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Samstag, 07.10.2017

Ein Job als Werkstudent

Wer sich ins Zeug legt, kann später im Beruf schneller durchstarten. Doch was gilt rechtlich?

Von Sarah Thust

Mikroskop statt Lehrbuch: Die Arbeit als Werkstudent kann eine gute Ergänzung zur Theorie aus Vorlesung und Seminar sein.Foto: dpa/Zeljko Dangubic/Westend61
Mikroskop statt Lehrbuch: Die Arbeit als Werkstudent kann eine gute Ergänzung zur Theorie aus Vorlesung und Seminar sein. Foto: dpa/Zeljko Dangubic/Westend61

© dpa-tmn

Werkstudenten können die Theorie aus der Uni praktisch ausprobieren – und haben es so später leichter beim Berufseinstieg. Sie arbeiten meist mehr als nur ein paar Wochenstunden – und vor allem in einem Job, der mit ihrem Fach zu tun hat. Die wichtigsten Fakten zur Arbeit als Werkstudent im Überblick:

Welcher Nebenjob ist der richtige?

Werkstudenten sollten nah am
Studienfach jobben, sagt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk Berlin. Im Idealfall knüpfen sie so wertvolle Kontakte. „Im Bewerbungsgespräch kann man einen künftigen Mitarbeiter besser kennenlernen, wenn er einige Zeit im Unternehmen gearbeitet hat“, so Benjamin Roos, Gründer des Personaldienstleisters Studitemps.

Und was, wenn das nicht klappt?

Das kann passieren: Vielleicht bietet das gewünschte Unternehmen keine Jobs am Wohnort des Werkstudenten an. Oder der Student will sich beruflich noch nicht festlegen. Doch auch dann lohnt sich der Arbeitseinsatz, sagt Roos: „Werkstudenten lernen etwa, ihre Zeit zwischen Studium und Job gut zu managen. Und sie sind zumindest aus meiner Erfahrung sehr viel eigenständiger im späteren Job.“

Wo gibt es Jobs für Werkstudenten?

Jobangebote finden Studierende etwa an Schwarzen Brettern in den Hochschulen, durch Mund-zu-Mund-Propaganda, auf Internetportalen oder bei den studentischen Arbeitsvermittlungen der Studentenwerke.

Brauche ich einen Arbeitsvertrag?

Ja, darauf sollten Sie bestehen, rät Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Darin sollten die Anzahl der Wochenstunden und der Verdienst stehen.

Was steht einem Werkstudenten finanziell zu?

Es gelten die gesetzlichen Mindeststandards für Lohnhöhe, Arbeitszeiten, Beginn und Ende der Beschäftigung. Es gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro sowie der Anspruch auf Erholungsurlaub und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, sagt Manuela Conte, Bundesjugendsekretärin beim Deutschen Gewerkschaftsbund.

Wie viel Arbeit darf sein?

Das Studium sollte die Hauptsache bleiben. Dann müssen Werkstudenten keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Sie dürfen maximal 20 Wochenstunden arbeiten. „Ausnahmen von der 20-Stunden-Regelung – etwa in der vorlesungsfreien Zeit, abends und am Wochenende – sind mit der Krankenkasse zu besprechen“, rät Grob.

Wie viel darf ein Werkstudent verdienen?

Werkstudent kann man unabhängig vom Monatsverdienst sein. Für viele Studenten gibt es Obergrenzen: Mit BAföG gilt eine Grenze von 450 Euro pro Monat. Wer in der Krankenkasse der Eltern familienversichert ist, darf monatlich nicht mehr als 450 Euro mit einem Minijob verdienen. (dpa)

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