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Samstag, 11.03.2017

Dynamo feiert verdienten Auswärtssieg

Die Dresdner gewinnen bei den Würzburger Kickers durch Tore von Aias Aosman und Niklas Kreuzer mit 2:0 (1:0). Trainer Uwe Neuhaus überrascht mit seiner Startelf.

Die Dresdener Spieler jubeln über ihren Treffer zum 0:1.
Die Dresdener Spieler jubeln über ihren Treffer zum 0:1.

© dpa

Der Ausflug hat sich gelohnt. Rund 1600 Dynamo-Fans hatten die gut 360 Kilometer lange Reise nach Würzburg angetreten. Und sie sahen im mit 12.450 Zuschauern ausverkauften Stadion am Dallenberg einen verdienten 2:0-Sieg der Schwarz-Gelben gegen die Kickers. Die Treffer erzielten Aias Aosman und Niklas Kreuzer.

Dynamo gewinnt gegen Würzburg

Uwe Neuhaus hatte überraschend auf die Erfolgself vom Sachsenderby in Aue gesetzt, das heißt: Während Marco Hartmann nach seiner Gelbsperre bei den Schwarz-Gelben zurück im Team ist, blieb Florian Ballas zunächst in Reserve. Der 1,96 Meter große Innenverteidiger ist nach einer Schulterverletzung wieder fit, aber sein „Ersatzmann“ Jannik Müller hatte ihn in den vergangenen drei Spielen souverän vertreten. Und der 23-Jährige fiel auch in Würzburg mit Einsatzwillen und Zweikampfstärke positiv auf, musste jedoch nach einer Stunde gelbbelastet runter. Nun kam Ballas für ihn.

Insgesamt lieferten die Schwarz-Gelben eine unspektakuläre erste Halbzeit. Den Freistoß von Marvin Stefaniak (8.) fing Kickers-Keeper Robert Wulnikowski genauso sicher weg wie den Schussversuch von Aias Aosman (11.). Nur einmal wurde es vor der Pause wirklich brenzlig für die Gastgeber, nämlich als Niklas Hauptmann sich mit einer seiner Körperfinten durchgesetzt und Aosman freigespielt hatte. Aber auch diesmal war Wulnikowski, mit 39 Jahren der älteste Spieler der zweiten Liga, zur Stelle und konnte klären (19.).

Stimmen zum Spiel

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Uwe Neuhaus, Dynamo Dresden:

Es war wie erwartet richtig schwer. Wenn man nach Würzburg fährt, muss man sich alles hart erarbeiten und erkämpfen. Das haben wir in der ersten Halbzeit nicht gut gemacht. Man kann schlecht spielen, keine Torchancen haben, aber wir hatten keine Präsenz, haben das Spiel nicht so angenommen, wie es notwendig gewesen wäre. Das frühe Tor nach der Pause hat uns in die Karten gespielt. Mit der zweiten Halbzeit war ich wesentlich einverstandener. Die Mannschaft hat Präsenz gezeigt, ist anders in die Zweikämpfe gegangen. Wobei dieser Platz, dieses Geläuf unserer Spielweise nicht zuträglich war. Wir haben es trotzdem immer wieder versucht. Manchmal ist es gelungen, manchmal - na ja... Die Fehler nehmen wir bewusst in Kauf. Ich finde, dass der Sieg auch verdient war.

Bernd Hollerbach, Würzburger Kickers:

Beide Mannschaft haben sich anfangs neutralisiert. Wir wollten einen guten Rhythmus haben zwischen zurückziehen und frühem Pressing. In der ersten Halbzeit haben wir wenig zugelassen, wollten in der zweiten Halbzeit Druck machen, haben aber mit der ersten klaren Chance das 0:1 hinnehmen müssen. Dann war es schwierig auf dem Geläuf, gut, schnell und direkt zu spielen. Trotzdem hat die Mannschaft versucht, weiterzumachen und Moral gezeigt. Im Moment fehlt uns einfach das Quäntchen Glück, um etwas Zählbares daraus zu machen. Nichtsdestotrotz kann ich der Mannschaft in puncto Einsatz und Willen keinen Vorwurf machen. Es hat nicht sollen sein. Wir müssen konzentriert weiterarbeiten und gucken, dass wir schnell Punkte machen.

Die Dresdner kontrollierten zwar das Spiel, ihnen fehlte jedoch das Tempo, um die verunsicherten Mainfranken, die in diesem Jahr noch kein Spiel gewonnen hatten, ernsthaft unter Druck zu setzen. Stattdessen sorgte der Gegner durch einige Standards für Torgefahr, allerdings mangelte es an der Ausführung. Das 0:0 zur Pause entsprach dem Spiel, und es war beileibe keines der besseren Sorte.

Die Hoffnung aus Dynamo-Sicht beruhte also darauf, dass die Schwarz-Gelben damit ihre schwächere Halbzeit bereits weg hatten. Neuhaus hatte zuletzt den Leistungsabfall im zweiten Abschnitt in Aue und gegen Kaiserslautern moniert. Seine Prognose für die Partie in Würzburg war jedoch nicht allzu gewagt: „Das werden 90 intensive Minuten.“ Würzburg sei eine starke, unangenehme Mannschaft, die den Gegner mit ihrer körperbetonten Spielweise in Stresssituationen bringe. Was auch an deren Trainer Bernd Hollerbach liegt. Er sei als Spieler „sicher mindestens genauso unbequem wie seine heutige Mannschaft“, meint Uwe Neuhaus.

Und dann ging es auf einmal ganz schnell, gerade einmal 78 Sekunden dauerte es nach dem Seitenwechsel: Mit dem ersten Angriff nach dem Seitenwechsel trifft Aosman, aber der Treffer geht zu mindestens 50 Prozent auf Hauptmann, der vorher mehrere Gegenspieler narrte und den genauen Rückpass spielte.

Danach versuchten die Würzburger, Druck aufzubauen, Dynamo kam ihnen mit einigen unsauberen Zuspielen dabei phasenweise sogar entgegen. Elia Soriano setzte einen Seitfallzieher zu hoch an (66.). Die Dresdner mussten wieder mehr tun, um das Spiel vom eigenen Tor fernzuhalten. Stefaniaks Freistoß ging knapp vorbei (71.). Nach einem klasse Konter über, na klar, Hauptmann und Flanke des eingewechselten Erich Berko bekam Stefan Kutschke die Chance zu seinem zwölften Saisontor. Doch unter Bedrängnis schoss der Stürmer drüber (75.). Kreuzer machte dann den Deckel drauf. Seine Flanke senkte sich, von Wulnikowski unterschätzt, direkt ins Tor (77.). Der Rest war Singen. Dynamo und seine Fans feiern den dritten Auswärtssieg in diesem Jahr.

Das Spiel im Tickerprotokoll

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