• Einstellungen
Mittwoch, 03.01.2018

Ein Abend zum Vergessen

Die Lausitzer Füchse kommen gegen Bad Nauheim mit 0:7 unter die Räder. Mehrere Gegentore legen sie selbst auf.

Von Thomas Wagner und Marcel Pochanke

Da liegt der Fuchs begraben: Zwei Spieler der Gäste aus Bad Nauheim haben sich robust durchgesetzt. Am Mittwochabend gab es für Weißwasser rein gar nichts zu holen.
Da liegt der Fuchs begraben: Zwei Spieler der Gäste aus Bad Nauheim haben sich robust durchgesetzt. Am Mittwochabend gab es für Weißwasser rein gar nichts zu holen.

© Gunnar Schulze

Weißwasser. Der 32. Spieltag der DEL 2 war aus Füchse-Sicht einer zum Vergessen. Am Mittwochabend verloren sie gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim mit 0:7 – in einem Spiel, in dem nichts zusammenlief und vor dem eigenen Tor bisweilen peinliche Fehler dazukamen. Nichts wurde es mit dem wichtigen Ziel, den Abstand zu den Pre-Play-off-Plätzen gegen einen vermeintlichen direkten Konkurrenten zu verringern. Nach den zuletzt guten Leistungen gegen den amtierenden Meister Frankfurt, den die Füchse in der Verlängerung besiegten und den Tabellenführer Bietigheim, der mit Ach und Krach 4:2 gewann, stellte der erste Auftritt im neuen Jahr einen bedenklichen Rückschritt dar.

Lag es am kraftzehrenden Spielplan vor dem Jahreswechsel, dass die Gastgeber spielerisch überhaupt keine Linie fanden und immer wieder diese einfachen, bisweilen haarsträubenden Fehler unterliefen? Aber Bad Nauheim musste nicht weniger häufig ran und ist überdies von Verletzungssorgen geplagt. Die Gäste zeigten keineswegs glanzvolles Eishockey, aber sie waren das diszipliniertere und deutlich stabilere Team. In der Anfangsphase sicherten sie zunächst das eigene Tor ab und ließen keinen echten Angriffsdruck der Gastgeber aufkommen. Für Aufsehen sorgte allerdings ein Schuss von Marius Schmidt, den Feodor Boiarchinov gefährlich abfälschte. Bad Nauheims Goalie Felix Bick sah nichts, stand mit Glück aber dennoch richtig, die Scheibe prallte von seinem Körper ab.

Jeff Hayes war sichtlich bemüht, das Spiel seiner Füchse anzukurbeln, leistete sich aber hinten zwei folgenschwere Aussetzer. Zunächst ließ er in der siebenten Minute seinem Gegenspieler Eric Meland viel zu viel Platz, der konnte in die Mitte ziehen und unbedrängt ins Eck zielen – 0:1. Nach neun Minuten bekamen die Füchse ihre erste Überzahl und damit die Chance zum Ausgleich. Aber stattdessen luden sie die Gäste ein, nach André Mückes katastrophalem Querpass musste Maximilian Franzreb im Eins-gegen-eins retten. Roope Ranta hatte in der 17. Minute noch eine prima Gelegenheit, wartete aber zu lange und zielte letztlich drüber.

Dann zogen die Bad Nauheimer auf 0:2 davon. Erst fehlte Weißwassers Abwehr die Zuordnung, dann machte Torwart Franzreb eine unglückliche Figur, als er vergeblich nach der Scheibe sprang. Einen Schuss konnte er mit Glück und Einsatz abwehren, der zweite schlug im leeren Eck ein. Wenig später folgte der angesprochene zweite Aussetzer von Hayes. Vor dem eigenen Tor bekam er ein Zuspiel nicht kontrolliert, und anstatt die Scheibe zu klären, legte er sie unfreiwillig für James Livingston auf, der den Fehler eiskalt bestrafte.

Mit einem 0:3-Rückstand ging es ins zweite Drittel, das aus Sicht der Füchse keine Besserung brachte. Coach Hoffmann hatte die Reihen umgestellt, der glücklose Jeff Hayes bildete jetzt mit Jahnke und Boiarchinov den zweiten Block. Als letzterer wegen Behinderung auf die Strafbank musste, zeigte Bad Nauheim mustergültig, wie man eine erfolgreiche Überzahl spielt. Die Box stand, die Scheibe lief, und Dominik Meisinger sorgte mit einem Direktschuss ins kurze Eck für das 0:4. Danach verließ Franzreb entnervt sein Gehäuse, Konstantin Kessler nahm seinen Platz ein.

Für Lebenszeichen im Angriff sorgten Hoffmann und Boiarchinov, für ein eher fragliches Zeichen sorgte Kapitän Mücke, als er im Mitteldrittel ein Frustfoul beging. Er hatte Glück, dass er für den harten Bandencheck nur zwei Minuten bekam. Die Strafe und später eine weitere gegen Anders Eriksson überstand Weißwasser zwar, machte es dem Gegner aber in der 34. Minute wieder zu einfach. Maximilian Adam spielte einen unklugen Pass hinter dem eigenen Tor, ein Gegner war dazwischen und bediente Jannik Woidke genau vor dem Tor. Der markierte das ernüchternde 0:5 gegen eine Mannschaft, die nun völlig von der Rolle war.

Symptomatisch dafür die Gegentore sechs und sieben, die im Schlussdrittel innerhalb von acht Sekunden fielen, weil dem eingewechselten Torwart Konstantin Kessler zweimal eine Scheibe hinter dem eigenen Tor versprang und dem Gegner vor die Schlittschuhe rutschte. Beide Male war Livingston der Nutznießer, der damit drei seiner neun Saisontore praktisch von den Füchsen geschenkt bekam. Geburtstag hat er übrigens erst im März.

Den Lausitzern blieb bis zum Ende der Ehrentreffer versagt. Jetzt geht es ans schnelle Aufrichten. Schon am Freitag kommen die Heilbronner Falken in den Fuchsbau. Gegen den Tabellenneunten ist ein Sieg nun Pflicht, wollen die Füchse die Pre-Play-offs nicht beizeiten abhaken.

Desktopversion des Artikels