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Dienstag, 02.01.2018

Einfamilienhaus abgebrannt

Die Nachbarn bemerkten das Feuer zuerst. 70 Feuerwehrleute konnten das Heim der fünfköpfigen Familie nicht retten.

Von Annett Heyse und Marko Förster

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Unbewohnbar ist ein Wohnhaus in Hänichen, das am Neujahrsmorgen ausbrannte. Zwei Männer kamen ins Krankenhaus. Fotos: M. Förster
Unbewohnbar ist ein Wohnhaus in Hänichen, das am Neujahrsmorgen ausbrannte. Zwei Männer kamen ins Krankenhaus. Fotos: M. Förster

© - keine Angabe im huGO-Archivsys

Das Feuer wütete zunächst im Carport und griff dann auf das Wohnhaus über. Ein Auto konnte noch weggefahren werden, der andere Wagen brannte aus.
Das Feuer wütete zunächst im Carport und griff dann auf das Wohnhaus über. Ein Auto konnte noch weggefahren werden, der andere Wagen brannte aus.

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Hänichen. Schönes neues Jahr – für eine fünfköpfige Familie aus Hänichen begann es mit einer Katastrophe. In den Morgenstunden des 1. Januar brannte ihr Zuhause komplett aus. Am Vormittag war das, was bisher ein Einfamilienhaus in einer Wohnsiedlung am Rand des Bannewitzer Ortsteils war, nur noch eine rauchende und stinkende Ruine. Dach und Dachstuhl sind verkohlt, die Räume darunter nicht mehr bewohnbar. Sie wurden vom Feuer und Löschwasser zerstört. „Das kann man sich nicht vorstellen, es ist schrecklich“, sagte Bürgermeister Christoph Fröse (parteilos), der vor Ort Zeuge des Geschehens wurde.

Es war kurz vor sechs Uhr morgens, als ein Nachbar von schräg gegenüber einen Feuerschein im Carport des Einfamilienhauses bemerkte. Sofort klingelte er die Bewohner hinaus und alarmierte die Feuerwehr, ebenso wie Polizei und Rettungsdienst. Die zwei Erwachsenen und drei Kinder konnten sich in Sicherheit bringen. Währenddessen griff das Feuer um sich, der Carport und ein Auto standen schnell vollständig in Flammen. Ein weiterer Nachbar versuchte, den Brand zu löschen und zog sich dabei eine Rauchgasvergiftung sowie eine Fraktur zu. Ein zweites Auto, das unter dem Carport parkte, konnte noch weggefahren werden, bevor die Katastrophe ihren Lauf nahm. Als die Feuerwehren noch unterwegs in Richtung Hänichen waren, griff das Feuer vor den Augen der Eigentümer auf das Haus über.

Zwei Verletzte im Krankenhaus

Als kurz darauf die alarmierten Wehren eintrafen, stand das Gebäude schon in Flammen. 70 Feuerwehrleute aus den Bannewitzer Ortswehren, unterstützt von den Feuerwehren aus Rabenau, Kreischa und Freital, kämpften gegen den Brand an. Gegen neun Uhr war das Feuer gelöscht. Doch trotz ihres Einsatzes konnten die Kameraden das Zuhause der fünfköpfigen Familie nicht retten. Es ist unbewohnbar. „Ich würde sagen, Totalschaden“, sagt der Bürgermeister. Der Hauseigentümer wurde ebenfalls mit Verdacht einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus Freital gebracht.

Warum es zum Brand kam, wird nun ermittelt. Auch über die Höhe des Sachschadens ist noch nichts bekannt. Die Familie ist zunächst bei Nachbarn untergekommen. Viel konnten sie nicht retten. „Sie haben jetzt nur noch das, was sie auf dem Leibe trugen. Und das war nicht viel“, sagt Christoph Fröse. Er sicherte der Familie jegliche Unterstützung durch die Gemeinde zu. Vereinbart ist bereits, dass die Eltern mit ihren Kindern vorerst in die Pension Otto ziehen können, nur wenige Gehminuten von ihrem bisherigen Zuhause entfernt. Dort wohnten bis vor Kurzem auch jene Hänichener, denen das Haus Anfang August nach einem Blitzeinschlag abbrannte. Sie konnten kurz vor Weihnachten in ihr frisch renoviertes Eigenheim zurückziehen.

Wann das den Brandopfern vom Neujahrstag gelingt, ist noch völlig unklar. Zunächst werden Experten der Polizei nach dem Brandherd suchen, der wohl im Carport lag. Das zumindest legen die Augenzeugenberichte nahe. Infrage kommen technische Defekte genauso wie Brandstiftung – und sei es aus Fahrlässigkeit. Die Gemeinde Bannewitz wird für die Familie ein Spendenkonto einrichten. „Das haben wir schon in anderen Fällen gemacht“, so der Bürgermeister. Hilfe komme auch von den Nachbarn der Familie, die vom Geschehen ebenso geschockt seien wie die Hausbewohner. Fröse dankte zudem allen Feuerwehrmännern für ihren Einsatz.