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Freitag, 11.05.2018

Dübeln für Dummies

Wer in die Fliese bohrt, verwendet am besten spezielle Fliesenbohrer.Foto: Christin Klose/dpa
Wer in die Fliese bohrt, verwendet am besten spezielle Fliesenbohrer. Foto: Christin Klose/dpa

© dpa-tmn

Jemanden rufen, um ein Loch in die Wand zu bohren? Das kann ja wohl nicht so schwer sein. Doch spätestens bei der Auswahl der Dübel kann etwas Beratung nicht schaden. Der Weg zum richtigen Bohrloch geht über fünf Schritte.

Schritt 1. Nach Rohren und Kabeln suchen: Bevor Löcher in die Wand gebohrt werden, muss geprüft werden, wo Kabel verlaufen. Susanne Woelk von der Aktion Das Sichere Haus rät zu einem Kabelsuchgerät. „Es findet sowohl strom- und spannungslose als auch -führende Leitungen in der Wand.“ Noch besser sind sogenannte Leitungssucher. „Sie reagieren auf Metall, finden also Kabel, aber auch Gas- und Wasserleitungen, die meist aus Metall sind.“
Schritt 2. Wandbeschaffenheit prüfen: Wer nicht weiß, welche Wand er vor sich hat, kann den Vermieter fragen. Ansonsten bleibt nur die Probebohrung. „Am besten verwendet man dafür einen 6-Millimeter-Steinbohrer ohne Schlag“, rät Robert Raschke-Kremer von der DIY Academy. Die Farbe des Bohrmehls und der Widerstand geben Hinweise auf die Beschaffenheit der Wand: Rotes Bohrmehl und gleichmäßiger Widerstand weisen auf Vollziegel hin, rotes Mehl und wechselnder Widerstand auf Hohlziegel. Weißes Bohrmehl und starker Widerstand sind ein Zeichen für Kalksandstein, weißes Mehl mit kaum Widerstand für Gasbetonstein. Graues Bohrmehl und starker Widerstand sind typisch für Beton, und graues Bohrmehl mit leichtem Widerstand für Gipskarton.

Schritt 3: Dübel und Schraube wählen. Klapp-, Spreiz-, Schuppen- oder Hohlwanddübel: Wer sich hier nicht auskennt, kauft schnell falsch. „Habe ich einen Hohlraum, benötige ich einen Hohlraumdübel, der hinter der Wand auseinanderklappt oder sich knotet und dadurch ankert“, erklärt Robert Raschke-Kremer. Auch für Gipskarton- und Gasbetonstein-Wände gibt es
entsprechende Dübel. Auf der Verpackung wird erläutert, welcher Dübel sich für welchen Untergrund eignet und welche Schraube passt.

Schritt 4: Anzeichnen. Ist der ideale Platz für Regal, Hängeschrank oder Flachbildfernseher gefunden, müssen die Punkte für die Bohrungen angezeichnet werden. „Dafür brauche ich eine Wasserwaage“, sagt Raschke-Kremer. „Die Wasserblase muss sich in der Mitte der beiden Hilfslinien einpendeln.“ Wer häufiger bohrt, sollte über den Kauf eines Linienlasers nachdenken.

Schritt 5: Loch bohren. Nun kann endlich die Bohrmaschine angesetzt werden. „Man muss immer ohne Schlag arbeiten, außer, man hat eine Steinwand vor sich“, rät Raschke-Kremer. Für eine Betonwand muss ein Bohrhammer her, ergänzt Woelk. Bei weichen Materialien genüge oft ein Akkubohrschrauber. „Er wird hauptsächlich zum Schrauben benutzt, reicht aber auch aus, um ein Loch in Holz oder Gipskarton zu bohren.“ Gegen das Abrutschen des Bohrers hat Woelk einen Tipp: Einfach Heftpflaster oder zwei Streifen Kreppband über Kreuz auf die Bohrstelle kleben. Das gibt Halt, insbesondere auf glatten Oberflächen wie Fliesen. Aber Achtung: In Fliesen darf man nicht ohne Erlaubnis bohren.

Ist das Loch gebohrt, wird der Dübel hineingedrückt, die Schraube oder Verankerung eingedreht und der Gegenstand angehängt. Bei schwergängigen Dübeln kann die Schraube ein Stück eingedreht und dann mit dem Hammer vorsichtig eingeschlagen werden. (dpa)

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