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Dienstag, 12.09.2017 Kommentar

Diese Helfer braucht jede Schule

Bald soll es an jeder Oberschule einen Sozialarbeiter geben. Trotzdem sieht SZ-Redakteurin Andrea Schawe noch Verbesserungsbedarf.

© Robert Michael

Schulsozialarbeiter beraten Jugendliche zu Sucht- und Gewaltprävention, sind als Streitschlichter tätig, geben Unterstützung bei der Lernförderung und helfen bei familiären Problemen. Sie können die Mädchen und Jungen auffangen, ihnen zuhören. Außerdem sind sie ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Schülern, Eltern und Lehrern. Dass die Landesregierung mehr Geld investiert und es so seit Anfang des aktuellen Schuljahres an mehr Schulen Angebote gibt, ist eine gute Nachricht.

Denn Sozialarbeiter werden dringend gebraucht – und zwar an jeder Schule. Für die Oberschulen ist eine Lösung immerhin in Sicht: Im neuen Schulgesetz haben CDU und SPD vereinbart, dass es ab dem nächsten Schuljahr an allen öffentlichen Oberschulen mindestens einen in Vollzeit angestellten Sozialarbeiter geben soll – gut so!

Aber das reicht nicht. Auch an Grund- und Förderschulen müssen Sozialarbeiter im Einsatz sein, um Probleme früh zu erkennen und abzustellen. Gerade bei Kindern mit Förderbedarf kann ein Gespräch mit einem Sozialpädagogen helfen, sich im Unterricht besser zu konzentrieren. Das entlastet die Lehrer. Auch Gymnasiasten und Berufsschüler haben familiäre Probleme, leiden unter psychischer Belastung und Leistungsdruck oder werden gemobbt. Hier muss mehr getan werden.

Doch das geht nur, wenn für die Stellen Fachkräfte gefunden werden. Dafür müssen sich die Arbeitsbedingungen der sozialen Berufe verbessern. Viele Sozialarbeiter teilen sich eine Vollzeitstelle und betreuen mehrere Schulen. Befristete Anstellungen, die nur für ein Schuljahr gelten, sind üblich. Viele Sozialarbeiter sind im Sommer arbeitslos und müssen sich anderweitig kümmern. Gerade junge Menschen schreckt das ab.

Eine kontinuierliche Arbeit ist so nicht möglich. Gerade bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen sind die Probleme nicht von heute auf morgen gelöst. Um die Noten zu verbessern oder gar zu verhindern, dass ein Schüler die Schule abbricht, braucht es mehr als ein einziges Gespräch. Es braucht vor allem Vertrauen – das lässt sich nicht jedes Schuljahr neu aufbauen.

E-Mail an Andrea Schawe

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