• Einstellungen
Freitag, 05.01.2018

Ein Mittelweg für die Pflichtaufgabe

Gegen das Talente-Team von Schlusslicht VCO Berlin können sich die DSC-Volleyballerinnen für den Europacup einspielen.

Von Alexander Hiller

DSC-Trainer Alexander Waibl
DSC-Trainer Alexander Waibl

© Ronald Bonß

Zugegeben, ein Knallerspiel wird der erste Pflichtauftritt im neuen Jahr für die Volleyballerinnen des Dresdner SC mit großer Sicherheit nicht.

Der Tabellenführer der Bundesliga trifft bereits am Freitag, 19 Uhr, in der Margon-Arena auf das Talente-Team des VC Olympia Berlin. Die Gästemannschaft ist weitestgehend identisch mit der Juniorinnen-Nationalmannschaft des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), spielt seit Jahren per Sonderspielrecht ohne Abstiegsangst im Oberhaus mit und ist wenig überraschend mit null Punkten Schlusslicht. Dennoch betrachtet DSC-Trainer Alexander Waibl die Pflichtaufgabe nicht nur als eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. „Das ist für mich ein Spiel wie jedes andere. Die Talente spielen unkonstant, haben aber selbst Stuttgart und Wiesbaden Sätze abgeknöpft“, erklärt er.

Der 49-Jährige wird sich deshalb vier Tage vor dem Europacup-Rückspiel beim französischen Pokalsieger Venelles auf eine Mixtur von „Rhythmus finden“ für die Stammformation und „Spielpraxis sammeln“ für die zweite Reihe einlassen – und das ohne großes Risiko. „Ich habe mich noch gar nicht so richtig festgelegt, was die richtige Lösung ist“, deutet Waibl einen Mittelweg an. „Es wird personelle Veränderungen geben“ – nicht aus Gesundheitsgründen, fit sind alle seine Spielerinnen.

Gut möglich also, dass die eigenen Talente wie Rica Maase (18) oder Camilla Weitzel (17) mehr Einsatzzeiten bekommen. Letztere hätte Waibls Gegenüber, der DVV-Juniorinnen-Bundestrainer Martin Fryndes, am Freitag gern in seiner Mannschaft gesehen. Die 1,95 Meter große Mittelblockerin Weitzel lehnte eine Offerte, diese Saison beim Stützpunktteam in Berlin zu spielen, allerdings ab. Die Sportschülerin selbst will die Geschichte wegen unschöner Nebengeräusche nicht noch mal aufwärmen. „Sie sieht sich hier schulisch und auch sportlich top versorgt. Das ist von Berlin so akzeptiert worden“, erklärt stattdessen Waibl. Aus Dresdner Sicht bislang die richtige Entscheidung. Denn die gebürtige Landauerin, die mittlerweile komplett bei den DSC-Profis trainiert, entwickelt sich ordentlich. „Sie macht richtig gute Fortschritte, profitiert dabei enorm von der Qualität unserer Zuspielerinnen und ihren Mittelblock-Kolleginnen“, sagt Waibl. Auch Rica Maase kommt nicht ohne Extralob davon. „Auch mit ihr bin ich sehr zufrieden, ihr Entwicklungsschritt ist sogar noch größer“, versichert der DSC-Coach.

Gut möglich, dass sich die Fans am Freitag davon ein Bild machen können. Trotz des sportlich schwächeren Gegners sind bereits knapp 2 000 Karten weg, was für den diesmal starken Jahreskartenverkauf spricht, aber auch für ein bisschen volleyballentwöhnte Zuschauer.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.