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Mittwoch, 29.11.2017

Diese Erfolgsgeschichten von der Höhle der Löwen sind beeindruckend

Die TV-Show „Die Höhle der Löwen“

Bildquelle: Pexels / GB
Bildquelle: Pexels / GB

entwickelte sich mit ihrem innovativen Konzept zu einem großen Erfolg. Immer mehr erfinderische Gründer ziehen den Weg vor die Jury in Betracht, um selbst großen beruflichen Erfolg zu erreichen. Leider bleibt gerade der weitere Weg der Kandidaten oft im Dunkeln, wenn sie sich bereits mit ihrem Produkt vor die Löwen trauten. Doch welche Erfolgsstorys gingen bereits aus dem Format hervor, die das Leben der Menschen tatsächlich veränderten?

Der Ankerkraut-Erfolg

Ein sehr gutes Beispiel, welche Erfolge der Besuch in der Sendung nach sich ziehen kann, ist die Firma Ankerkraut. Ein Ehepaar, welches sich auf den Verkauf von interessanten Grillgewürzen spezialisierte, hatte bereits im Vorfeld der Show einen Jahresumsatz von einer Million Euro. Die Tatsache, dass die Jury überzeugt werden konnte, war ein ausschlaggebender Faktor für die weitere Entwicklung ihres Unternehmens. Der jährliche Umsatz stieg für das Jahr 2017 auf voraussichtlich 12 Millionen Euro an. Sogar ein Kaufangebot für die eigene Firma über stolze 20 Millionen Euro schlugen sie in der Folge aus. Betrachtet man allein die Zahlen, so wird schnell deutlich, dass es sich um eine wichtige Erfolgsgeschichte in der Historie der Show handelt.

Vor allem die mediale Aufmerksamkeit, die sie mit ihrem Produkt erfuhren, spielte also eine große Rolle. Ähnlich wie dies z.B. bei Visitenkarten funktioniert, es bleibt der Kontakt in den Köpfen der Zuschauer gespeichert, die ihn in diesem Fall sogleich mit den positiven Kritiken der Juroren in Verbindung bringen. Unter dem Strich ergab sich daraus die lohnende Situation für beide Kandidaten, die ihre Visitenkarten sehr erfolgreich unter den Zuschauern verteilten.

Die andere Realität

Doch nicht immer hält die Darstellung in der Show mit der Realität hinter den Kulissen Schritt. In der dritten Staffel der Sendung platzten 14 der 34 abgeschlossenen Deals noch im Nachhinein. Dies liegt daran, dass sich die Macher das Recht vorbehalten, die Entscheidungen nach der Show nach zu verhandeln oder gar aufgrund von heraufbeschworenen Unstimmigkeiten wieder zu kündigen. Auf dieser liberalen Basis ist es schließlich möglich, mit den mündlichen Zusagen bei der Aufzeichnung der Sendung sehr viel freier umzugehen und sich nicht an jede Aussage gebunden zu fühlen. An und für sich bekommen die Zuschauer jedoch kaum etwas von diesen Dingen mit. Ist die Sendung zu ende, so sinkt die Aufmerksamkeit für die geschäftlichen Hintergründe schnell wieder, was einer Nachprüfung der Tatsachen im Wege steht. Wer hinsichtlich der Höhle der Löwen zu einem aussagekräftigen Fazit kommen möchte, darf sich also nicht allein auf der Grundlage der dargestellten Szenen darüber in Kenntnis setzen.

Das Beispiel SugarShape

Dass selbst ein geplatzter Deal nicht das Ende aller Bemühungen der Gründer bedeuten muss, zeigt das Beispiel der Schwestern Schönborn, die mit ihrem Dessous-Shop SugarShape an den Start gingen. Ihr Wunsch eines anteiligen Verkaufs von 10 Prozent des Unternehmens für einen Betrag von stolzen 500.000 Euro wurde zunächst nicht erfüllt. Die Juroren Judith Williams und Frank Thelen waren von der Idee überzeugt, forderten allerdings 20 Prozent der Anteile für die im Raum stehende Summe. Obwohl der Deal in der Folge nicht zustande kam, erfuhr das Unternehmen SugarShape einen klaren wirtschaftlichen Aufschwung. In der Verantwortung sehen die Schwestern dafür vor allem die mediale Aufmerksamkeit, welche durch die hohen Zuschauerzahlen erreicht wird. Bereits in der ersten Staffel schalteten rund 500.000 Menschen regelmäßig ein, was für den ansonsten am Rande der Fernsehwelt stehenden Sender VOX einen wesentlichen Erfolg markierte.

Obwohl längst nicht so viele Deals in die Tat umgesetzt werden, wie die Sendung suggeriert, handelt es sich also um ein wichtiges Sprungbrett für Gründer. Denn sie haben die Gelegenheit, ihre Firma einem großen Publikum zu präsentieren und vor diesem einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Der eigentliche Deal mit den Juroren ist dadurch nicht mehr der wichtigste Bestandteil des Erfolgs.

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