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Donnerstag, 04.01.2018

Eine besondere Winterlandschaft

Die Modellstadt ist eine Schenkung und jetzt im Großröhrsdorfer Heimatmuseum zu sehen. Sie soll noch ergänzt werden.

Von Reiner Hanke

Eine Neuheit kann Mathias Hennig seit Kurzem im Heimatmuseum präsentieren: Es ist ein historischer Weihnachtsberg, der wieder hergerichtet wurde.
Eine Neuheit kann Mathias Hennig seit Kurzem im Heimatmuseum präsentieren: Es ist ein historischer Weihnachtsberg, der wieder hergerichtet wurde.

© Rene Plaul

Großröhrsdorf. Romantisch verschneit ist die historische Winterlandschaft im Großröhrsdorfer Heimatmuseum an der Mühlstraße. Die haben Mitglieder des Museumsvereins erstmals aufgebaut, und sie kann noch bis Ende März besichtigt werden. Eine Landschaft mit verschneiten Häuschen, Bahnhof, Kirche, Post und vielen liebevoll gestalteten Details. Bis hin zu den vereisten Fensterscheiben, wie es sich im Winter gehört und zu Passanten und Fahrgästen am Bahnhof. Die Gebäude sind natürlich auch wieder beleuchtet.

Die Tradition des sogenannten Weihnachtsberges komme aus dem Erzgebirge, erklärt Museumsleiter Mathias Hennig. Diese Landschaftsnachbildungen werden traditionell im Haus aufgestellt. Nun ist auch eine im Großröhrsdorfer Heimatmuseum zu bewundern. Die richteten Vereinsmitglieder in etlichen Stunden Bastelarbeit wieder her, klebten, ergänzten und zimmerten einen Unterbau.

Zur Geschichte der Winterlandschaft kann der Museumsleiter einiges erzählen. Sie ist eine Schenkung ans Museum und stamme aus dem Besitz des früheren Großröhrsdorfers Christian Müller, der inzwischen in Bischofswerda lebt. Er habe sie dem Museum übergeben. Der erste Weihnachtsberg seiner Kindheit, in den 1930er-Jahren von seinem Vater gebaut, verbrannte leider 1945 bei Kriegshandlungen Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Vater habe sich aber trotz schwerer Zeiten an den Neubau gemacht, mit einfachen Mitteln, aber umso liebevoller.

Jedes Jahr eine Erweiterung

„Ein Teil der Gebäude konnte nicht mehr repariert werden“, sagt Mathias Hennig. Da hatten sich leider die Mäuse durch die Aufbewahrungskiste gefressen. Früher sei auch eine Eisenbahn durch die Landschaft gefahren. Das sei nicht mehr geplant. Aber die jetzt zu besichtigende Landschaft solle noch ergänzt werden, verspricht Mathias Hennig. So gehören auch noch Wandteile dazu, die den Panoramablick im Hintergrund ergänzen. „Wir wollen die Anlage jedes Jahr ein bisschen erweitern.“ Es gibt durchaus auch Bezüge zu Großröhrsdorf. So darf eine Tischfabrik nicht fehlen. Im Großröhrsdorfer Original habe der Vater von Christian Müller als Tischler gearbeitet. In der Winterlandschaft lebt sie nun fort, während die wirkliche Fabrik vor ein paar Jahren abgerissen wurde.

Ihren Ursprung haben die Weihnachtsberge in den Buckelbergwerken des 18. Jahrhunderts. Damals stellten die Landschaften ausschließlich Bergbaumotive dar. Im 19. Jahrhundert wurde das Motiv ergänzt. Ein Weihnachtsberg ist eine bergähnliche Landschaftsnachbildung aus dem Erzgebirge, die während der Weihnachtszeit innerhalb des Hauses aufgestellt wird. In ein Museum passt ein solcher Weihnachtsberg natürlich ebenso. Und natürlich kann auch die Sonderausstellung mit Puppenstuben und Miniaturpuppenwagen noch besichtigt werden. Gerade die Puppenwagensammlung gilt als besonders umfangreich. Vielleicht schafft es Sammlerin Gudrun Schöne aus Lichtenberg damit sogar ins Guinnessbuch der Rekorde. Versuchen wolle sie es, weiß der Museumsleiter.

Die Sonderausstellung wurde verlängert. Sie kann noch bis Ende März im Museum auf der Mühlstraße 5 besichtigt werden: jeden 1. und 3. Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten wird um telefonische Anmeldung unter Telefon: 0172 5289752 gebeten.

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