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Donnerstag, 12.10.2017 Kommentar

Egoistische Rowdys

Verkehrsregeln für Radfahrer sollten den neuesten technischen Möglichkeiten angepasst werden. Allerdings müssten sich die Radler auch daran halten, findet SZ-Redakteur Christoph Springer.

© Christian Juppe

Ohne Sicherheitsgurt fühle ich mich in einem Auto unwohl. Ohne Helm würde ich niemals Motorrad fahren. Eine Helmpflicht für Radfahrer kann ich mir trotzdem noch nicht vorstellen. Dabei bin ich mit meinem Fahrrad laut Tacho auch schon mal knapp 50 Stundenkilometer gefahren. Immerhin – es hat einen Nabendynamo, der stets mitläuft. Ich könnte problemlos also jederzeit Licht einschalten. Das werde ich in Zukunft wohl auch tun, schließlich weiß ich als Motorradfahrer, wie wichtig es ist, rechtzeitig gesehen zu werden.

Wer sich gegen eine solche Regel sträubt, ist von gestern. Denn es gibt auch Fahrradlampen, die fast nichts wiegen und kaum Strom verbrauchen. Dagegen ist mein Nabendynamo vorsintflutliche Technik. Längst sollten die Verkehrsregeln für Radfahrer den neuen technischen Möglichkeiten angepasst werden. Ein Beispiel: Die Benutzungspflicht auf einem geteilten Fuß- und Radweg ist für sportliche Fahrer eine Qual. Ein anderes: Ein schickes neues Fahrrad ohne Lampen ist nicht alltagstauglich. Radfahrer, die sich nicht an die Regeln halten, weil sie ihnen nicht passen, sind dennoch nichts anderes als egoistische Rowdys.

E-Mail an Christoph Springer

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