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Mittwoch, 15.11.2017

Ein Radweg vom Feinsten

Am Gottesacker ist jetzt richtig was Gutes für die Radfahrer entstanden – mit einem großen und einem kleinen Mangel.

Von Peter Redlich

Fein glatt und schön gesäumt von Bäumen – der neue Radweg Am Gottesacker verbindet den Westen Radebeuls mit der Mitte.
Fein glatt und schön gesäumt von Bäumen – der neue Radweg Am Gottesacker verbindet den Westen Radebeuls mit der Mitte.

© Norbert Millauer

Radebeul. Das ist kein Tag zum Radfahren, wahrlich nicht bei Nieselregen und vier Grad. und dennoch, es muss sein. Die Freude ist zu Wochenbeginn einfach zu groß. Der Radweg auf dem Gottesacker ist fertig.

Bis zum Montagmorgen standen noch die Warnbaken und Absperrungen. Jetzt ist alles frei. Die ersten Schüler, Leute, die zum Kaufland oder gar bis Ost weiter wollen rollen schon drauf. Die Gesichter vorm ersten Winterwind tief vermummt. Mit den Augen schauen wir uns an – glücklich. Endlich keine Schlaglöcher mehr voll Dreckwasser. Kein Betonbruchplattenfeld mehr, welches im Fahrradkorb die Tasche springen ließ und eigentlich nur im Slalom zu bewältigen war. Im Sommer wird es keine grauen Staubwolken mehr geben.

Mehr als sieben Jahre lagen die Pläne für diese wichtige Verbindung für die Radfahrerstadt in den Schubladen der Radebeuler Stadtplaner. Einer von ihnen, Marcus Hesse, selbst Radfahrer, hatte immer wieder darauf gedrängt, den Weg endlich anzulegen. Erst Hochwasser, dann der Bau der Kötzschenbrodaer Straße, schoben das Vorhaben auf die lange Bank.

Jetzt hat es nur ganze zwei Monate gedauert und die Firma Wolff und Müller Tief- und Straßenbau GmbH hat für die Radfahrer den Weg gebaut. Drei Meter breit zieht sich das Asphaltband von der Weintraubenstraße bis zur Friedhofsmauer an der Straße Am Gottesacker.

Gesäumt wird der Radweg von 30 frisch gepflanzten Bäumen auf der südlichen, der dem Feld zugewandten Seite. 24 weitere Bäume gibt es jetzt auch auf der Nordseite. Die Bepflanzung wechselt jeweils die Seite des Weges. Es sind Mehlbeeren und Weißdorn in gemischter Reihenfolge.

Ebenso haben es die Planer mit den Laternen gehalten. Vorher war der Gottesacker neben dem Feld bei Dunkelheit ein gefährlicher Acker. Jetzt ist er gut ausgeleuchtet. 18 moderne Laternen gibt es auf der Nordseite, fünf auf der Südseite. Ab dieser Woche sind sie auch zugeschaltet, sagt Marlies Wernicke vom Radebeuler Bauamt.

Etwa in der Mitte des 880 Meter langen Radweges ist der Asphalt etwas breiter. Hier ist eine Ausweichstelle für sich begegnende Fahrzeuge. Muss auch sein, ist aber lediglich für Rettungsfahrzeuge gedacht. Etwa wenn die Kötzschenbrodaer Straße bei Hochwasser nicht passierbar ist.

Pkw-Poller müssen noch rein

Leider nutzen ein paar Unverbesserliche den Radweg schon wieder mit ihren Pkw. Offenbar ist auch schon ein schwerer Lastwagen über den noch weichen Asphalt gefahren und hat sein Profil in den Asphalt auf der Westseite des gerade neuen Radweges gedrückt. Kaum anzunehmen, dass dies die Baufirma verursacht hat. Denn der Radweg ist vom Radebeuler Bauamt noch nicht offiziell abgenommen, und das wäre ein Nachbesserungsgrund.

Und eigentlich, so erinnert sich Stadtplaner Marcus Hesse, der inzwischen in Dresden im Planungsamt arbeitet, war in der Mitte des Radweges eine Schranke vorgesehen, die das Durchfahren verhindert. Marlies Wernicke, im Radebeuler Bauamt für den Straßen- und auch Radwegebau zuständig sagt: „Eine Schranke wird es nicht sein. Der mittlere Poller ist eingebaut, derzeitig mit Schlüssel versenkt.“ Darüber hinaus werden zwei zusätzliche seitliche Poller eingebaut. Die sollen noch geliefert und eingebaut werden, heißt es von Marlies Wernicke.

285 000 Euro hat die Stadt Radebeul für den Radweg Gottesacker ausgegeben. 50 000 Euro sind noch für die modernen Laternen dazugelegt worden. Das Design der Leuchten schließt sich nahtlos an die Lampen von der Straße an.

„Gut angelegtes Geld. Jeder Radweg, der in der gleichen Richtung wie die Meißner Straße führt, erhöht die Sicherheit der Radfahrer in der Stadt. Wir in der ADFC-Gruppe begrüßen das natürlich sehr“, sagt Thomas Weist von der Radebeuler Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Er will den Radweg noch diese Woche selbst ausprobieren.