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Donnerstag, 21.12.2017

DSC-Damen stehen im Finale

Im Sonderzug nach Mannheim: Die Dresdner Volleyball-Frauen stehen im Pokalfinale – nach einem nervenaufreibenden Spiel gegen den Schweriner SC.

Von Michaela Widder

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Für Mareen Apitz (r.) wird es das erste Pokalfinale in Mannheim, Teamkollegin Katharina Schwabe war schon vor zwei Jahren dabei.
Für Mareen Apitz (r.) wird es das erste Pokalfinale in Mannheim, Teamkollegin Katharina Schwabe war schon vor zwei Jahren dabei.

© Ronald Bonß

Für diesen Fall machen die Mitarbeiter der Geschäftsstelle liebend gern Überstunden. Wenige Minuten nachdem die Dresdner Volleyball-Frauen ins Pokalfinale eingezogen sind, beginnt gegenüber der Margon-Arena der Ticketverkauf für den Sonderzug – der fährt für den Klub am 4.  März nach Mannheim. Dort trifft der Dresdner SC auf Wiesbaden und kann zum fünften Mal nach 1999, 2002, 2010 und 2016 den Pokal gewinnen. Die Premiere in der SAP-Arena hatten die Sachsen vor zwei Jahren gewonnen.

„Wir wollen Mannheim rocken und das Ding gewinnen“, meint Mittelblockerin Barbara Wezorke, die als wertvollste Spielerin ausgezeichnet wird: „Das war heute eine geile Teamleistung. Jeder war da, als er gebraucht wurde.“ Die Mannschaft setzt sich im Halbfinale gegen den Schweriner SC durch. Wie in der Bundesliga erst vor zwei Wochen gewinnt der DSC mit 3:2 (17:25, 25:23, 18:25, 25:21, 15:10). Und wieder liegt das Team von Alexander Waibl mit 1:2-Sätzen hinten. „Ich bin noch überwältigt, es war ein unfassbares Spiel“, sagt der 49-Jährige.

Seinen Spielerinnen, die durch zuvor elf Siege mit einer guten Portion Selbstbewusstsein durch die vergangenen Wochen gehen, ist an diesem Mittwochabend anzumerken, dass der Druck gegen den deutschen Meister größer ist als in der Hauptrunde der Bundesligapartie. „Irgendwie ist das schon im Kopf, bloß nicht verlieren zu wollen, wenn es um etwas geht – zu Hause, gegen Schwerin“, gibt Kapitän Katharina Schwabe später zu. „Wir waren verkrampft, langsam. Du siehst den Ball und schaffst es nicht, loszurennen.“

Wie in der ersten Begegnung dieser Saison ist die Partie geprägt von einem ständigen Auf und Ab. Schwerin erwischt den besseren Start, der DSC gleicht aus. Im Vip-Raum geht in der Satzpause kurzzeitig das Licht aus, bei den Dresdnerinnen dauert der „Stromausfall“ etwas länger. Beim 3:11 scheint der dritte Durchgang schon gelaufen, als Waibl eine Auszeit und Dominika Strumilo ins Spiel nimmt. Mit der Belgierin und der jungen Madison Bugg im Zuspiel kommt der DSC zurück ins Spiel und zwischenzeitlich bis auf zwei Punkte heran.

Doch dann schwächelt wieder erheblich die Annahme, wie so oft an diesem Abend. Das umgekehrte Bild zeichnet sich im vierten Satz ab, als der DSC beim Stand von 8:2 in die erste technische Auszeit geht. Zwar wird der Vorsprung kleiner, aber das Waibl-Team scheint sich zu stabilisieren und rettet sich wieder in den Tiebreak. Das positive Gefühl nimmt das Waibl-Team mit und zieht das Momentum wie vor zwei Wochen auf seine Seite. „Finale, oho“, dröhnt es aus den Boxen.

„Ich bin so stolz auf die Mannschaft“, sagt Libera Myrthe Schoot und kann auch Minuten nach dem Finaleinzug noch nicht erklären, was gerade in den 204 Minuten zuvor passiert ist: „Wir hatten gute Momente und dann ist plötzlich wieder alles weggebrochen. Die Trainer haben einen super Job auf der Bank gemacht. Ich glaube, am Ende war es unser Kampfgeist und der Sieg von 14 Spielerinnen.“ Noch nie so oft wie an diesem Abend hatte Waibl gewechselt – am Ende mit Erfolg. „Es war ein Grottenspiel, aber egal. Ich habe zwischendurch mal laut ins Handtuch geschrien“, erzählt Mareen Apitz. „Erst ab Mitte des vierten Satzes hatte ich das Gefühl: Jetzt rollts.“ Besser kann der DSC nicht in die Weihnachtspause gehen.

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Leser-Kommentare

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  1. Kribü

    Ein Volleyballspiel zwischen „zu Tode betrübt“ und „himmelhoch Jauchzend“ an diesem Vorweihnachtsmittwoch. Zweimal gegen den amtierenden Meister innerhalb weniger Tage 3:2 gewonnen, das ist ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk für mich und wohl für alle Fans. Der Pokalsieg gewinnt natürlich durch das K.o.-System an Bedeutung: Nur der Sieger konnte das Pokalendspiel in Mannheim erreichen. Dafür drücke ich den DSC-Volleyballerinnen die Daumen. Schön, dass immer mehr Teams aus Dresden in unterschiedlichen Sportarten (Fußball-Dynamo; Volleyball-DSC-Damen; Eishockey-Eislöwen; Basketball-Titans; Handball-HC-Männer; Monarchs-American Football) für positive Schlagzeilen sorgen. Das Interesse zeigt sich an den steigenden, oder konstant hohen, Zuschauerzahlen und wird mit einer kontinuierlichen Arbeit noch mehr auf sich aufmerksam machen. Zu einer Kultur- und Museumsstadt mit vielen Sehenswürdigkeiten als Stadt passt der Spitzensport. Das spannende Halbfinale gehörte dazu. Ein schönes Fest.

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