesamt acht Einsätze. Sie musste in Brand geratene Hecken und Mülltonnen löschen. Unter anderem gab es kleinere Brände in Rottwerndorf und in der Dippoldiswalder Straße, Kleidercontainer brannten in der Rudolf-Renner-Straße und am August-Röckel-Ring.

Ein unruhigen Start ins neue Jahr hatte eine Gruppe Feiernder auf dem Pirnaer Sonnenstein. Gegen 1.30 Uhr stellte die Partyrunde fest, dass eine Mitfeiernde fehlt. Aus Sorge wählte die Truppe den Notruf. Kameraden der Feuerwehr öffneten daraufhin die Wohnung der Frau. Dort wurde schnell klar: Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Die Frau lag bereits im Bett. Sie hatte sich schlafen gelegt, ohne den anderen Bescheid zu sagen.

In der Region Sebnitz lief Silvester weitgehend ruhig ab. Beschwerden über Lärm und entlaufene Hunde beschäftigten hier die Polizei. In Neustadt wurden Briefkästen durch Böller beschädigt, ein Papierkorb auf dem Kaufland-Parkplatz wurde ein Raub der Flammen. In Langburkersdorf gipfelte ein Streit in einer Körperverletzung, die Polizei musste eingreifen.

Jahresstart in Ausnüchterungszelle

Die Polizeidirektion Dresden sprach insgesamt von einer silvestertypischen Einsatzlage. „Größere Störungen oder gravierende Straftaten wurden nicht festgestellt“, hieß es. Insgesamt erfasste die Polizeidirektion in den Landkreisen Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie in Dresden 32 Körperverletzungen durch Schlägereien, 14 Sachbeschädigungen (darunter drei zerstörte Automaten) und 18 Brände (vor allem Abfallcontainer, Bäume und Hecken). Sieben Personen mussten zur Ausnüchterung in die Gewahrsamszelle gebracht werden. Außerdem beschlagnahmten die Einsatzkräfte über 400 nicht zugelassene Feuerwerkskörper.