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Donnerstag, 10.08.2017

Döbelner bringt 20 Trockner zu Hochwasseropfern

Wolfgang Müller stellt die Geräte kostenlos zur Verfügung. Die sind in einem Ort am Harz dringend nötig.

Von Jens Hoyer

Döbeln hilft

Wolfgang Müller (auf dem Laster) hat 20 Bautrockner in den Ort Harsleben bei Halberstadt gebracht. Der Ort war nach schweren Regenfällen überflutet worden.
Wolfgang Müller (auf dem Laster) hat 20 Bautrockner in den Ort Harsleben bei Halberstadt gebracht. Der Ort war nach schweren Regenfällen überflutet worden.

© Gerald Eggert

Döbeln. Wolfgang Müller weiß, was Hochwasseropfer brauchen. Finanzielle und moralische Unterstützung – und Trockner, um die durchnässten Häuser wieder beziehen zu können. Der Immobilienunternehmer hat zwei Hochwasser in Döbeln mitgemacht. „Wir waren gerade am Mittelmeer im Urlaub, als ich online im DA gelesen habe, dass es den Harz erwischt hat“, sagt er. Kaum aus dem Urlaub zurück, kontaktierte er einen Bekannten in der Region, der ihm wiederum den Kontakt mit Christel Bischoff, Bürgermeisterin von Harsleben, verschaffte. „Ich habe ihr gesagt, dass wir kostenlos 20 bis 30 Bautrockner zur Verfügung stellen können“, so Müller.

Am Wochenende hat Wolfgang Müller mit seiner Frau Ilonka die Trockner nach Harsleben gebracht. Dort war nach den schweren Regenfällen der Goldbach, ein sonst friedliches Gewässer, zum reißenden Strom angeschwollen. Viele Häuser wurden überflutet. In der „Halberstädter Volksstimme“ bezeichnete die Bürgermeisterin Harsleben als den Ort im Harzkreis, den es am schwersten getroffen hat.

Döbeln hilft

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Wer Hilfsangebote an die Gemeinde Harsleben richten will, kann sich unter Telefon 03431 71940 oder per Mail unter da.redaktion@ddv-mediengruppe.de an den Döbelner Anzeiger wenden. Wir vermitteln sie weiter.

Auch Geldspenden können überwiesen werden: Spenden-Konto der Gemeinde Harsleben; Kennwort: Spende-Gem. Harsleben Hochwasserhilfe; IBAN: DE 28 8105 2000 0901 042765; BIC: NOLADE21HRZ

Müller hat etliche Trockengeräte in seinem Besitz. „Es haben 20 Stück auf den Laster gepasst. Die Bürgermeisterin hatte die Übergabe top organisiert“, erzählt Müller. Sie werde auch die Weitergabe der Geräte an andere Hochwasseropfer managen. Geld will Müller keins. „Ich weiß, was das für die Betroffenen wert ist. Einen Trockner auszuleihen, kostet schnell 30 Euro am Tag. Bei mir hätten sie nur rumgestanden. Uns haben nach dem Hochwasser 2002 so viele geholfen, da bin ich froh, dass ich mal was zurückgeben kann.“ Einige der Leute, die er getroffen hat, seien ziemlich am Boden gewesen. „Da war eine alleinstehende Frau mit Kindern, deren Haus es komplett geflutet hatte. Die hat die ganze Zeit nur geweint“, erzählt er.

Müller, der 2002 und 2013 mit vielen seiner Häuser in Döbeln betroffen war, hat einige seiner Erfahrungen an die Harsleber weitergegeben: Wie das funktioniert mit der Stoßlüftung und dass es durchaus zwei oder drei Wochen dauern kann, bis die Wände trocken sind.

Bisher sei von staatlicher Seite noch nicht viel Hilfe bei den Hochwasseropfern eingetroffen. Die Landesregierung habe jedem betroffenen Bewohner eine Soforthilfe von 500 Euro zugesagt, so Bürgermeisterin Christel Bischoff. In Harsleben mit seinen 2 300 Einwohnern wurden nach ihren Angaben 71 Familien beziehungsweise Häuser hochwassergeschädigt. Außerdem habe die Flut Brücken und Straßen verwüstet, Häuser unterspült, Böschungen weggerissen. Einige der Harsleber hätten keine erweiterte Elementarversicherung, einige Häuser seien unbewohnbar geworden. „Mittlerweile sind alle Entfeuchter aus Döbeln im Einsatz und verrichten ihren Dienst. Wir können für diese Unterstützung nicht genug danken“, so die Bürgermeisterin

Auch die Initiative „Döbeln jetzt“ hatte nach den Überschwemmungen im Harzgebiet Sachspenden und Gutscheine eingesammelt und nach Bad Harzburg geschickt. Von dort kam jetzt ein Dankesschreiben zurück. „Die Spenden sollen an betroffene Familien und freiwillige Helfer von Feuerwehr und DRK verteilt werden“, sagte Händler Nicolas Sihombing. „Es ist schön zu wissen, dass die ziemlich perplex waren. Mit dieser Hilfe haben die nicht gerechnet.“

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