• Einstellungen
Montag, 16.04.2018

Die umjubelte Rückkehr

Von Alexander Hiller

Alexander Dreßler(r.) bejubelt mit seinen Teamkollegen den Aufstieg in die Sachsenliga.Foto: Matthias Rietschel
Alexander Dreßler (r.) bejubelt mit seinen Teamkollegen den Aufstieg in die Sachsenliga.
Foto: Matthias Rietschel

© c by Matthias Rietschel

Der kleine Meisterpokal wird von den großen Händen Alexander Dreßlers fast verschluckt. Die Trophäe ist dem Anlass angemessen. Schließlich wurde der HSV Dresden gerade einmal für den Aufstieg in die Sachsenliga geehrt – für den Sprung also in die fünfthöchste deutsche Spielklasse.

Für den Verein ist diese Rückkehr nach drei Jahren Abstinenz ein großer Schritt und glich in seiner Schwierigkeit einer Herkulesaufgabe. Trainer André Salm konnte bei seiner Arbeit weitestgehend auf Akteure zurückgreifen, die die klubeigene Nachwuchsschule durchliefen. Das ist erstens so gewollt, weil zweitens finanziell für den ehrenamtlich geführten Verein nicht darstellbar – und drittens eines der Markenzeichen des HSV Dresden. Das Zusammengehörigkeitsgefühl macht den Geist der Mannschaft aus. „Der Trainer hatte in diesem Jahr den klaren Auftrag: Aufstieg. Das hat er und die Mannschaft hervorragend umgesetzt“, sagt der Vereins-Vorsitzende Jörg Floßmann.

Dessen Männermannschaft ist damit nach dem Zweitligisten HC Elbflorenz, dessen zweite Mannschaft in der Mitteldeutschen Oberliga noch eine Etage über dem HSV agiert, wieder die alleinige Nummer zwei im städtischen Herrenhandball. „Noch höherklassiger zu spielen, kommt für uns mittelfristig nicht infrage. Dafür haben wir weder die finanziellen, noch sportlichen Möglichkeiten“, stellt Floßmann klar. „Aber wir wollen uns gleich in der kommenden Spielzeit in der Sachsenliga festsetzen, nicht nur gegen den Abstieg spielen, sondern uns im Mittelfeld positionieren. Das Zeug dazu hat die Mannschaft“, meint Flößmann.

Bei dieser Einschätzung verlässt er sich auch auf die Signale aus der Mannschaft. „Das Team wird so auch in der Sachsenliga zusammenbleiben“, versichert der HSV-Chef. Nur zwei Spieler, die nicht zu den unmittelbaren Stammkräften gehören, verabschieden sich aus beruflichen Gründen von der Mannschaft – ausgerechnet die beiden ältesten Akteure. Die Sachsenliga-Mannschaft des HSV Dresden wird also noch jünger als die aktuelle – weil eigene Talente nachrutschen. Auch Leistungsträger wie eben der erst 20-jährige Alexander Dreßler, mit derzeit 144 Treffern Zweiter in der Torschützenliste der Verbandsliga Ost, streben offensichtlich nicht nach noch höheren Weihen oder dem einen oder anderen Cent mehr in der Tasche. „Die Vereinsbindung unserer Spieler ist sehr hoch“, empfindet Jörg Floßmann.

Auch deshalb schielt er nicht etwa neidisch zum finanziell weitaus potenteren Stadtnachbarn HC Elbflorenz, sondern ist vielmehr an einer fruchtbaren Zusammenarbeit interessiert. Schließlich sind seit wenigen Wochen nun beide Klubs vom Landessportbund Sachsen anerkannte Talente-Stützpunkte – der HC Elbflorenz hatte das erhoffte Zertifikat im März erhalten. Der HSV Dresden gehört in puncto Nachwuchsarbeit schon lange zu den Aushängeschildern im sächsischen Handball. „Wir spielen mit allen Talente-Teams in den höchsten Spielklassen um die Plätze eins bis drei mit“, erklärt Floßmann stolz.

Warum also nicht die Potenzen beider Dresdner Vereine bündeln? Floßmann und seine Ansprechpartner beim HC Elbflorenz sind dafür offen. „Seit etwa einem Jahr sind wir in regelmäßigem Austausch“, bestätigt der HSV-Boss. Beide Klubs stemmen in Kooperation ein Grundschul-Projekt. „Das gemeinsame Ziel muss es sein, so viele Dresdner Jungs wie möglich für den Handballsport zu begeistern und in allen Nachwuchs-Sachsenligen mit zwei Mannschaften aus der Landeshauptstadt vertreten zu sein“, sagt Flößmann. Mittelfristig schwebt beiden Vereinen eine Qualifikation für die viergleisige Jugend-Bundesliga vor. In der Ost-Staffel der Talenteliga ist der SC DHfK Leipzig bislang die einzige Mannschaft aus den fünf neuen Bundesländern. Rostock, Magdeburg und Potsdam spielen in der Nordstaffel.

Desktopversion des Artikels

Leser-Kommentare

Insgesamt 0 Kommentare

    Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr abgegeben werden.