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Dienstag, 02.01.2018 Gut zu wissen

Drei Männer und ein Mädchentraum

Einmal Prinzessin sein. Wo geht das besser, als auf Aschenbrödels Märchenschloss? Doch was hat das mit einem Imagefilm für Sachsen zu tun?

Von Sven Görner

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Martin Förster, Eric Schmidt und René Plaul haben gemeinsam mit Freunden und Kollegen den jüngsten Film der Imagekampagne „So geht sächsisch“ gedreht. In diesem geht es nicht nur um Träume, Aschenbrödel und Schloss Moritzburg, sondern auch darum, sich Zeit für einander zu nehmen und sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu besinnen.
Martin Förster, Eric Schmidt und René Plaul haben gemeinsam mit Freunden und Kollegen den jüngsten Film der Imagekampagne „So geht sächsisch“ gedreht. In diesem geht es nicht nur um Träume, Aschenbrödel und Schloss Moritzburg, sondern auch darum, sich Zeit für einander zu nehmen und sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu besinnen.

© Norbert Millauer

Zum Dreh gehörte eine Szene mit einer Eule im Waggon des Lößnitzdackels.
Zum Dreh gehörte eine Szene mit einer Eule im Waggon des Lößnitzdackels.

© Centre Films

Die kleine Hauptdarstellerin Lilly wird verkörpert von der aufstrebenden Dresdner Jungschauspielerin Rosalie Neumeister.
Die kleine Hauptdarstellerin Lilly wird verkörpert von der aufstrebenden Dresdner Jungschauspielerin Rosalie Neumeister.

© Centre Films

Moritzburg. Im vergangenen Winter hatte das kleine Team vom Centre-Films-Projekt aus Radebeul mit seinem Film „BEING HERE: A WINTER STORY“ den Wintersport in Sachsen in den Mittelpunkt gerückt. Das knapp dreiminütige Video verbreitete sich nicht nur im Netz und fand dank fantastischer Bilder und atemberaubender Sequenzen ein begeistertes Publikum, es wurde auch prämiert.

In diesem Jahr haben die Radebeuler nun mit einer ganz anderen Wintergeschichte nachgelegt. Nicht von ungefähr erlebte der neue Film seine Premiere zeitgleich mit der Eröffnung der Winterausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ auf Schloss Moritzburg. Geht es in diesem doch um den Traum der kleinen Hauptdarstellerin Lilly. Diese wird verkörpert von der aufstrebenden Dresdner Jungschauspielerin Rosalie Neumeister. Das Mädchen möchte einmal Prinzessin sein, und macht sich – abgewiesen von ihren Eltern im vorweihnachtlichen Stress – allein auf die lange Reise. Wohin? Natürlich zum Ort ihrer Träume: Schloss Moritzburg.

Doch wie kommen drei Männer dazu, Prinzessinen-Träume junger Mädchen zu träumen? Hat sie auch das Aschenbrödel-Virus erfasst? Martin Förster (29), der Kopf des Projekts, klärt die Sache auf. „Wie der Film im Vorjahr ist auch der neue Teil der Kampagne ,So geht sächsisch.‘ Doch anders als bei der Winter-Story wurde uns das Thema diesmal von der Staatskanzlei vorgegeben.“

Den Grund nennt Regierungssprecher Ralph Schreiber: „Ein Weihnachtsfest ohne ‚Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘ ist für viele unvorstellbar, und doch wissen nur wenige, dass dieses Märchenschloss in Sachsen steht.“ Trotzdem sollte der Film nicht nur für Sachsen als Schlösserland werben, sondern vielmehr die Grundthemen der Weihnachtszeit aufgreifen: Einander zuzuhören, sich Zeit zu schenken und sich auf die wichtigen Dinge des Lebens zu besinnen. Und all dies natürlich in einen sächsischen Bezug stellen.

