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Dienstag, 21.03.2017

Ein Blumenstrauß vom Chefarzt

Vorsorge ist wichtig. Das erfuhren eine Pulsnitzerin am eigenen Leibe und alle Gäste des SZ-Gesundheitsforums im Malteser Krankenhaus in Kamenz.

Von Bernd Goldammer

Die Pulsnitzerin Christa Jungnickel warb beim SZ-Gesundheitsforum zum Darmkrebs für die Vorsorge und bekam dafür einen Blumenstrauß von Chirurgie-Chefarzt Yousif Faddah vom Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz.
Die Pulsnitzerin Christa Jungnickel warb beim SZ-Gesundheitsforum zum Darmkrebs für die Vorsorge und bekam dafür einen Blumenstrauß von Chirurgie-Chefarzt Yousif Faddah vom Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz.

© Bernd Goldammer

Kamenz. Für Christel Jungnickel aus Pulsnitz begann der März des vergangenen Jahres so: Blutungen im Darmbereich, sie musste in die Notaufnahme des Malteser Krankenhauses. „Darmkrebs“, lautete die Diagnose. „Ich wollte, dass der sofort entfernt wird“, sagte sie jetzt beim SZ-Gesundheitsforum im Malteser Krankenhaus St. Johannes in Kamenz. Bei Yousif Faddah, Chefarzt der Klinik und der Chirurgie, und seinem Team bedankte sie sich: Schon wenige Stunden nach dem umfangreichen Eingriff sei sie wieder auf den Beinen gewesen. Die Heilung freilich dauert noch an.

Im Gesundheitsforum ging es also diesmal um „Diagnose Darmkrebs. Chirurgische Versorgung und Heilungschancen“. Christa Jungnickel warb für die Darmkrebsvorsorge und lag damit ganz auf der Welle von Yousif Faddah. „Darmkrebs soll eine seltene Krankheit werden“, sagte der Chefarzt. Anhand von Statistiken zeigte er, dass noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Leider stünden die Sachsen bei Neuerkrankungen deutschlandweit auf Platz zwei. „Das muss anders werden“, sagte Yousif Faddah. Ab 55 können die Deutschen nämlich kostenfrei zur Darmkrebsvorsorge gehen. Durch Früherkennung kann die schwere Erkrankung bereits im Frühstadium entdeckt werden. Ganz und gar verhindern ließe sich die Erkrankung, indem man die gefährlichen Vorstufen, die Darmpolypen, aufspürt. In der Krebsvorsorge im Malteser Krankenhaus werden sie gefunden und meistens schon während der Untersuchung mit einer elektrischen Schlinge vollständig entfernt, während der Patient noch vor sich hindämmert. Darmpolypen sind zwar gutartige Wucherungen in der Darmschleimhaut. Sie können sich aber im Laufe der Zeit zu bösartigem Darmkrebs entwickeln. Bis zu zehn Jahre können vergehen, ehe aus solchen Schleimhautveränderungen wuchernder Krebs entsteht. Heimtückisch ist, dass der Krebs im Frühstadium meistens keine Symptome hat. Wird die Diagnose Darmkrebs gestellt, ist eine Operation die wichtigste Behandlung. Und nur, wenn der Tumor vollständig entfernt wird, ist eine dauerhafte Heilung möglich. Sehr kleine, oberflächliche Tumore können die Ärzte meistens endoskopisch entfernen. Dabei bekommen die Patienten einen Schlauch über den After in den Darm geschoben, ähnlich wie bei einer Darmspiegelung. Aber in diesem Schlauch befinden sich die Instrumente zur Entfernung des Tumors. Ist der Tumor etwas größer, wird eine Operation notwendig. Bei Patienten mit Dickdarmkrebs entfernen die Ärzte im Malteserkrankenhaus einen Teil des Dickdarms samt Blutgefäße und umliegende Lymphkoten.

Auch bei Patienten mit Enddarmkrebs entfernen die Chirurgen den betroffenen Bereich des Darms und den ihn umgebenden Fett- und Bindegewebskörper. Mitsamt den darin liegenden Lymphknoten. „Bei manchen Patienten ist die Anlage eines künstlichen Darmausgangs aus medizinischen Gründen unvermeidbar.“ Um den Tumor vor der Operation möglichst zu verkleinern und so eventuell den Schließmuskel zu erhalten, bekommen manche Patienten vorab eine sogenannte neoadjuvante Behandlung: Entweder als Bestrahlung oder als Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie. Aber all das kann frühzeitig vermieden werden. Durch die Darmkrebs- Vorsorge im Malteser Krankenhaus.

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