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Samstag, 11.11.2017

Dynamo plant den Aufstieg

2021 will der Zweitligist ins Oberhaus zurückkehren. Dies sieht ein Fünfjahres-Plan vor, der auf der Mitgliederversammlung präsentiert wird.

Gut gefüllt: Die Ballsporthalle bei der Dynamo-Mitgliederversammlung am Sonnabend.
Gut gefüllt: Die Ballsporthalle bei der Dynamo-Mitgliederversammlung am Sonnabend.

© Christian Juppe

In der DDR wurde er belächelt, weil die Zahlen mehr der Fantasie entsprangen als der Realität. Bei Dynamo feiert der Fünfjahres-Plan sein Comeback. Bei der Mitgliederversammlung am Samstag in der Dresdner Ballsporthalle präsentierte Sportvorstand Ralf Minge fünf Etappen, wie sich der Verein entwickeln soll. Die beiden wichtigsten „Meilensteine“, wie sie Minge nannte: 2019 soll das neue Trainingszentrum im Ostra-Sportpark fertig sein, für die Saison 2020/21 ist die Rückkehr in die Bundesliga geplant. Damit wurde erstmals ein Termin für den Aufstieg genannt.

Blick in die Mitgliederversammlung

Konkret ging Minge auf diese Etappe nicht ein, erklärte nur, dass dies nicht „in Stein gemeißelt“ sei, und man immer nachjustieren müsse. Die Formulierung des mittelfristigen Ziels fällt zusammen mit der sportlichen Krise der Zweitliga-Mannschaft, die inzwischen auf Tabellenplatz 15 gelandet und damit dem Abstieg deutlich näher ist als einem Aufstieg. „Wir tun gut daran, uns in Demut zu üben, wollen uns in den nächsten drei Jahren stabilisieren, um dann vielleicht den nächsten Schritt zu machen“, erklärte er.

Der allernächste Schritt ist das Heimspiel gegen Kaiserslautern in guter einer Woche. Kapitän Marco Hartmann forderte in einem emotionalen Grußwort die Unterstützung der Fans ein. „Wir haben uns als Mannschaft zusammengesetzt, darüber gesprochen, was gerade schiefläuft. Wir versprechen, dass wir alles dafür tun werden, damit es wieder besser wird“, erklärte er. „Wir auf dem Platz entscheiden über die Reaktionen auf den Rängen. Wir müssen das Feuer entfachen. Fakt ist aber auch: Wir können nur mit Euch gemeinsam gewinnen.“

Die zwölf Leitsätze der SGD

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Die SG Dynamo Dresden hat am Sonnabend auf einer Versammlung der Vereinsmitglieder das folgende aus zwölf Leitsätzen bestehende neue Leitbild vorgestellt:

1: Wir sind eine Gemeinschaft.

Wir sind die Sportgemeinschaft Dynamo Dresden. Unsere Urkraft liegt im Zusammenhalt, erwachsen aus Erfolgen, Niederlagen und Umbrüchen. Unser Wappen tragen wir mit Stolz. Unser Auftritt ist geschlossen – auf dem Rasen, auf den Rängen, überall und zu jeder Zeit.

2: Dynamo ist Dresden, Dresden ist Dynamo.

Gegründet am 12. April 1953 im Filmtheater Schauburg in Dresden, sind unsere Farben Schwarz und Gelb wie die Farben unserer Stadt. Das Herz unseres Vereins schlägt im Stadion auf der Lennéstraße 12.

3: Wir sind die Nummer eins im Osten.

Die SGD ist und bleibt ein eingetragener Verein, der von seinen Mitgliedern demokratisch und satzungstreu geführt wird. Unsere große und stetig wachsende Zahl macht uns zur Nummer eins im Osten. Wo wir sind, ist „Dynamoland“.

4: Wir bleiben unabhängig.

Durch nachhaltiges und strategisches Wirtschaften wahren wir unsere Souveränität und schaffen Werte für unseren Verein. Hingabe, Professionalität und Innovation zeichnen unsere Arbeit aus.

5: Wir sind bescheiden, fleißig und ehrgeizig.

Bescheidenheit, Fleiß und Ehrgeiz sind unsere Grundtugenden. Wir sind zuverlässig, treu und aufrichtig. Selbstbewusst, rau und authentisch. Leidenschaftlich, kreativ und lautstark. Respektvoll, menschlich und fair. Wir sind Idealisten mit realistischen Zielen.

6: Wir sind Bundesligist.

Wir etablieren uns in der 2. Bundesliga, auf die Bundesliga als Ziel arbeiten wir hin. Wir spielen mutigen und attraktiven Fußball. Für jede unserer Mannschaften schaffen wir die Voraussetzungen, um in der höchstmöglichen Spielklasse zu bestehen.

7: Wir sind ein Ausbildungsverein.

