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Mittwoch, 03.01.2018

Dresscode: Blaue Uniform

Manchmal bringt der neue Job auch ein neues Outfit mit sich. So wie für Großenhains Revierleiterin.

Von Birgit Ulbricht

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Sandra Geithner hat bei der Kripo der Dresdner Polizeidirektion gearbeitet und führt nun das Großenhainer Revier.
Sandra Geithner hat bei der Kripo der Dresdner Polizeidirektion gearbeitet und führt nun das Großenhainer Revier.

© SZ-Archiv

Mike Reuschel hat auch in Dresden gearbeitet – bei der DK-Bank – und betreut nun den kommunalen Immobilienbestand.
Mike Reuschel hat auch in Dresden gearbeitet – bei der DK-Bank – und betreut nun den kommunalen Immobilienbestand.

© SZ-Archiv

Großenhain. Obwohl Sandra Geithner eine durch und durch erfahrene Polizistin ist, greift sie morgens zum ersten Mal zu ihrer blauen Uniform. Die letzte, die sie trug, war grün und das war vor über zehn Jahren. Der Wechsel ins neue Polizei-Blau ist an ihr vorübergegangen, denn Sandra Geithner war in Dresden zehn Jahre lang Kriminalhauptkommissarin. Nun wechselt sie als frische Revierleiterin nicht nur ihren Dresscode, sondern auch ihren Titel.

Jetzt ist sie Polizeihauptkommissarin, so wie der Dienstgrad korrekt bei der Schutzpolizei heißt. Der neue Posten ist auf diese Weise ein ganz besonderes Zurückkehren in den Alltag. In ein Revier mitten auf dem Land, mit all seinen Sorgen und Vorkommnissen, die der bodenständige Alltag im Ländlichen so zu bieten hat. Ein großes Land-Revier mit immerhin 60 Beschäftigten, das ein Gebiet im Blick hat, das vom südbrandenburgischen bis ins Meißnische reicht. Ein Revier, das etliche Gemeinde entlang der Autobahn betreut, die auch Kriminelle gern nutzen. Und ein Revier mit der Stadt Großenhain und ihren typischen Kleinstadt-Vorkommnissen. Die konnte Sandra Geithner am Dienstagmorgen bei der ersten Lagebesprechung mit ihren Kollegen im Revier durchgehen. Fußfassen, Leute kennenlernen, ein Gefühl fürs Revier bekommen – das steht ansonsten erst einmal auf der Agenda.

Banker jetzt Wohnungschef

Punkte, die sich genauso Mike Reuschel vorgenommen hat. Der 48-jährige Großenhainer ist neuer Chef der städtischen Wohnungsgesellschaft (GWVB), an deren Spitze viele Jahre Jürgen Reimitz stand.

An seinem ersten Arbeitstag standen für Mike Reuschel zunächst Technikfragen auf dem Programm und dann – ganz wichtig – natürlich erste Gespräche mit den Mitarbeitern. Für Mike Reuschel dürfte sich an der Kleiderordnung damit weit weniger ändern – bestenfalls symbolisch hat er den Banker-Schlips gegen eine etwas lockerere Aufmachung getauscht. Denn Reuschel als bisheriger Leiter Team „Wohnen“ bei der DK-Bank ist jetzt auf die andere Seite des Verhandlungstisches gewechselt, wenn es ums Geld geht. Gerade deshalb freut er sich auf diese Herausforderung.

Dass Mike Reuschel ein glückliches Händchen mit anderen Verhandlungspartnern beweist, bleibt nur zu wünschen und ist auch anzunehmen – schließlich war er bisher nicht nur Betriebswirt und Banker, sondern im ersten Leben sogar studierter Pädagoge. Sportlehrer, um genau zu sein, und da schließt sich der Kreis zum wöchentlichen Joggen durch Großenhain. Durchhaltevermögen inklusive.

Das war`s auch schon fast bei den Neuzugängen zu Jahresbeginn. Abgesehen von den beiden Bürgermeistern Falk Hentschel in Ebersbach und Manuela Gajewi in Priestewitz. Letztgenannte ist diesen Monat allerdings noch Hauptamtsleiterin, bevor sie diesen Stuhl gegen den der Bürgermeisterin tauscht. Falk Hentschel dagegen hat seine erste Gemeinderatssitzung als neuer Gemeindechef schon im Dezember absolviert und kann nun durchstarten. Im Großenhainer Rathaus bleibt dagegen personell alles beim Gewohnten. Gern hätte man dort freilich einen Stadtmanager gesehen – doch dessen Antritt ist leider in die Ferne gerückt, hat sich doch bei den Zuschüssen für die Stelle einiges verändert, was einen kompletten Neuantrag erforderlich macht. Arbeitsbeginn ungewiss.