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Freitag, 13.10.2017

Eine Oase zum Spielen

Die Kita „Spieloase“ in Copitz an der Fährstraße ist fertig saniert. Das Projekt dauerte länger als geplant und hatte seine Tücken.

Von Thomas Möckel

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Dirk Neßler (li.), Chef des Elternvereins, und Sylvia Rasch, Leiterin der Kita Spieloase in Copitz, stehen im neuen Anbau der sanierten und erweiterten Einrichtung, der künftig die Krippenkinder beherbergt.
Dirk Neßler (li.), Chef des Elternvereins, und Sylvia Rasch, Leiterin der Kita Spieloase in Copitz, stehen im neuen Anbau der sanierten und erweiterten Einrichtung, der künftig die Krippenkinder beherbergt.

© Andreas Weihs

 Außenansicht der Kita an der Fährstraße.
Außenansicht der Kita an der Fährstraße.

© Andreas Weihs

Pirna. Der Altbau kommt in leuchtendem Lindgrün daher, der Anbau in hellem Blaugrau, im Außengelände stehen Kletterhaus, Pferde, Schaukelgerüst – alles aus abgerundeten Robinienhölzern. Drinnen warten nagelneue Gruppenzimmer, ein Waschraum mit lächelnden Toilettendeckeln und Stühlchen mit Rauspurzel-Schutz auf die neuen Bewohner. All diese Anzeichen lassen erkennen: Die Kindertagesstätte „Spieloase“ an der Fährstraße in Copitz ist nun fertig saniert. „Die Bauleute haben das Beste aus dem Gebäude herausgeholt. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagt Dirk Neßler, Vorsitzender des Elternvereins „Spieloase“, der die Kita betreibt.

Nach anderthalb Jahren im Graupaer Interimsquartier ziehen Kinder und Erzieherinnen wieder zurück ins angestammte Domizil. Am 20. Oktober bleibt die Einrichtung geschlossen, es ist der Hauptumzugstag. Drei Tage später startet dann der Betrieb im sanierten Haus, das sich für Verein, Eltern, Kinder, Personal und Stadt nach einigen Katastrophen vom Notquartier in einen Glücksfall verwandelte.

Im Juni 2013 suchte nach 2002 und 2006 abermals eine Flut die vorherigen Räume der Kita am Oberen Platz heim. Sommerhaus und Spielgeräte im Garten versanken im Wasser, auch in den Erdgeschossräumen im Haus stand es übermannshoch. Nach kurzer Notunterkunft in der ASB-Kita auf der Lindenstraße zogen die Kinder in das leerstehende Steinhaus, einst Hort und Jugendraum der nahen Pestalozzi-Oberschule. Das städtische Haus stand zu dem Zeitpunkt schon eine ganze Weile leer und war baulich ziemlich im Eimer. Dennoch einigten sich Elternverein und Stadt darauf, dass die Kita auf Dauer dortbleibt – sofern das Objekt saniert und erweitert würde. Das Projekt erwies sich allerdings als zeitaufwendig und hatte zudem so seine Tücken.

Weil die Planer die Kita bei laufendem Betrieb inspizierten, kamen sie nicht an alle Ecken ran, viele Mängel wurden erst später entdeckt. Im Frühjahr 2016 begann Pirna, die Einrichtung zu sanieren, ein halbes Jahr später sollte alles fertig sein. Doch es dauerte fast zwölf Monate länger.

Böse Überraschung

Vor allem der Altbau, sagt Pirnas Hochbau-Projektleiter Volker Obst, entpuppte sich als völlig desolat. Das Dach war undicht, die Dämmung zusammengerutscht, Türen und Fenster waren nicht mehr zu gebrauchen. So ließ Pirna das Dach, die kaputten Estrichböden, alle Fenster, Innen- und Außentüren sowie Heizung und Elektrik erneuern. In den Dachzwischenraum bliesen Fachleute neues Dämmmaterial hinein, Schallschutzdecken dämpfen die Geräusche, auf dem Fußboden liegt neues Laminat. Ebenso wurde der Sanitärraum komplett saniert.

Überraschungen gab es auch beim Anbau: Ein Keller unter dem Haus war bekannt; dass sich aber noch ein Gewölbe unter dem geplanten Krippenneubau verbirgt, war in den alten Unterlagen nicht vermerkt. Erst als ein Bagger einsackte, offenbarte sich das Geheimnis. Der Anbau musste aufwendig auf Bohrpfählen gegründet werden, in ihm entstanden ein Gruppen- sowie ein Schlafraum für die Krippenkinder, auf einem Zwischenboden können zudem Sachen gelagert werden.

Finanziell stemmen ließ sich das Projekt, insgesamt 950 000 Euro teuer, nur mithilfe von Spendengeldern. Vor allem fünf Großspender steuerten einen Großteil dazu bei: Die Partnerstadt Reutlingen gab 20 000 Euro, Arche Nova 150 000, Adra 75 000, die Daimler AG 45 000 und der Paritätische Wohlfahrtsverband 35 000 Euro.

Einer der größten Kostentreiber war eine geforderte Schallschutzmauer an der Straßenseite – nicht, um den Kinderlärm zu mindern, sondern um die Kinder vor dem von der Stadtbrücke herüberdringenden Verkehrslärm zu schützen. Allein dieses Bauwerk kostete 50 000 Euro. Möbel und die Spielgeräte kaufte der Verein von Spenden, die direkt an ihn gingen.

Die Betriebserlaubnis für die Kita ist inzwischen erteilt, die Einrichtung verfügt nun insgesamt über 30 Plätze – bis zu acht für Krippenkinder, der Rest sind Kindergartenplätze.