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Samstag, 11.11.2017

Dusselkopf ist keine Beleidigung

Mitarbeiter dürfen ihren Chef nicht per Whatsapp beleidigen. Bei der arbeitsrechtlichen Bewertung spielen der Inhalt der Beleidigung und der Kontext jedoch eine Rolle. Das geht aus einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Köln hervor. Verhandelt wurde über eine Mitarbeiterin, die mit ihrem Arbeitgeber regelmäßig per Handy kommunizierte. Der Chef kündigte der Frau ordentlich, also unter Einhaltung der Kündigungsfrist, woraufhin der Freund der Mitarbeiterin dem Arbeitgeber per Whatsapp eine Nachricht geschickt hat. Darin wurde dieser unter anderem als „Dusselkopf“ bezeichnet. Der Chef kündigte der Frau daraufhin fristlos.

Gegen die Fristlosigkeit der Kündigung zog die Frau erfolgreich vor Gericht. Die Frage, ob sie selbst oder ihr Freund die Whatsapp-Nachricht abgesetzt hatte, sei dabei gar nicht entscheidend, so das Gericht. Mit der Bezeichnung „Dusselkopf“ habe sich der Verfasser der Nachricht zwar sicher im Ton vergriffen. Eine besonders schwerwiegende, grobe Beleidigung sei darin jedoch nicht zu sehen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Frau fast 20 Jahre vertragstreu gearbeitet hatte, wäre eine Abmahnung nach Meinung des Gerichts das geeignete Mittel gewesen. Einer fristlosen Kündigung hätte es nicht bedurft. Die ordentliche Kündigung bleibt von dieser Entscheidung unberührt. (dpa)

Aktenzeichen: 13 Ca 247/16

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