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Samstag, 20.05.2017

Ein Riesaer beerbt Großenhains Schwimmmeister

Martin Lehmann arbeitet seit diesem Jahr in der Röderstadt. Er freut sich über den Neustart – obwohl das Bad im kommenden Jahr trockenliegt.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Martin Lehmann (35) ist seit Mai bei der Stadt Großenhain angestellt. Er wird 2019 das dann neugestaltete Naturerlebnisbad als Leiter übernehmen.
Martin Lehmann (35) ist seit Mai bei der Stadt Großenhain angestellt. Er wird 2019 das dann neugestaltete Naturerlebnisbad als Leiter übernehmen.

© Klaus-Dieter Brühl

Großenhain/Riesa. Den Stammbadern im Naturerlebnisbad Großenhain hat sich der Neue gleich beim Anbaden am Montag vorgestellt: „Ich bin Martin Lehmann, und ich komme aus Riesa.“ Anders als in Riesa, wo das Freibad wegen fehlender Zuschüsse der Stadt erst im Juni öffnet, stürzten sich an Lehmanns Publikumspremiere in der Röderstadt gleich mehrere der reichlich ein Dutzend Badefreunde in die 17,8 Grad kühlen Fluten.

Martin Lehmann ist also der Neue im Team um Christian Thiel, der das Naturerlebnisbad leitet. Zuletzt arbeitete Lehmann im Freizeitbad Riesa als Facharbeiter für Bäderbetriebe. Wenn der Großenhainer Schwimmmeister in zwei Jahren in den Ruhestand geht, wird Martin Lehmann die Leitung übernehmen. In Riesa hatte er noch einen Betriebsleiter über sich, in Großenhain ist er dann Chef. „Eigentlich war ich Handballer, aber den Sport kann ich wegen einer Verletzung nicht mehr machen“, erzählt der Stauchitzer. Weil sein Schwimmlehrer im Haus seiner Eltern wohnte, wechselte Martin Lehmann recht einfach die Sportart.

Das Bad in- und auswendig kennen

Nun ist er bereits drei Wochen im Großenhainer Freibad und freut sich auf die neue berufliche Herausforderung. „Die ganze Anlage hier hat mich beeindruckt“, sagt Martin Lehmann. Auch das beschauliche Klima in Großenhain gefällt ihm. Und die Nähe zum Stadtzentrum. „So eine Stammbadertruppe wie hier gibt es in Riesa auch nicht, dort ist das Freibad eher ein Spaßbad für Kinder“, sagt Martin Lehmann nach dem ersten offiziellen Badetag an seiner neuen Arbeitsstelle.

Schon im kommenden Jahr aber wird der Schwimmmeister im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen sitzen. Denn nach der diesjährigen Saison wird das Naturerlebnisbad umgebaut.

Dass im kommenden Jahr nicht gebadet, sondern gebaut wird, habe ihn nicht gestört – im Gegenteil: Es hat mit den Ausschlag für den Jobwechsel gegeben. „Etwas Neues entsteht, dieser Umbau hat mich gereizt“, bekennt Lehmann. Für ihn ist es wichtig, die neue Anlage und ihre Funktionsweise genau kennenzulernen, zum Beispiel die Bestückung des neuen Regenerationsteiches zu verstehen. Im nächsten Jahr ist Martin Lehmann deshalb wie die anderen Badmitarbeiter für den Bauhof tätig. Dann wird er selbst mit anfassen – und sich so auch mit der neuen Anlage vertraut machen. Ehe es so weit ist, warten aber erst einmal mehr als 120 Tage Badebetrieb auf den neuen Schwimmmeister. Martin Lehmann hofft wie seine neuen Kollegen auf schönes Wetter. Vor allem auch an den Wochenenden. Auch wenn er dann arbeiten muss, während andere den Sonn- oder Feiertag im Freibad genießen. „Das wusste ich, als ich diesen Beruf ergriffen habe.“

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