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Mittwoch, 03.01.2018

Die Radeberger Arbeitsagentur hat dichtgemacht

Seit Januar gibt es keine eigene Anlaufstelle im Rödertal mehr. Der Bedarf fehlt, heißt es dazu.

Von Jens Fritzsche

© dpa

Radeberg. Seit Jahresbeginn ist die Arbeitsagentur an der Mühlstraße in Radeberg geschlossen. Der Bedarf, so hieß es zur Begründung, war einfach nicht mehr da. Seit Jahren kann Radeberg eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in ganz Ostdeutschland vorweisen, längst ist die Quote unter die Vier-Prozent-Marke gefallen. Die Schließung ist also eine durchaus positive Nachricht, auch, wenn es für Betroffene aufwendiger ist, in die nächste Agentur nach Kamenz zu fahren.

Schon vor einiger Zeit hatte die Agentur in Radeberg ja bekanntlich die regelmäßigen Öffnungszeiten abgeschafft. Wer Bedarf hatte, meldete sich telefonisch an und bekam einen Termin. Auch das lohnte sich aber letztlich nicht mehr, so Agentursprecherin Corina Franke. Also übernimmt jetzt sozusagen die nächstgelegene Agentur in Kamenz die Arbeit mit. „Aber vieles wird ja sowieso längst per Telefon oder online erledigt, die Auswirkungen für die Betroffenen werden also wirklich gering sein“, ist Corina Franke überzeugt.

Den Umzug der Agentur kaum spüren sollen auch die Firmen im Rödertal, die mit den Arbeitsvermittlern zusammenarbeiten. „Unsere Berater waren ja auch jetzt schon sehr viel im Rödertal unterwegs, waren bei den Betrieben vor Ort“, beschreibt die Sprecherin. Das werde sich nicht ändern. „Die Firmen müssen also nicht zwingend zu Terminen nach Kamenz fahren.“

Trotz dass im Dezember – wintertypisch – die Arbeitslosigkeit auch im Raum Radeberg leicht angestiegen ist, bleibt der grundsätzlich positive Trend auf dem Arbeitsmarkt im Rödertal erhalten. „Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat leicht an – durch die milde Witterung blieb die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Landwirtschaft, Bauwesen oder Gartenbau überschaubar“, macht Thomas Berndt deutlich, der Chef der auch fürs Rödertal zuständigen Arbeitsagentur Bautzen. Und er verweist auf den Dezember vor einem Jahr; „im Vergleich dazu sank die Arbeitslosigkeit deutlich“. Damals waren im Raum Radeberg noch 830 Menschen ohne Arbeit, eine Quote von 4,1 Prozent. Ein Jahr später – im Dezember 2017 – sind es 90 Arbeitslose weniger, was eine Quote von 3,7 Prozent ausmacht.