• Einstellungen
Mittwoch, 10.01.2018 Kommentar

Ein Verbot ist der falsche Weg

Von Julia Vollmer

12

SZ-Redakteurin Julia Vollmer
SZ-Redakteurin Julia Vollmer

© ronaldbonss.com

Nach monatelanger Debatte hat der Verwaltungsausschuss am Montagabend für ein Bettel-Verbot von Kindern gestimmt. Ein Verbot, das den Mädchen und Jungen, die auf der Straße um Geld bitten, ganz sicher nicht hilft.

Denn es drängt sie in die Illegalität. Diese Menschen, egal, ob Kinder oder Erwachsene, sitzen nicht freiwillig auf dem Asphalt. Sie sind arm. Die Kinder müssen für die Familie Geld auftreiben. Und das werden sie auch nach dem Verbot weiter tun. Nur dann eben mit Diebstahl oder im schlimmsten Fall mit Prostitution. Die Kontrollen des Ordnungsamtes würden die Bettler nur noch mehr erniedrigen.

Dass Minderjährige nicht auf der Straße sitzen, sondern in die Schule oder den Kindergarten gehen sollten, darüber muss nicht diskutiert werden. Das ist selbstverständlich. Wenn ein SPD-Stadtrat aber argumentiert, die Kinder gehörten ins Kinderzimmer und nicht auf die Prager Straße, ist das zynisch und völlig unangebracht. Denn diese Kinder haben keine Kinderzimmer mit Spielzeug und bunten Bildern. Sie schlafen mit ihren Eltern in Bussen oder im Freien.

Statt das Kinder-Betteln zu verbieten, sollte in sozialpädagogische Angebote investiert werden. Denn ein Weg aus der Armut der Familien ist Bildung. Die Straßenschule öffnen und Kita-Plätze anbieten – das wäre ein besserer Weg.

E-Mail an Julia Vollmer

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Seite 1 von 3

Insgesamt 12 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. Dresdner Bürger

    Tolle Argumentation! Dem folgend wäre JEDES Verbot der "falsche Weg"!!! Parken auf dem Gehweg -> wenn die Parkplätze halt nicht reichen..., rote Ampeln -> wen interessiert es, man kann es doch nicht verbieten zu fahren, um Gottes Willen usw., usf.. Warum also gehen Städte den hier beklagen " falschen Weg"? ...suche den Fehler im rechten Bild! Wieder mal nur Papier schwarz gemacht, aber wir schaffen das!!! Wir in DD werden noch die Welt retten, ...bei dieser Kommentar in ohne Frage...

  2. Dresdner45

    Leider geht diese Frau am Problem großzügig vorüber. Warum gibt es arme Kinder, welche angeblich betteln müssen? Fast täglich wird den hier lebenden Menschen erklärt, dass es Deutschland gut gehen würde. Wieso gibt es dann arme Kinder und Familien? Was ist nun richtig? Finde den Fehler!

  3. L.T.

    @Dresdner Bürger Genau, am besten alle Regeln und Gesetze abschaffen - Anarchie, und gut is ...

  4. Sören Göhler, Dresden

    Auf dem Youtube-Kanal von RTdeutsch gibt es eine Dokumentation über die Zustände, in denen die Roma-Familien hausen. Katastrophal ist da noch schöngeredet...

  5. Yskender

    Was tummeln sich denn hier wieder für geistig in Dresden 45 hängen gebliebene. Deutschland geht es vergleichsweise gut und für diesen Wohlstand mussten/müssen andere leiden, dass diese nun auch was vom Kuchen abhaben wollen ist vollkommen klar. Wie soll man denn sonst das Problem lösen? Der Kommentar gibt vernünftige Lösungsansätze vor, wenn die Gegenredner bessere haben, dann immer her damit. Aber nein, da wird wieder nur bis zum Gartenzaun gedacht, frei nach dem Motto "her mit dem Verbot, dann müssen wir das Elend nicht mehr sehen".

Alle Kommentare anzeigen

Seite 1 von 3

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.