Keine leichte Aufgabe für das Filmteam, das alles in weniger als drei Minuten unterzubringen. Denn zu einem Wintermärchen dieser Art passen nun mal keine temporeichen Schnitte. Schon gar nicht, wenn sie mit dem romantischen Originalsoundtrack des Kultfilms unterlegt sind. Während die Radebeuler ansonsten ganz bewusst auf direkte Bezüge zum Aschenbrödelfilm verzichtet haben, garantiert die eingängige Melodie einen hohen Wiedererkennungswert, der sicher nicht nur die eingeschworene Fangemeinde in Sachsen, Deutschland und Tschechien ansprechen wird.

Und obwohl sie sogar auf einen Blick in die winterliche Dauerausstellung zum Aschenbrödelfilm auf Schloss Moritzburg verzichten, gelingt es Martin Förster und seinen Mitstreitern immer wieder, Hinweise auf diesen zu platzieren. Etwa, wenn Lilly aufbricht und drei Haselnüsse zurücklässt. Oder eine junge Frau auf einem Schimmel durch die verschneite Moritzburger Landschaft trabt, und eine Eule durch den Waggon des Lößnitzdackels flattert, in dem das Mädchen zu ihrem Traumschloss fährt.

Gedreht wurden die Eulen-Szenen ebenso wie das Ein- und Aussteigen übrigens während einer ganz normalen fahrplanmäßigen Fahrt der Lößnitzgrundbahn, sagt Eric Schmidt (30). „Es war einfach klasse, wie freundlich die Leute von der Sächsischen Dampfeisenbahngesellschaft waren und wie unkompliziert die Zusammenarbeit war.“ Das gelte auch für die anderen Akteure. Sei es nun Falkner Hans-Peter Schaaf, der „Tanja“ ruhig und punktgenau für die Filmleute in Szene setzte oder Laura Steinbach, die sofort den Reitpart übernahm.

Probleme gab es trotzdem. „Eigentlich hat das Video durch das Thema eher Spielfilmzüge, eigentlich soll es aber Werbung sein“, sagt René Plaul (46). „Diesen Spagat mussten wir irgendwie hinbekommen.“ Am Ende ist das ganz gut gelungen. Auch wenn der Film etwas länger als die magischen drei Minuten ist, die viele Menschen bereit sind, zu schauen. Einige gedrehte Szenen, etwa mit dem Schuh auf der Schlosstreppe blieben allerdings ganz auf der Strecke. Und die rund 1 500 bis 2 000 Sequenzen zu sichten und zu bearbeiten war Schwerstarbeit beim Schneiden. „Und wenn dann noch bei herrlichem Sonnenschein acht Stunden am Tag die Aschenbrödelmelodie läuft, kann man die bald auch nicht mehr hören“, ergänzt Martin Förster.

Der Film richtet sich an die Sehnsüchte und Träume der Zuschauer. Die wahr werden können, wenn man nur an sie glaubt und sein Schicksal in die eigene Hand nimmt. Er endet mit der Frage: „Und wovon träumst Du?“

Für das neue Jahr haben die Radebeuler Filmemacher schon wieder zahlreiche neue Auftragsprojekte in ihrem Terminkalender stehen. Neben Werbung auch erstmals ein Musikvideo. Und natürlich wollen die Freunde auch wieder eine gemeinsame Reise machen, schließlich hat damit die Filmerei so richtig angefangen. Diesmal soll es mit dem Wohnmobil nach Albanien gehen. Das Material der diesjährigen Tour ist allerdings noch immer nicht geschnitten. Dafür war bisher keine Zeit.

Zudem planen sie noch ein, zwei freie Projekte, in denen sie unabhängig von Auftraggebern ihre eigenen Sachen machen wollen. Doch das ist eher noch etwas geheim. Nur so viel verrät Eric Schmidt schon mal: „Wir wollen ein bisschen gegen die physikalischen Gesetze spielen.“ Mal sehen, vielleicht erfährt man so ja auch, wovon die drei träumen.

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