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Freitag, 15.12.2017

Die neuen Verpflegungspauschalen sind da:

Das ändert sich im kommenden Jahr bei dem Verpflegungsmehraufwand.

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Dienstreisen sind kostspielig - der Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmern einen Teil der Kosten über einen Verpflegungsmehraufwand einfach und unkompliziert steuerfrei bezahlen. Dies geht jedoch nur, solange der Arbeitgeber die Pauschalen nicht überschreitet. | Bild: pixabay.com © Fuzz (CC0 1.0)
Dienstreisen sind kostspielig - der Arbeitgeber kann seinen Arbeitnehmern einen Teil der Kosten über einen Verpflegungsmehraufwand einfach und unkompliziert steuerfrei bezahlen. Dies geht jedoch nur, solange der Arbeitgeber die Pauschalen nicht überschreitet. | Bild: pixabay.com © Fuzz (CC0 1.0)
Die Verpflegungspauschale wird für die Anreise, die Verpflegung und die Übernachtung berechnet. Für Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands ändert sich im kommenden Jahr nichts an den Pauschalen. | Bild: pixabay.com © Pexels (CC0 1.0)
Die Verpflegungspauschale wird für die Anreise, die Verpflegung und die Übernachtung berechnet. Für Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands ändert sich im kommenden Jahr nichts an den Pauschalen. | Bild: pixabay.com © Pexels (CC0 1.0)

Gute Neuigkeiten für Arbeitnehmer, die häufig auf Geschäftsreise sind: Das Bundesfinanzministerium hat für das kommende Jahr wieder Neuerungen zum Verpflegungsmehraufwand beschlossen. Was sich 2018 an den Verpflegungspauschalen ändert, fassen wir in diesem Artikel zusammen.

Die Hintergründe zum Verpflegungsmehraufwand

Unternehmen schicken einen Teil der Beschäftigten mitunter auf Dienst- und Geschäftsreise – sowohl ins Ausland als auch innerhalb Deutschlands. In diesem Zusammenhang entstehen für die Arbeitnehmer natürlich Kosten – für die An- und Abreise, die Mahlzeiten und die Übernachtung im Hotel. Doch der Arbeitgeber kann den Arbeitnehmern den entstehenden Aufwand erstatten – unter anderem über den Verpflegungsmehraufwand. Hierbei handelt es sich um eine Leistung, welche durch § 9 Einkommensteuergesetz (EStG) gedeckt wird. Das Einkommenssteuergesetz gibt an dieser Stelle vor, welche Pauschalbeträge für den Verpflegungsmehraufwand gelten.

Die jeweiligen Pauschbeträge ändern sich jedoch jährlich. Hierfür werden durch das Bundesfinanzministerium jedes Jahr Listen veröffentlicht, aus denen sich die Pauschbeträge für die einzelnen Länder entnehmen lassen. Beispiel: Für Belgien sind zwischen Januar und Dezember 2017 41 Euro als voller Betrag für Verpflegungsmehraufwand vorgesehen, wenn die Abwesenheit länger als 24 Stunden dauert. 28 Euro werden für Abwesenheiten von acht bis 24 Stunden anerkannt. Es ist also nicht möglich, die tatsächlichen Reisekosten abzurechnen – auch nicht ohne passende Belege. Es gelten immer nur die entsprechenden Pauschalen.

Wird genau der Tagessatz erstattet, ist der Verpflegungsmehraufwand steuerfrei. Der Arbeitgeber muss jedoch nicht zwingend nur die festgesetzten Pauschbeträge zahlen – so kann er beispielsweise die Verpflegungskosten für die Dienstreise übernehmen. In einem solchen Fall wird der Verpflegungsmehraufwand allerdings gekürzt. Zudem ist zu beachten, dass bei Abweichungen von den Pauschbeträgen die Differenz mit 25 Prozent versteuert werden muss.

Weitere Beispiele und Informationen zu den Verpflegungspauschalen findet man hier.

