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Samstag, 12.05.2018

Eine Versetzung hat Grenzen

Arbeitgeber haben gegenüber ihren Angestellten ein Direktionsrecht. Damit sind auch Versetzungen möglich. Allerdings gibt es dabei Grenzen, wie ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg zeigt. Ein Lagerarbeiter hatte erfolgreich gegen seine Kündigung geklagt. Daraufhin wies ihn sein Arbeitgeber an, sich nicht wie bisher an der Niederlassung im brandenburgischen Zossen einzufinden, sondern 7 Uhr morgens an der im etwa 170 Kilometer entfernten Dresden. Das tat der Arbeitnehmer nicht und kassierte Abmahnungen und eine erneute Kündigung. Beides war unzulässig, entschied das Gericht: Die Versetzung nach Dresden sei eine unbillige Weisung gewesen. Der Mann habe ihr nicht folgen müssen. Deshalb sei das Nicht-Erscheinen auch keine Arbeitsverweigerung. Laut Arbeitsvertrag habe das Unternehmen zwar ein Versetzungsrecht. Dabei müsse es aber die persönlichen Umstände des Mitarbeiters berücksichtigen. Das habe es hier nicht getan: Erstens hatte der Mann keinen Führerschein, für die Fahrt von Zossen nach Dresden hätte er deshalb fünf Stunden gebraucht. Zweitens arbeitete er gleichzeitig als Pferdewirt und musste sich auf dem heimischen Hof um Tiere kümmern. Beides wusste der Arbeitgeber.

Aktenzeichen 2 Sa 965/17

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