Wir unterstützen unsere Nachwuchsspieler nach Kräften, sich zu selbständigen, verantwortungsvollen Persönlichkeiten zu entwickeln und ihr fußballerisches Potenzial voll auszuschöpfen. Wir fördern die schulische und berufliche Ausbildung unserer Talente.

8: Wir sind der Verein mit den besten Fans.

Mit unseren Choreographien, Sprechchören und Gesängen mehren wir den Ruhm der SGD und peitschen unsere Mannschaft nach vorn. Ob in Dresden oder auswärts – wir sind da in großer Zahl. Wir leben unsere Leidenschaften und respektieren unsere Fancharta.

9: Wir gestalten gemeinsam.

Zusammen gestalten wir das dynamische Vereinsleben, ein jeder nach seinen Möglichkeiten. Probleme und Meinungsverschiedenheiten lösen wir im aktiven Dialog. Gemeinsam schaffen wir einen Treffpunkt für alle Schwarz-Gelben – unsere Vereinsheimat.

10: Wir sind engagiert und vielfältig.

Wir Schwarz-Gelben helfen einander und nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr – nach innen und nach außen. Dynamo ist offen für jeden, der unsere Werte anerkennt: Menschen aller Schichten, Hautfarben und Kulturen kommen in unseren Farben zusammen.

11: Wir leben unsere Tradition.

Meisterschaften und Pokalsiege, Europapokal und Dresdner Kreisel; Abstiege, Lizenzentzug und Schuldenlast – unseren Erfahrungsschatz geben wir von Generation zu Generation weiter, unsere Geschichte erfüllen wir mit Leben. Vergangene Leistungen und ihre Protagonisten halten wir in Ehren.

12: Wir haben einen Traum.

Das 100. Spiel im Europapokal wird ein Teil unserer Geschichte sein. Unserem Traum wollen wir Tag für Tag einen Schritt näher kommen.

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Nach einer Stunde verschwand die Profimannschaft wieder, vorher sah sie noch einen Film, in dem das neue Leitbild des Vereins vorgestellt wurde. Anschließend verteilten die Spieler das in Buchform veröffentlichte Zwölf-Punkte-Programm an die mehr als 800 anwesenden Mitglieder.

Der geplante Bundesliga-Aufstieg ist auch die logische Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs von Dynamo. Wirtschaftsprüfer Fritz Kuhlmann präsentierte Zahlen, die es so noch nie oder zumindest lange nicht mehr gab. Nach der Rückzahlung des Kölmel-Darlehens verfügt der Verein zum Stichtag Ende Juni 2017 wieder über ein positives Eigenkapital in Höhe von 2,5 Millionen Euro - womöglich das erste Mal sei der Wende. Der Gewinn wurde auf drei Millionen Euro gesteigert, im Vorjahreszeitraum waren es noch gut zwei Millionen. Die Ausgaben für den Profibereich erhöhten sich von 5,2 auf 8,2 Millionen Euro. Der gewaltige Sprung erklärt sich wohl vor allem aus der Tatsache, dass „erstmals Transferausgaben für Neuverpflichtungen getätigt wurden“, so Kuhlmann, also Ablösesummen gezahlt wurden.

Die Wahl des Präsidiums war eine eindeutige Angelegenheit. Präsident Andreas Ritter, bereits seit sieben Jahren im Amt, erhielt mehr als 95 Prozent der Stimmen. Auch seine beiden Stellvertreter Diana Schantin und Michael Winkler wurden bestätigt - es gab allerdings auch nur einen Gegenkandidaten.

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Leser-Kommentare

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Insgesamt 15 Kommentare

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  1. Buhli

    Endlich fällt das Wort "Bundesliga ". Klar braucht es noch Zeit. Aber es beginnt sich in die Köpfe zusetzen. Jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. M.S. hat vor einer Weile über U.N. gesprochen. Die kennen sich ja aus Dortmund. "Habt bei Tiefschlägen Geduld mit.ihm." Ich denke mal, dass Matthias weiß wovon er spricht. Vielleicht kann auch er sich mit dem Aufstiegsgedanken anfreunden. Er brennt schließlich für "Das ganz Große ".

  2. Parteikader

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Dynamo in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.

  3. Mélégué Boubacar Keïta

    Die Bundesliga freut sich schon auf die kreuzbraven Dynamo-Fans.^^

  4. OlDyn53

    Lachhaft, wie kann man so verblendet sein! In der aktuellen Lage geht es geradewegs Richtung 3. Liga und hier wird von Aufstieg gefaselt! Der Aufstieg wäre sicher möglich gewesen, wenn man den Schwung aus der letzten Saison mitgenommen hätte. Stattdessen wurde Qualität abgegeben und durch Masse ersetzt. Kopflose Mannschaft, ratloser Trainer und sportliche Führung völlig neben der Realität. Ich bin fassungslos!

  5. Hundling

    Dynamo in der Bundesliga wäre eine Katastrophe: Jedes Wochenende ein Risikospiel dank gewaltbereiter "Fans".

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