Verpflegungspauschalen: Das ändert sich 2018

Erst kürzlich wurden die neuen Pauschalen für das kommende Jahr bekannt gegeben. Dabei wird zwischen Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands und Geschäftsreisen ins Ausland unterschieden.

Geschäftsreisen ins Inland: Keine Änderungen

Für Inlandsreisen ändert sich 2018 nichts an den Pauschalen. Demnach sind für Reisen im Inland auch weiterhin die folgenden Pauschalen vorgesehen, die mit der Reisekostenreform beschlossen wurden:

  • Bei 24 h oder längerer Abwesenheit gilt die sogenannte große Pauschale von 24 Euro.
  • Bei einer Abwesenheit zwischen 8 h und 24 h kommt die kleine Pauschale zum Tragen – diese beträgt 12 Euro.

Hinzu kommt die Übernachtungspauschale, die auch 2018 bei 20 Euro pro Nacht bleibt. Nicht geändert hat sich zudem die Drei-Monats-Regelung – diese gilt auch im kommenden Jahr weiterhin: Bleibt der Geschäftsreisende länger als drei Monate dienstlich am gleichen Ort, kann die Auszahlung der Verpflegungspauschale nur über den Zeitraum von drei Monaten gewährleistet werden.

Insgesamt gibt es bei Geschäftsreisen ins Inland im neuen Jahr also nichts zu beachten, da hier alles beim Alten bleibt.

Geschäftsreisen ins Ausland: Niedrigere Pauschalen und Abweichungen

Die oben genannten Pauschbeträge gelten allerdings nur für einen Verpflegungsmehraufwand, der durch Dienst- und Geschäftsreisen im Inland entsteht. Sobald eine Dienst- und Geschäftsreise grenzüberschreitend ist – also ins Ausland geht, gelten andere Regeln. Für 2018 sind bei Geschäftsreisen ins Ausland einige Änderungen der Pauschalen vorgesehen:

  • Insgesamt gelten für Reisen in 34 Länder neue Pauschalen, die im Internet nachgelesen werden können. Taucht ein Land nicht in der entsprechenden Liste auf, gilt grundsätzlich der Satz für Luxemburg. Problematisch ist, dass die geänderten Pauschalen zum Teil für 2018 nicht etwa erhöht, sondern stattdessen nach unten angepasst werden. Gerade in Ländern wie beispielsweise den skandinavischen Ländern, in denen Unterbringung und Verpflegung relativ teuer sind, sind die für 2018 geplanten Tagespauschalen sehr niedrig.
  • So wie im Inland gibt es auch bei Geschäftsreisen ins Ausland drei Pauschalen: eine kleine Pauschale, eine große Pauschale und eine Übernachtungspauschale.
  • Die Berechnung des Verpflegungsmehraufwands im Ausland ist nicht einheitlich geregelt: So gelten die entsprechenden Sätze nicht in jedem Fall für das ganze Land – bei Reisen in Großstädte muss so beispielsweise mit Abweichungen gegenüber den Reisen in ländliche Regionen gerechnet werden.

Vor einer Geschäftsreise ins Ausland sollten sich die Arbeitnehmer also eingehend über die neuen Sätze und mögliche Abweichungen von den Sätzen informieren, denn hier gibt es im kommenden Jahr durchaus Änderungen.

Fazit

Auf Geschäftsreisende kommen im Jahr 2018 einige Änderungen zu, was den Verpflegungsmehraufwand betrifft. Das gilt jedoch nicht für Dienstreisen innerhalb Deutschlands, sondern nur für Auslandsreisen – hier gelten beispielsweise für 34 Länder neue Pauschalen. Nicht für alle Länder wurden die Sätze erhöht, in manchen Ländern kam es stattdessen zu Senkungen der Pauschalen, sodass die Sätze gerade in Ländern mit hohen Lebenshaltungskosten sehr knapp kalkuliert sind.

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